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Die Wissensgesellschaft gewinnt durch die Digitalisierung immer mehr an Boden und baut industrielle Arbeitsplätze ab. Durch den Anstieg des Anteils an wissensintensiven Tätigkeiten sind Wissensarbeiter oder Knowledge Worker folglich bereits seit Jahren gefragt wie nie.

Wissensarbeiter – Eine kurze Definition

Der Begriff „Wissensarbeiter“ oder „Knowledge Worker“ bezeichnet in seiner ursprünglichen Bedeutung diejenigen Arbeiter, die nicht für ihre körperliche Arbeit und manuellen Fähigkeiten bezahlt werden, sondern für die Anwendung ihres erworbenen Wissens. Wissensarbeit steht somit als Begriff für eine problemlösende Tätigkeit, bei welcher der Lösungsweg ganz oder teilweise unbekannt ist. Dies steht im Gegensatz zu einer Routinearbeit, die immer dann zur Routine wird, wenn der Lösungsweg für eine Aufgabe immer gleich ist.

Der Begriff ist jedoch keineswegs neu und wurde von Peter Drucker bereits 1968 eingeführt, entwickelt sich jedoch seither weiter.

Auch Christoph Niewerth, Vorstand bei Hays, untersuchte bereits 2014 die Gültigkeit von Druckers bekannten Thesen im Hinblick auf den heutigen Führungsalltag. Hierbei fiel deutlich auf, dass die von Drucker vorausgesagte Ablösung der Industriearbeit durch Wissensarbeit bereits schon damals Realität war und sich heute noch viel stärker manifestiert.

"Wissensarbeit produktiv zu machen ist die grosse [sic!] Managementaufgabe dieses Jahrhundert, so wie es die grosse [sic!] Aufgabe des vergangenen Jahrhunderts war, manuelle Arbeit produktiv zu machen". Peter Drucker

Speziell für Fachkräfte stellt sich aktuell nun die spannende Frage "Wie werde ich zum Wissensarbeiter?". Mit diesen Tipps schmücken Sie Ihre berufliche DNA mit einer Portion Wissen:

1. Sammeln Sie wichtige Erfahrungen

Für Arbeitgeber spielt die Berufserfahrung bei Bewerbern eine deutlich wichtigere Rolle als die Berufsausbildung oder Studienabschlüsse. Sie möchten Wissensarbeiter für sich gewinnen, die ihr Know-how nicht nur aus Lehrbüchern haben, sondern es schon im realen Arbeitsleben unter Beweis stellen konnten.

Erfahrene Fachleute stimmen ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und ihr Fachwissen auf die Stellenanforderungen ab, indem sie in ihrem Lebenslauf oder während des Bewerbungsgesprächs einschlägige Beispiele aufzeigen, die ihre Eignung für die Position verdeutlichen, wie beispielsweise:

  • „Ich habe erfolgreich ein neues Online-Vertriebsbuchungssystem entwickelt und eingeführt, mit dem ein Umsatzwachstum von 20 Prozent in den ersten 6 Monaten erzielt wurde.“
  • „Ich habe eine neue Personalstrategie umgesetzt, mit der die Mitarbeiterzahl um 13 Prozent reduziert werden konnte.“
  • „Ich bin ein Team Player und habe gemeinsam mit internationalen und lokalen Marketingteams an der Umsetzung eines globalen Rebrandings in 12 Ländern gearbeitet.“

Absolventen sollten also wichtige Berufserfahrungen durch Praktika, Werkstudentenstellen oder Freiwilligendienste sammeln. Praktische Erfahrungen, auch wenn sie nur wenige Wochen umfassen, verschaffen Absolventen einen Vorteil.

Wissensarbeiter

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2. Zeigen Sie Ihre digitale Kompetenz

In der vernetzten und sich rasant entwickelnden Welt von heute sind digitale Kompetenzen für jeden Wissensarbeiter unabdingbar. Es ist ein großer Pluspunkt für heutige Absolventen, wenn sie Kenntnisse in den Bereichen Computational Thinking, Anwendungsentwicklung und Benutzererfahrung mitbringen.

Bauen Sie Ihr Wissen aus und informieren Sie sich über Möglichkeiten, wie Sie Ihre neuen digitalen und technischen Fertigkeiten im Job einbringen können. Vergessen Sie nicht, Ihrem Lebenslauf ein digitales Makeover zu verpassen.

3. Bauen Sie Ihr Wissen aus

Soft Skills sind eine weitere wichtige Voraussetzung für heutige Wissensarbeiter. Eine präzise Kommunikationsfähigkeit und eine hohe soziale Kompetenz können Ihnen einen Vorteil gegenüber anderen Bewerbern verschaffen. Nutzen Sie daher Möglichkeiten, um beide Aspekte auszubauen. Untermauern Sie Ihre Aussagen in Ihrem Lebenslauf oder während des Bewerbungsgesprächs mit Praxisbeispielen.

Bauen Sie zudem die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen aus und lernen Sie dabei, wie Sie die Bedeutung Ihres Aufgabengebiets allgemein verständlich erklären können.

Seien Sie smart

Bleiben Sie bezüglich neuer Trends, Mobilfunkanwendungen und Technologien in der Arbeitswelt auf dem Laufenden. Überlegen Sie, ob Sie Ihre Einstellungschancen durch Berufserfahrungen in diesen Bereichen steigern können. Selbst wenn Sie neue Technologien oder Tools nur einmal ausprobiert haben – beispielsweise HTML-Editoren oder Modellierungs-Software –, können Sie im Vergleich zu anderen Kollegen gerade bei neuen Trends aus eigener Erfahrung zu diesem Thema sprechen.

Sehen Sie sich auch das aktuelle Trainings- und Fortbildungsangebot von Bildungseinrichtungen an. Bevor Sie sich für einen Kurs anmelden, überlegen Sie zunächst, welche Beschäftigungs- oder Beförderungsmöglichkeiten Ihnen dieser Kurs eröffnen könnte.

Mehr Informationen zum Thema Wissensarbeiter finden Sie auch unter Hays-Wissensarbeiterstudie.

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