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Die standardmäßige Karriere verläuft bereits seit vielen Jahren gleich: vom Berufseinsteiger als Junior oder Trainee zum Senior oder Experten auf seinem Gebiet, gefolgt von der Rolle des Teamleiters oder des Projektmanagers. Lesen Sie hier, wie Sie Karriere auch ohne Führungsverantwortung machen.

Allem Anschein nach können Sie in vielen Unternehmen nur dann die Karriereleiter erklimmen, wenn Sie Führungsverantwortung für andere Mitarbeiter übernehmen. Doch Führung liegt nicht jedem. Es kann verschiedene Gründe haben, warum Mitarbeiterführung nicht Ihr Ding ist. Sie möchten vielleicht nicht für verschiedene Persönlichkeiten und Teamdynamiken verantwortlich sein oder Sie möchten lieber als „Macher“ anstelle des Managers an vorderster Front bleiben. Auch wenn dies der Fall ist, gibt es immer noch Möglichkeiten, einen höheren Titel zu erlangen und an Verantwortung und Einfluss zu gewinnen, ohne ein Team führen zu müssen.

Mitarbeiterführung: Lenken Sie Ihre Laufbahn in eine andere Richtung

Viele ambitionierte, erfolgreiche Menschen, die keine Mitarbeiterverantwortung übernehmen wollten und ihre Laufbahn deswegen in andere Bahnen lenkten, haben trotzdem Karriere gemacht. So gelingt Ihnen das auch:

Schritt 1: Werden Sie zum unverzichtbaren Experten

Auf Ihrem Karriereweg ohne Mitarbeiterverantwortung müssen Sie im ersten Schritt der Go-to-Experte in Ihrem Fachbereich werden. Nutzen Sie jede Weiterbildungsmöglichkeit, die sich Ihnen bietet, sei es durch die Lektüre von Blogs und Büchern, durch die Betreuung eines Mentors oder mit Besuchen von Seminaren oder Kongressen.

Machen Sie es zu einer Gewohnheit, Ihr Wissen ständig zu erweitern, statt dies als einmalige Aufgabe zu sehen. Zweifellos wird sich Ihr Fachgebiet verändern und weiterentwickeln, und wenn Sie relevant und auf dem Laufenden bleiben wollen, müssen Sie stets wissbegierig und lernbereit bleiben.

Schritt 2: Bauen Sie sich einen guten Ruf auf

Halten Sie nach Möglichkeiten Ausschau, Ihre Expertise sowohl innerhalb Ihres bestehenden Unternehmens als auch in Ihrer Branche oder Ihrem Netzwerk zu vermarkten. Zumindest sollten Sie Ihren Lebenslauf und Ihre Berufsprofile im Laufe der Zeit mit erweitertem Fachwissen ergänzen. Welche sonstigen Möglichkeiten gibt es, den eigenen Ruf zu festigen?

Nutzen Sie die sozialen Medien für Werbung in eigener Sache: Nehmen Sie Kontakt zu den richtigen Personen innerhalb und außerhalb Ihres Unternehmens auf und bauen Sie Ihre Online-Reputation auf. Teilen Sie relevante Inhalte und beteiligen Sie sich an Diskussionen in Branchenforen. Ein Blog ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, Ihre Fachkenntnisse zu teilen und Ihr Wissen in einem bestimmten Fachgebiet unter Beweis zu stellen. Regelmäßiges Bloggen ist zudem ein gutes Mittel, um eine gezielte Fangemeinde aufzubauen.

Halten Sie nach Möglichkeiten Ausschau, Vorträge zu halten: Verstecken Sie sich nicht hinter Ihrem Bildschirm, sondern seien Sie präsent und teilen Sie Ihr Wissen im persönlichen Gespräch.

Bieten Sie an, Ihr Wissen an andere weiterzugeben: Ganz gleich, ob es sich um Neueinsteiger oder Mitarbeiter anderer Abteilungen im Unternehmen handelt – dies ist ein zuverlässiger Weg, um Ihr Wissen zu präsentieren und Ihren Ruf innerhalb Ihres aktuellen Unternehmens zu stärken.

Teilen Sie Ihre Ideen: Seien Sie bei der Entwicklung und dem Austausch Ihrer Ideen proaktiv und beschränken Sie sich nicht auf Ihre direkte Position, sondern beziehen Sie sich auf das gesamte Unternehmen. So wird ersichtlich, dass Sie – wie ein echter Experte – über den Tellerrand hinausschauen und ein Verständnis für das große Ganze besitzen.

