Wer Social Media für die Personalgewinnung nutzen möchte, wird sich über kurz oder lang Gedanken darüber machen müssen, wie man neben der direkten Ansprache in Business-Netzwerken auch auf andere Weise die Aufmerksamkeit seiner Zielgruppe auf sich zieht. Die Zeiten, in denen man nur und ausschließlich auf zu besetzende Jobangebote verweist, werden bald vorbei sein.

Neue Wege durch "War for Talents"

Der demografische Wandel und der damit einhergehende "War for Talents" zwingen Arbeitgeber, neue Wege in der Kandidatenansprache zu gehen. Somit darf sich die jetzt auf den Arbeitsmarkt drängende Generation Y wohl als die am umfassendsten informierte und umworbene Generation betrachten (das Gleiche gilt selbstverständlich auch für ihren Vorgänger, die Generation X). Im Zuge von Employer Branding bieten nicht nur aufwändig gestaltete Filme einen Blick hinter die Kulissen der Unternehmen. Über weitere Kanäle, wie beispielsweise Facebook-Fanpages, Twitter- oder Google-Plus-Unternehmensseiten, versuchen Arbeitgeber, ihre Zielgruppe anzusprechen und zu binden. Doch was tun, wenn bereits über alle Abteilungen berichtet und auch der Bewerbungsprozess detailliert beschrieben wurde? Wenn sich der Corporate Content erschöpft hat? Aus meiner Sicht leben Social-Media-Plattformen von einem kontinuierlichen Strom an Informationen. Der Nutzer loggt sich ein, schaut darauf, was in seiner Timeline angesagt ist, und verweilt bei dem Thema am längsten, das ihn am meisten interessiert. Es empfiehlt sich also, neben förmlichen Unternehmensinformationen zielgruppenrelevanten Inhalten (beispielsweise Bewerbungstipps) durchaus auch Off-Topic-Themen zu veröffentlichen. Also eine Kombination aus Qualität und Quantität! Wir haben auf unserer Facebook-Fanpage einen beachtlichen Zuspruch mit Grüßen zu Pfingsten an unsere Fans erreicht. Einen weiteren positiven und somit viralen Effekt hatte das Foto einer Kaffeetasse, das an einem Montagmorgen mit besten Wünschen für einen erfolgreichen Wochenstart veröffentlicht wurde. Die Botschaft an unsere Fans war klar und authentisch und hat bewiesen, dass man sich auch mit kleinen Gesten austauschen kann.

Umfragen für mehr Interaktion

Ein weiteres nützliches Tool können auch Umfragen innerhalb der Community sein. Der aus diesem Mix entstehende Informationsfluss sichert Unternehmen nicht nur die gewünschte Aufmerksamkeit der anvisierten Zielgruppe, sondern lädt auch zum Dialog ein. Somit kann eine Kommunikation auf Augenhöhe zwischen beiden Parteien entstehen. Und so steht den nächsten Schritten, an deren Ende eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung stehen kann, nichts mehr Wege. Aus Unternehmenssicht muss allerdings eines klar sein: Das besprochene Vorgehen erfordert eine nicht unerhebliche Investition an Zeit und Ressourcen. Nach erfolgreicher Implementation wird sich dieses Investment allerdings auch wieder auszahlen – in Form von interessanten Bewerbungen.

Kommentare


  1. Juliane Ressen

    Einen weiteren Aspekt haben Sie außer Acht gelassen: Vor allem auch geschlossene Communities eignen sich sehr gut für den Aufbau von Beziehungen zu Talenten. Im Rahmen einer Seminararbeit bin ich dazu auf eine sehr interessante Studie gestoßen (http://goo.gl/RfgK1). Dort wird aufgezeigt, dass die Talente unzufrieden sind mit dem bisherigen Angebot von Bindungsmaßnahmen der Unternehmen, und sich zum Beispiel sehr gut vorstellen könnten, eine unternehmenseigene Community zu nutzen, um Kontakt zu den Unternehmen zu halten. Ich habe übrigens gerade gesehen, dass die Studie gerade erneut durchgeführt wird ( http://goo.gl/XVrfM).

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  2. Sebastian RahmSebastian Rahm

    Liebe Frau Ressen,

    haben Sie vielen Dank für Ihren Kommentar.

    Absolut richtig, auch geschlossene Communities können eine wertige Anlaufstelle sein. Besonders im IT-Umfeld, mit den vielen bereits bestehenden User-Groups, können Unternehmen den Dialog suchen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, vom reinen Sponsoring bis hin zur Einbindung/Konsultation in fachlichen Belangen.
    Das Schöne hierbei ist, dass die Interaktion aus dem Web in das reale Leben transferiert werden kann (Teilnahme an Veranstaltungen, etc).

    Vielen Dank auch für den Hinweis auf die Studie, ich habe diese bereits bestellt.
    Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Start in die Woche.

    Beste Grüße aus Mannheim,
    Sebastian Rahm

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