Es ist Award Season! Nicht nur für den FC Bayern, der gegen Borussia Dortmund – wie es scheint – in dieser Saison einen wichtigen Award verspielt hat, sondern auch auf dem Markt für Arbeitgeberattraktivität und Employer Branding. Jedes Jahr im Frühjahr kulminieren die Preisverleihungen und Veröffentlichungen der Rankings. Dienen diese nur zur Befriedigung der Eitelkeiten der Personalmarketingverantwortlichen oder bieten sie ein wertvolles Feedback, die eigene Arbeit zu evaluieren? Was sind Topplatzierungen in den Rankings tatsächlich wert und in welchen Kategorien gibt es mittlerweile solche Rankings? Die Beantwortung dieser Fragen würde sicher Bücher füllen. Und jedes Jahr beschäftigen sich diverse Blogs mit diesem Thema.

Rankings im Social Media Employer Branding

Neben den etablierten Rankings von trendence, Universum, crf Institut mit den Toparbeitgebern und natürlich anderen entstehen zurzeit auch Rankings, die sich speziell auf Social-Media-Präsenzen beziehen. Potentialpark zum Beispiel hat dieses Jahr eine neue Studie mit einem Ranking für Facebook-Karriereseiten gelauncht. Auf http://www.personalmarketingblog.de/gerankt-die-besten-karriereseiten-bei-facebook findet sich eine Beschreibung. Die Studien werden in der Bloggerszene zum Teil kritisch diskutiert. Ich persönlich schätze sie jedoch für ihre operativ sehr gut nutzbare Auflistung verschiedener Features. Was wir davon umsetzen, bleibt letztendlich unsere Entscheidung. Reines Punktesammeln, um im Ranking zu steigen, schießt sicher am Ziel vorbei. Den Rankings von Potentialpark liegen unstrittig komplexe Kriterien zugrunde, die sich aus verschiedenen Einflussfaktoren – jeweils unterschiedlich gewichtet – zusammensetzen. Gerade auf Facebook existieren auch andere Ansätze. Der Blog http://www.wollmilchsau.de, den ich sehr schätze, wählt einen klassischen "Wer hat die meisten Likes"-Ansatz. Dieser quantitative Ansatz führt jedoch dazu, dass die Fanpage von Zalando auf eins landet, obwohl der Karriereanteil auf der Page eigentlich recht gering ist. Hauptziel der Zalando-Fanpage scheint eher die Stärkung der Corporate Brand zu sein. Schreien muss man deswegen jedoch nicht.

Viele Studien, vielen Ranking!

Einen etwas anderen Ansatz ohne ein Ranking findet man unter http://www.facebook.com/karriere.fanpages. Hierzu gibt es auch einen eigenen Blog http://personalmarketing2null.wordpress.com, der mit Kommentaren und Analysen angereichert ist. Hier stecken oft Anregungen drin, die wirklich nützlich sind. Vielen Dank dafür an Henner Knabenreich! Gero Hesse und Prof. Beck aus Koblenz wiederum haben in ihrer Studie verschiedene Rankings erstellt, die zwar etwas weiter gehen, als lediglich Facebook zu untersuchen. Sie betrachten rund um das Thema Employer Branding und Recruiting ganzheitlich die Präsenz von Unternehmen auf verschiedenen Social-Media-Kanälen. Schön finde ich, dass in der Neuauflage die untersuchten Unternehmen nicht mehr nur auf MDAX-, TecDAX- und DAX-Unternehmen beschränkt sind. Schade, dass wir nicht zu den untersuchten Unternehmen gehören. Aber das ist wohl wieder ein Thema der Eitelkeit. :-)Herr Prof. Beck und Herr Hesse, vielen Dank! Auf http://saatkorn.wordpress.com hat Herr Hesse übrigens eine Liste mit verschiedenen Studien rund um das Thema Social Media im Employer Branding und im Recruiting mit Downloadlinks zusammengestellt. Die oben beschriebene Studie ist dort auch dabei. Das ist wahrlich ein Topservice! Viele Studien, viele Rankings! Wir könnten hier noch lange weiter beschreiben. Bei all den angestrebten Platzierungen, die den Eitelkeiten dienen mögen, darf man jedoch eines nicht vergessen: Eigentlich geht es darum, sich als Arbeitgeber der ersten Wahl für die Bewerber zu positionieren und damit das eigene Wachstum und den Unternehmenserfolg zu gewährleisten. Hier kommt für mich eine entscheidende Schwäche der Rankings – insbesondere aus Bewerbersicht – zum Tragen. Es sind häufig die gleichen Unternehmen, die ausgezeichnet werden. Und es gibt mehr als 100 Toparbeitgeber da draußen. Darunter gute, die dies evtl. nur nicht so preisverdächtig kommunizieren. Wie könnte man diese erreichen? Was ist ein Award aus Zielerreichungsperspektive dann tatsächlich wert? Einen anerkannten Wert hat dagegen die Deutsche Meisterschaft in der Fußballbundesliga und diese wird sich jetzt wohl verdientermaßen Dortmund sichern. Dann holen die Bayern die Champions League und sichern sich auf diese Weise einen erfolgreichen Abschluss ihrer Award Season 2012. Aus Rekrutierungsperspektive geht es das ganze Jahr weiter! Dabei geht es geht weniger um die Awards als um die guten Bewerber!

Kommentare


  1. personalmarketing2null

    Hallo Herr Jost,
    vielen Dank für die Erwähnung. Ist ja fast wie ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk :-). Habe nämlich am 17. April Geburtstag und den Blogbeitrag gerade erst entdeckt.
    Freue mich auf weitere interessante Beiträge dieser Art, auch wenn ich mit Fußball nun wirklich gar nichts am Hut habe 😉
    Schöne Grüße, von Blogger zu Blogger!

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