©contrastwerkstatt - Fotolia.com

Von vielen Bewerbern gefürchtet und gleichzeitig ist es fast schon Standard: Vorstellungsgespräche auf Englisch! Entweder wird das ganze Gespräch auf Englisch geführt oder während des Jobinterviews wird wie selbstverständlich in die englische Sprache gewechselt. Als gut vorbereiteter Bewerber verfallen Sie dadurch jedoch nicht in Panik.

Ruhe bewahren und Sicherheit ausstrahlen

Das ist die Regel Nummer eins. Sollten Ihre Gesprächspartner mitten im Interview ins Englische wechseln, bleiben Sie ruhig, denken wenn nötig kurz nach und antworten dann ohne Umschweife auf Englisch. Denn in vielen solcher Situationen geht es Ihrem Gegenüber darum, herauszufinden, ob Sie spontan von einer in die andere Sprache wechseln können.

Wenn Sie sich nicht gerade als Dolmetscher beworben haben, ist es kein Beinbruch, sollten Sie kleine Fehler machen. Was ich jedoch negativ bewerte, ist Folgendes: Sie geben in Ihrem Lebenslauf „gute Englischkenntnisse“ an, ich wechsle während unseres Gespräches vom Deutschen ins Englische und bitte Sie, mir – zum Warm-up – etwas über Ihren letzten Job zu erzählen.

Anstatt zu antworten, sagen Sie etwas wie: „Ich bin mir jetzt nicht so sicher, wie man das im Englischen ausdrückt. Mein Englischkurs ist schon eine Weile her.“ Das gibt Minuspunkte! Daher: rein ins kalte Wasser und englisch sprechen.

Seien Sie also zum einen schon in Ihrem Lebenslauf ehrlich und bereiten Sie sich zum anderen auf eine solche Situation in Vorstellungsgesprächen vor.

Fließende Englischkenntnisse

Wenn Sie sich auf eine Position bewerben, bei der sehr gute oder verhandlungssichere Englischkenntnisse gefragt sind, können Sie davon ausgehen, dass das Vorstellungsgespräch auch Teile auf Englisch beinhalten wird. Das gilt ebenso, wenn die Stellenanzeige auf Englisch ausgeschrieben ist. Oder falls Sie sich bei einem amerikanischen oder britischen Unternehmen bewerben.

Hier ist die Wahrscheinlichkeit auch sehr hoch, dass Sie zwischendurch englisch sprechen müssen. Wenn das Gespräch dann nicht sogar ganz auf Englisch gehalten wird.

Auf all diese Situationen können Sie sich aber gut vorbereiten:

  • „Spickzettel“ Unternehmenshomepage: Schauen Sie bei der Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch, ob es die Unternehmenshomepage auch auf Englisch gibt. Das hilft Ihnen, ins Fachenglisch hineinzukommen. Und Fakten oder Unternehmensgeschichte müssen Sie sich nicht mühsam übersetzen, sondern lernen diese gleich auf Englisch. Manchmal stellen Firmen eine Unternehmenspräsentation auch in englischer Sprache zum Download bereit. Prima. Eine bessere Quelle werden Sie kaum finden.
  • Fachwörter und Synonyme: Jede Branche hat Ihre eigenen Fachbegriffe. Sollten Sie diese auf Englisch nicht kennen, schlagen Sie relevante Wörter vorher nach. Notieren Sie sich einfach alles, wovon Sie denken, es könnte Ihnen im Fachteil nützlich sein. Außerdem empfiehlt es sich, auch passende englische Synonyme zu (Fach-)Begriffen nachzuschlagen. Denn so wird Ihr Wortschatz erweitert und Sie können auch auf Englisch Ihr Wissen perfekt zum Besten geben.
  • Konjunktion ist König: Wollen Sie besonders eloquent wirken, lernen Sie Konjunktionen und deren korrekten Einsatz in der englischen Sprache. Nichts wirkt unsicherer als eine simple Aneinanderreihung von Hauptsätzen. Ein „nonetheless“, „however“ oder „additionally“ zum Beispiel macht Ihre Sätze rund, Ihr Englisch korrekt und schön anzuhören.

Vorstellungsgespräche_2

©Jacob Lund – Fotolia.com

Vorsicht, Kamera – Übung macht den Meister

Nachdem Sie sich nun eingehend vorbereitet haben, empfiehlt es sich, die Theorie auch in die Praxis umzusetzen. Das gilt natürlich nicht nur für englische Interviews, sondern für alle Gespräche. Doch gerade in einer Fremdsprache ist es ratsam, die niedergeschriebenen Notizen auch in Anwendung durchzuspielen.

Nehmen Sie sich also die Zeit und fragen Sie Freunde oder Familie, ob diese mit Ihnen die Gesprächssituation trainieren. Sollte gerade niemand Zeit haben, können Sie sich auch über Ihr Handy aufnehmen. Die Videokamera ist besonders hilfreich, denn Sie können sich nicht nur zuhören, sondern gegebenenfalls auch nervöse Gesten oder komische Mimik entdecken und für das kommende Gespräch ausmerzen. Sollten Sie sich zu unwohl führen, genügt Ihnen für die Sprachübung auch der Voice-Recorder.

Wenn Sie bestens vorbereitet mit Selbstvertrauen ins Gespräch gehen, werden Sie kaum bemerken, dass Sie sich nicht in Ihrer Muttersprache unterhalten!

Mehr Karrieretipps finden Sie auch in unserem Karriere-Center.

Über unsere Kollegin Katharina Hain

Nach ihrem Studium zur Diplom-Betriebswirtin an der Fachhochschule Ludwigshafen und der Tätigkeit als Product Manager bei einem Medizintechnikunternehmen startete Katharina Hain 2007 als Recruiter bei Hays.Katharina Hain_bearbeitet

Hier übernahm sie als Supervisor und schließlich Department Manager die Bereiche Construction & Property sowie Engineering im Rekrutierungsmanagement.

Ende 2014 wechselte sie im Rahmen einer Elternzeitvertretung für ein Jahr zu Hays Kanada, um in Toronto das Rekrutierungsmanagement aufzubauen. Seit Januar 2016 ist Katharina Hain nun zurück in Deutschland und führt ihre Aufgabe als Senior Abteilungsleiterin im Ingenieurbereich fort.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Artikel