Vergangenen Sonntag beim Brunch mit meiner Freundin quatschten wir mal wieder über Gott und die Welt. Unter anderem erzählte sie mir, wie mühselig sich ihre Jobsuche gestalte. Sie stellte mir dann die Frage: „Steffi, was für Möglichkeiten, abgesehen von den klassischen Varianten, habe ich denn noch? Hast du einen Tipp?“ Mir kamen die sozialen Netzwerke in den Sinn. Also schlug ich ihr vor, es über Twitter zu probieren. Ihre Antwort: „Via Twitter nach Jobs suchen?! Ich folge dort bisher nur Lady Gaga und RTL.“ Mit der Blog-Serie Karriereplanung mit Twitter gab Ihnen mein Kollege bereits eine Einführung in den Social-Media-Kanal Twitter. Heute möchte ich Ihnen „on top“ die Einsatzmöglichkeiten des Microblogging-Dienstes in Bezug auf die Arbeitgebersuche näherbringen.

Soziales Gezwitscher – am Puls der Zeit

Twitter ist weit mehr als nur ein Nachrichtendienst – es ist ein soziales Netzwerk. Hier wird sich ausgetauscht, es finden gesellschaftliche Diskussionen statt, manche nutzen die Plattform sogar als Online-Tagebuch und zwitschern über ihre Sorgen, Ängste und Gedanken. Soziales Netzwerk = Social Recruiting? Was für ein Potenzial bietet mir diese Plattform gerade im Bereich der Jobsuche? Kann ich damit überhaupt Arbeitgeber erreichen geschweige denn direkt ansprechen? Und wie finde ich via Twitter überhaupt passende Jobs bei meinem Traumarbeitgeber? Schauen wir uns dazu zuerst einmal die Grundlagen von Twitter an.

Verwendung der Twitter-Suche

Innerhalb des Microblogging-Dienstes werden viele verschiedene Möglichkeiten angeboten, die Twitter-Suche zu verwenden. Egal ob man gezielt nach Tweets von potenziellen Arbeitgebern suchen oder laufenden Gesprächen rund um Karriere und Bewerbung folgen möchte – alles ist machbar. [caption id="attachment_2588" align="alignleft" width="300"]Quelle: Twitter Quelle: Twitter[/caption] Durch die Eingabe von Hashtags (#) oder gezielten Themenschlagwörtern in das Suchfeld auf der Startseite erhält man erst einmal eine Übersicht darüber, was der Nachrichtendienst zu den eingegebenen Kriterien zu bieten hat. Im zweiten Schritt kann man sich diese Ergebnisse dann separat nach den Kategorien Personen, Fotos, Videos, Neuigkeiten und Timelines sortiert anzeigen lassen. Zusätzlich bietet Twitter auch noch eine erweiterte Suche an, bei der die hauseigenen Twitter-Operatoren in Verbindung mit Schlagwörtern gezielt zu einem optimalen Searchstring zusammengebaut werden können. Wenn dann der „perfekte“ Suchlauf für zum Beispiel IT-Software-Entwicklung gefunden ist, bietet Twitter zusätzlich die Option, bis zu 25 Suchen im Account zu speichern. Noch dazu filtert der Nachrichtendienst die jeweiligen Suchergebnisse für interessante Tweets und Accounts, damit diese stets möglichst relevant bleiben. Probieren Sie es aus! Machen Sie sich mit den Suchfunktionen vertraut, halten Sie Ausschau nach potenziellen Karrierekanälen oder Mitarbeitern Ihres Traumarbeitgebers und folgen Sie deren Tweets. So erhalten Sie nicht nur Neuigkeiten in Realtime, sondern können bei interessanten Tweets auch direkt mit relevanten Personen in Dialog treten.

Mit 140 Zeichen zum neuen Job?

Der News Stream ist voll mit Tweets von potenziellen Arbeitgebern, doch was nun? Mein Tipp: Reagieren Sie! Antworten Sie auf Tweets, die Ihr Interesse geweckt haben. Hieraus kann ein interessanter Austausch erwachsen. Die Nachrichten müssen nicht lang sein – der Inhalt zählt. Gehen Sie in die Offensive und verkaufen Sie sich in wenigen Worten. Nutzen Sie zum Beispiel auch die Tweet-Funktion um auf sich selbst aufmerksam zu machen: Lassen Sie die Welt teilhaben an Ihrer fachlichen Expertise. Im zweiten Teil folgt der Erfahrungsbericht meiner Freundin und ein Einblick in die hauseigenen Twitter-Analytics.

Kommentare


  1. Christopher

    Das ist wirklich ein spannender Artikel. Ich denke auch, dass eine Kontaktaufnahme mit einem potentiellen Arbeitgeber bereits vor der Bewerbung durchaus Vorteile für Bewerber mit sich bringen kann. Nicht nur deshalb, weil vorab bereits mögliche Fragen geklärt werden können, sondern auch weil eine vorherige Kontaktaufnahme das Schreiben einer Bewerbung etwas leichter machen kann (bspw. direkter Ansprechpartner, direkter Bezug im Bewerbungsanschreiben auf den Austausch auf Twitter, ggf. zusätzliche Hintergründe, welche in der Bewerbung berücksichtigt werden können). Das setzt allerdings auch voraus, dass auf Seiten des Arbeitgebers entsprechende Ressourcen zur Verfügung stehen, die einen zeitnahen Austausch auch möglich machen. Spannend finde ich darüber hinaus die Möglichkeit, bereits mit einem entsprechenden Twitter-Profil einen ersten, kompetenten Eindruck vermitteln zu können. Ich bin schon sehr auf den zweiten Teil der Artikelserie mit dem Erfahrungsbericht und dem Einblick in die Twitter-Analytics gespannt!

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  2. Stephanie Röth

    Hallo Christopher,
    vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihr positives Feedback. Das freut mich sehr!
    Ich sehe das ähnlich wie Sie. Die jeweiligen Karriere-Channels potenzieller Arbeitgeber auf Twitter bieten einem oftmals nicht nur zahlreiche Informationen zum Unternehmen (wie z.B. aktuelle Pressemitteilungen, Mitarbeiter-Erfahrungsberichte, Jobangebote, etc.) sondern eben auch eine schnelle Kontaktaufnahme und Kundenservice. So können vorab mögliche Fragen geklärt werden und man geht mit einem guten Gefühl in den jeweiligen Bewerbungsprozess hinein. Viele Grüße, Stephanie Röth

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  3. Engermann

    Das Service von Xing ist für Unternehmen viel wichtiger als Twitter …
    Twitter selbst ist ja in Deutschland nicht so verbreitet, wenn dann Facebook… ansonsten schöner Artikel

    Liebe Grüße aus Bonn
    Manfred Engermann

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