Sechs am Tag. So viele Angebote erhalten Entwickler/ITler mit aktuellen Lebensläufen und Referenzen von Systemhäusern, Start-ups und Großkonzernen durchschnittlich, sagt unser Kollege Marco Nadol aus Berlin. Hinzu kommt: Manchmal brauchen IT-Experten noch nicht einmal gute Unterlagen dafür.

Im Zuge der Digitalisierung verlangen Organisationen aus nahezu jeder Branche nach IT-Experten. Gleichzeitig verändert sich die Nachfrage nach technischen Fähigkeiten der ITler sehr schnell. Aktuell sind es zum Beispiel Experten für ReactJS/vuejs, die händeringend gesucht werden.

Viele Unternehmen machen jedoch immer wieder dieselben Fehler bei der Suche nach IT-Experten. Was es zu beachten gibt, wenn man die begehrten Experten für sich gewinnen möchte, erklärt Marco Nadol. Der Niederlassungsleiter gibt Tipps für die erfolgreiche Suche nach Informatikern, Programmierern und Ingenieuren.

Lerne ihre Sprache

Um mit ITlern auf Augenhöhe zu sprechen, kommt man um ein solides IT-Grundwissen nicht herum. Hier verhält es sich wie mit einer Fremdsprache. Je mehr man sich unterhält, desto besser versteht man, was nachgefragt ist, welche Kombinationen von Programmiersprachen und Frameworks es gibt und wie die Zusammenhänge sind. Man muss nicht selbst programmieren können, versteht aber nach vielen Gesprächen, worum es geht und kennt die Schlagwörter. Wie sieht es bei Ihnen im Unternehmen aus? Werden IT-Experten von den Menschen interviewt, die sich mit ihnen auf Augenhöhe unterhalten können? Teilen diese Mitarbeiter ihr Wissen mit den Recruitern, die diese Experten suchen?

ITler kennen ihren Wert. Unternehmen oftmals nicht.

Dass manche Stellen nicht besetzt werden, liegt bei der heutigen Marktlage auch an den Unternehmen selbst. Zum einen wäre das die Geschwindigkeit. Oft melden sich Unternehmen zu spät oder lassen den Prozess zu lange schleifen. Zum anderen haben sie oftmals keine marktkonformen Vorstellungen, wie viel selbstständige Entwickler kosten, die eine App programmieren oder Wissenslücken überbrücken, wenn eine neue Software eingeführt wird.

Wenn Sie jedoch nur Top-Leute haben und einen kleinen Preis zahlen wollen, funktioniert das nicht. Es ist Teil meines Jobs, das zu vermitteln. Deswegen ist eine genaue Auseinandersetzung damit, welche Honorare angemessen sind, sehr entscheidend. Sprechen Sie dazu beispielsweise mit Experten wie Hays.

Was bieten wir ITlern?

Ein attraktives Honorar allein reicht jedoch nicht aus. Auch die Frage, was Unternehmen IT-Experten darüber hinaus bieten können, ist wichtig. Damit ITler und Unternehmen zusammenkommen, muss ich den Auftraggebern vermitteln, wie ITler ticken und was man ihnen bieten muss, damit sie sich für ein Projekt entscheiden.

Sie möchten nicht irgendwelche langweiligen, stupiden Codes für die nächsten Jahre abarbeiten. ITler lassen sich selten auf feste Stellen ein und lernen stattdessen lieber öfter Neues dazu, wollen ihren Arbeitsort flexibel wählen, mal von zu Hause arbeiten, mal im Coworking Space oder aus dem Urlaub. Die Work-Life-Balance spielt eine enorme Rolle.

Die aktuelle IT-Freiberufler-Studie der IDG belegt diesen Trend: Mittlerweile arbeiten 54 Prozent der IT-Experten hierzulande auf freiberuflicher Basis.

Zudem habe ich festgestellt, dass in den letzten drei Jahren die Leistungsstunden pro Woche abgenommen haben. Statt fünf Tagen arbeiten immer mehr Selbstständige nur noch vier und widmen den Rest der Zeit eigenen Projekten. Nur wenn Firmen diese Freiheiten bieten, können sie die IT-Talente für sich gewinnen.

Der persönliche Kontakt zählt

Networking ist sehr wichtig für unsere Arbeit. Darum laden wir IT-Freelancer auch zu Bootsfahrten und Abendessen ein. Kandidaten und Freiberufler aus allen Branchen wollen besser verstehen, wer hinter dem Unternehmensnamen steckt. Welche Kultur herrscht im Unternehmen und welche Menschen arbeiten dort? Das ist mittlerweile nicht mehr nur den jüngeren Mitarbeitern wichtig. Wer als Unternehmen persönliche Begegnungen mit den gesuchten Experten schafft, hat einen deutlichen Vorteil im War for Talents.

Der Originalbeitrag erschien auf golem.de: https://www.golem.de/news/it-headhunter-reactjs-und-php-experten-verzweifelt-gesucht-1905-140802.html

Über unseren Kollegen Marco Nadol

Immer B2B-Business und eine Affinität zu Marktführern. Das hat Marco sein (Berufs-)Leben lang geprägt. Zuerst bei T-Mobile Deutschland, wo er Anfang der 2000er die ersten Blackberrys und Cards für Laptops an den Kunden gebracht hat (Kunden waren u. a. drei gewisse Samwer Brüder). Seit über 12 Jahren ist er nun bei Hays und ist für die Leitung der Berliner Niederlassung verantwortlich. Operativ vermittelt seine Einheit IT Freelancer bei Groß- und Mittelstandskunden und ist verstärkt in der Berliner Startup-Szene unterwegs.

 

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