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Wenn ich morgens meine Newsfeeds bei XING, LinkedIn und Co. durchstöbere, vergehen nur wenige Minuten, bis ich über ein Blog- oder Social-Media-Update stolpere, das von einem hochkarätigen Geschäftsführer veröffentlicht wurde. Oftmals ist dies der Anlass, dass ich mir die Frage stelle: „Lohnt sich dieser Aufwand?“

Für Führungskräfte und Geschäftsführer ist jede Stunde des Arbeitstages wertvoll. Also sind 15 Minuten für die Aktualisierung von Social-Media-Profilen oder sogar für die Planung einiger Posts und Tweets verständlicherweise recht viel Zeit. Unweigerlich rutschen solche Aktivitäten auf der Prioritätenliste weit nach unten.

Offen gesprochen ist neben dem zeitlichen Aufwand jedoch auch oft Respekt ein wesentlicher Faktor. Viele Entscheidungsträger fühlen gern die Sicherheit der Autorität, entweder hierarchisch oder aus der Erfahrung gefertigt, die bei einer Massenkommunikation wie über Social Media jedoch nur schwer zu gewährleisten ist.

Social Media: der digitale Ozean

Somit ist es ein deutlich anderes Gefälle, das eigene Boot in den digitalen Ozean zu schieben. Denn die meisten Führungskräfte sind keine Digital Natives. Sie spüren, dass jüngere Fachkräfte souveräner sind, wenn es darum geht, durch diese Gewässer zu navigieren. Das sorgt dafür, dass sie nervös werden, Angst haben, Fehler zu machen und schlimmstenfalls ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren.

Allerdings – ich spreche hier aus persönlicher Erfahrung – ist es grundlegend wichtig, auch als Führungskraft eine konsequente und engagierte Social-Media-Präsenz zu pflegen. Hier sind die wichtigsten Gründe dafür:

1. Positionieren Sie sich und Ihr Unternehmen als Experten

In erster Linie verfolgt man das Ziel, dass die eigene Organisation in den jeweiligen Fachbereichen als „Go-to-Experte“ angesehen wird. Das Halten von Vorträgen bei Veranstaltungen, das Schreiben von Fachartikeln und die Bereitstellung von Werbekampagnen sind alles gute Möglichkeiten, die Unternehmensmarke auszubauen und das Engagement zu steigern. Streuen Sie diese Inhalte unbedingt auch über Ihre persönlichen Social-Media-Präsenzen.

Warum? Nun, laut dem Social CEO Report glauben 82 Prozent der Befragten, dass Personen mit einem „Executive Level“-Status auf Social Media Branchenexpertise und Führungsqualität ausstrahlen.

Nehmen Sie sich daher ein paar Minuten Zeit pro Tag, um einen Teil Ihrer Unternehmens- und Brancheninhalte mit Ihrem Netzwerk zu teilen. Sie sind sich nicht sicher, welchen Inhalt Sie am besten teilen sollten? Hören Sie in den Markt hinein und bereiten Sie nach Rücksprache mit Ihrer Marketingabteilung branchenrelevante Inhalte auf. Das Wichtigste hierbei ist: Schaffen Sie einen Mehrwert für Ihre Leser durch einzigartige Inhalte, die es an keiner anderen Stelle im Netz gibt.

Sie könnten sogar noch einen Schritt weiter gehen. Wenn Sie gern schreiben und ein paar Stunden am Wochenende Zeit haben oder auf Reisen sind, verfassen Sie einen Blog. Fangen Sie klein an und schreiben Sie zu Beginn über ein Thema, das Sie persönlich interessiert.

Zahlreiche Direktoren oder auch Vorstandsmitglieder von Hays sind mittlerweile als Autoren für unseren Hays-Blog tätig. In ihren Blogposts teilen sie mit unserer Leserschaft ihr Fachwissen und geben gleichermaßen nützliche Ratschläge für Kunden und Kandidaten, stets gepaart mit einer persönlichen Note.

2. Verdienen Sie sich das Vertrauen anderer

Wie unser CEO Alistair Cox in seinem kürzlich erschienenen Blogartikel sagte: „In dem heutigen stets vernetzten und umtriebigen Social-Media-Zeitalter müssen sich Führungskräfte wie noch nie zuvor einer öffentlichen (Über-)Prüfung stellen. Tagtäglich können all ihre Aktivitäten, gute wie schlechte, weltweit über das Internet beobachtet und überwacht werden.“

In der Tat ist das Vertrauen in viele Entscheidungsträger laut dem neuesten Edelman Trust Barometer in den letzten Monaten auf ein Rekordtief gefallen.