Wenn Sie sich in den Köpfen der wichtigsten Entscheidungsträger innerhalb Ihres internen und externen Netzwerks als Experte auf Ihrem Gebiet etablieren können, sind Sie für die nächsten Schritte auf dem Karriereweg ohne Mitarbeiterverantwortung gerüstet.

Schritt 3: Führen Sie ein ehrliches Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten

Sobald Sie Ihren Expertenstatus zuversichtlich und glaubwürdig vertreten können, ist es an der Zeit, darüber nachzudenken, wie Sie in Ihrer Karriere vorankommen können. Nutzen Sie das Mitarbeitergespräch zur Besprechung Ihrer Aufstiegschancen. Falls dieses in Ihrer Organisation nicht mehr stattfindet, nehmen Sie die Sache selbst in die Hand und vereinbaren Sie einen Gesprächstermin.

Gehen Sie konstruktiv an dieses Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten heran und stellen Sie sicher, dass Sie die übergeordnete Botschaft vermitteln: „Ich möchte im Unternehmen bleiben und in meiner Karriere vorankommen, jedoch ohne im Bereich Mitarbeiterführung aktiv zu werden.“

Karriere ohne Führungsverantwortung

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Bereiten Sie sich rechtzeitig auf das Gespräch vor, damit Sie Beispiele dafür nennen können, wie Sie selbst aktiv wurden, um Ihre Fähigkeiten auszubauen, und wie sich dies positiv auf das Unternehmen ausgewirkt hat. Denken Sie daran, messbare Ergebnisse zu nennen. Ich würde Ihnen außerdem dazu raten, Ihrem Vorgesetzten mögliche Karrierewege vorzuschlagen, die keine Mitarbeiterverantwortung mit sich bringen, zum Beispiel die Beteiligung an einem Projekt, in dem Sie Ihre Fachkenntnisse einbringen können.

Wenn der Aufstieg innerhalb des Unternehmens in der Regel mit Mitarbeiterverantwortung verknüpft ist, ist es besonders wichtig, alternative Karrierewege aufzuzeigen.

Schritt 4: Ziehen Sie Alternativen in Betracht

Wenn es Ihnen in Ihrem derzeitigen Unternehmen nicht möglich ist, Ihre Karriere ohne Mitarbeiterverantwortung weiterzuentwickeln, können Sie die nachstehenden Möglichkeiten in Betracht ziehen.

1. Andere ausbilden: Wenn Sie in Ihrem Bereich ein echter Experte sind, wird man Sie mit der Schulung von Mitarbeitern beauftragen. Andere zu unterrichten, wird Ihnen helfen, Ihr Wissen zu sortieren und auszubauen und es aktuell und relevant zu halten.

2. Influencer werden: Da Sie Experte sind, sind die Menschen an Ihren Erkenntnissen interessiert. Sie kaufen Ihre Bücher, lesen Ihre Blogs, laden Ihre Podcasts herunter und zahlen den Eintritt zu Veranstaltungen, bei denen Sie einen Vortrag halten. Dies ist der ultimative Beweis dafür, dass sich Ihr Wissen immer weiter vergrößert, aber es wird etwas Zeit brauchen. Denken Sie jedoch daran, dass jeder Influencer einmal so angefangen hat wie Sie.

Mitarbeiterführung: Ihre Karriere-Möglichkeiten sind nicht begrenzt

Sich nicht in Richtung Mitarbeiterführung entwickeln zu wollen, bedeutet nicht, dass Ihre Aufstiegschancen begrenzt sind. In vielen Unternehmen ist es einfacher, eine Karriere auf Mitarbeiterverantwortung aufzubauen, so dass möglicherweise Ihre Kreativität gefragt ist. Konzentrieren Sie sich auf die Entwicklung Ihrer Fähigkeiten und versuchen Sie, mit Ihrem Fachwissen eine Nische zu besetzen und Ihre Karriere so auf vielversprechende Weise voranzutreiben.

Möglicherweise finden Sie im Laufe Ihrer Karriere auch heraus, dass sich Ihre Prioritäten verändern. Abhängig von internen Möglichkeiten, geschäftlichen Anforderungen und persönlichen Prioritäten muss man sich in der heutigen Zeit hinsichtlich Mitarbeiterführung nicht langfristig festlegen. Die oben beschriebenen Schritte sind unabhängig von Ihren Karrierezielen hilfreich und werden Sie darin bestärken, sich Ihre Möglichkeiten offen zu halten.

Wie ist Ihre Karriere verlaufen? Mit oder ohne Führungsverantwortung? Ich freue mich über einen Austausch mit Ihnen.

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