Eine effektive Nutzung von Social Media hilft Ihnen dabei, das Vertrauen Ihrer Zielgruppe zurückzugewinnen, auf- und auszubauen. Entsprechend dieser Infografik vertrauen über 80 Prozent der Kunden eher einem Unternehmen, dessen CEO und dessen Führungskräfte auf Social-Media-Kanälen aktiv sind.

Die Statistiken sprechen für sich. Es ist mittlerweile bekannt, dass Storytelling der Schlüssel zum Publikum ist und dass vertrauenswürdige Interaktionen stärker sind als klassische Werbung. Meiner Meinung nach gibt es für eine Organisation kein effektiveres Sprachrohr als den CEO, der persönlich in Social Media präsent ist und dadurch dem Unternehmen mehr Transparenz und Vertrauenswürdigkeit verleiht.

3. Interagieren Sie mit Ihren Kunden mit den richtigen Medien

Jüngste Statistiken zeigen, dass die überwiegende Mehrheit eher von einer Organisation kaufen würde, deren Markenwerte über Social Media kommuniziert werden. Das überrascht mich nicht.

Denken Sie daran, wenn Sie Ihre Content-Strategie festlegen. Greifen Sie auf Medien wie Blogs, Podcasts und Co. zurück und führen Sie dadurch direkt mit Ihrer Zielgruppe auf den jeweiligen Plattformen einen Dialog – tagein, tagaus. Nutzen Sie zudem Ihre persönlichen Kanäle, sprechen Sie effektiv in Ihrem eigenen Tonfall und teilen Sie so Ihre menschlichere Seite und die Ihres Geschäfts mit Ihrer Zielgruppe.

Kommunikation Social Media

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4. Ziehen Sie die besten Talente an Land

Es sind nicht nur Ihre Kunden, die an Ihrer Online-Präsenz interessiert sind. Vier von fünf Angestellten glauben, dass CEOs, die sich im Social-Media-Bereich engagieren, besser qualifiziert sind, um Unternehmen in der modernen Welt zu führen. Deshalb können Sie Social-Media-Plattformen nutzen, um sich als Arbeitgeber zu positionieren, der seinen Finger am Puls der Zeit hat und somit einen modernen Talentpool anspricht.

Doch nicht nur das. Sie können diese Plattformen auch verwenden, um zu zeigen, dass Ihr Unternehmen ein hervorragender Arbeitgeber ist, der mit seinen Mitarbeitern interagiert.

Egal ob es sich dabei um Mitarbeiterbilder handelt oder ob Sie einen Artikel über Employer Branding schreiben: Nutzen Sie all Ihre Ressourcen, um einen Einblick in die besten Aspekte des täglichen Lebens in Ihrer Organisation zu geben.

Mit gutem Beispiel voran

Entsprechend diesem Bericht von Social Media Today erhalten die Inhalte, die von unternehmenseigenen Mitarbeitern auf Social Media geteilt werden, achtmal mehr Engagement als diejenigen, die von den Unternehmenskanälen (Corporate Communications) direkt geschaltet werden.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie mit gutem Beispiel vorangehen und ein Vorbild für zukünftige Führungskräfte sind. Welchen besseren Weg als Social Media gibt es also, um direkt mit Kunden und Kandidaten in den Dialog zu treten? Das ist definitiv ein Ansatz, den wir für unser Business bereits erfolgreich nutzen.

Wertschätzen Sie Social Media als wichtiges Kommunikationsinstrument

Eine der bereichernden Konsequenzen der digitalen Erlebniswelt ist die Möglichkeit, die Umwelt um sich herum besser zu beeinflussen. Unternehmen arbeiten nicht in Isolation, sie sind ein wichtiger Teil der Wirtschaft und der Gesellschaft selbst. Eine Online-Plattform ermöglicht es Ihnen, Ideen, Werte und Initiativen zu unterstützen, die mit der Aktivität Ihres Unternehmens in Einklang stehen. In meinem Fall habe ich das Gefühl, dass ich die Gelegenheit habe (und auch die Verantwortung), Initiativen zu fördern, die zur Steigerung der Markenbekanntheit führen.

Eine ganz einfache, aber sehr wichtige Anmerkung noch zum Schluss: Wenn Führungskräfte ihr Wissen teilen, helfen sie anderen. Holen Sie sich jetzt selbst Ihren Wissensvorsprung (durch das Abonnement anderer Influencer) und geben Sie selbst Ihre wertvollen Erfahrungen weiter. Nur so werden Sie in der modernen und vernetzten Welt von morgen erfolgreich sein. Denn am Ende gilt immer noch die Faustregel: Wissen ist Macht.

Für mehr Informationen besuchen Sie unsere Studien-Seite.

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