Der Begriff Künstliche Intelligenz ist seit einigen Jahren allgegenwärtig. Dabei setzen erst 6 Prozent der deutschen Unternehmen KI-Lösungen ein. Auch wenn KI in den meisten Unternehmen aktuell noch leichte Aufgaben übernimmt, planen bereits 22 Prozent von 600 befragten Unternehmen den Einsatz von KI. Im Vorjahr waren es noch 9 Prozent laut einer Studie der Bitkom.

Aktuell fehlt es den Unternehmen jedoch oftmals an notwendigem Know-how, um geeignete Anwendungsfälle für KI-Lösungen zu entwickeln und auch tatsächlich umzusetzen. Unternehmen sollten sich also überlegen, wie sie künftig die richtigen KI-Experten finden und an sich binden.

Was bedeutet KI?

KI sind Computersysteme oder Maschinen, die Aufgaben ausführen, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern. Die meisten Versuche, KI-Lösungen zu entwickeln, beruhen heute auf Machine Learning. Machine Learning ist ein Teilbereich der künstlichen Intelligenz. Mithilfe des maschinellen Lernens werden IT-Systeme in die Lage versetzt, auf Basis vorhandener Datenbestände und Algorithmen Muster und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und Lösungen zu entwickeln.

Da die Definition von Intelligenz komplex ist, hilft es, zwischen schwacher und starker Intelligenz zu unterscheiden und sich beide auf einer Skala vorzustellen. Schwache Intelligenz bezieht sich auf Systeme, die in der Lage sind, sehr spezifische Aufgaben zu erfüllen, wie z. B. das Erkennen von Spam-E-Mails. Starke Intelligenz hingegen ist in der Lage, ein ganzes Spektrum an Aufgaben zu erledigen, wie z. B. die visuelle Wahrnehmung, verbale Kommunikation oder Empathie. Das autonome Fahren ist ein Beispiel für eine relativ starke KI.

Digitale Transformation als Antreiber von Innovationen

Der Grund, warum KI so viele Diskussionen beherrscht und auch Emotionen weckt, liegt darin, dass wir in unserem Leben mehr Veränderungen erleben als jede Generation zuvor. Eine der größten Veränderungen, die sowohl Unternehmen als auch Menschen beeinflusst: die digitale Transformation.

Die digitale Transformation beschreibt die Veränderung auf Basis von digitaler Technologie und ihrer Nutzung in unserem täglichen Leben.

„Digitale Transformation ist nicht der reine Roll-out von Technologie. Erfolgreiche digitale Transformation ist das veränderte Verhalten von Menschen auf Basis neuer Technologie.“

Viele der Innovationen und Technologien, die die digitale Transformation vorantreiben, basieren auf Künstlicher Intelligenz. Ein Beispiel dafür ist die Fraud Detection, wie sie im Banken- und Versicherungswesen eingesetzt wird, um Betrugsversuche rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden.

KI-Experten, made in Germany?

Doch wer wird den Einsatz von KI möglich machen? Gibt es in Deutschland überhaupt die nötigen Experten? Erst seit wenigen Jahren gibt es dedizierte Studiengänge, die den Namen KI tragen.

Zu einer der führenden Adressen zählt das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Saarbrücken und Kaiserslautern.

Auch am KIT in Karlsruhe, an der TU München und am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam wird zum Thema KI geforscht. Oft handelt es sich bei den Experten um Doktoranden, die sich im Rahmen von Studienarbeiten viel mit Statistik beschäftigen. Doch auch abseits der Top-Adressen, zu denen ebenfalls die großen internationalen Tech-Giganten wie Google, Facebook, Microsoft, Amazon, Tencent, Baidu und Alibaba gehören, gibt es Menschen, die im Selbststudium und durch Projekteinsätze in verwandten Gebieten ihre KI-Expertise aufgebaut haben. Oftmals nennen sie sich aber nicht KI-Experten, sondern z. B. Data Scientists. 

Was Unternehmen bedenken müssen, wenn sie nach KI-Experten suchen: Man muss unterscheiden zwischen Menschen, die den notwendigen technischen und statistischen Hintergrund haben. Diese können die Projekte technisch umsetzen.

Und dann braucht es Menschen, die neben dem Verständnis für das Technische (ohne zwingend selbst programmieren zu können) den Business-Blick haben und KI-Projekte sinnvoll konzipieren und vorantreiben können.

Ein typischer Prozess für das Aufsetzen von KI-Lösungen im Unternehmen sieht oftmals wie folgt aus:

  1. Definition der Vision und des Ziels von KI & Analytics im Unternehmen
  2. Identifikation von Anwendungsfällen, die für das Unternehmen Wert generieren
  3. Pilotierung der Anwendungsfälle (oft mit externen Ressourcen)
  4. Industrialisierung/Skalierung der Anwendungsfälle und Umbau der Organisation (das erfordert dedizierte Teams für KI, Talentstrategie, die Governance der KI Projekte, die Schaffung technologischer Grundlagen, z. von Plattformen und Daten)
  5. iterative Entwicklung von weiteren Anwendungsfällen mit den Lebenszyklusphasen „ideate“, „experiment“, „industrialize & operate/maintain“ + Weiterentwicklung der Organisation

Vor dem Einsatz von KI-Projekten müssen viele Unternehmen jedoch zunächst die Grundlagen schaffen, d. h. die vorhandenen Daten richtig aufbereiten und anschließend Aufgaben und Prozesse automatisieren. Letzteres übernehmen Experten in RPA (Robotic Process Automation).

KI im Recruiting

Hays kann dabei helfen, die richtigen Experten zu finden, passend zu dem KI-Reifegrad, in dem sich das Unternehmen gerade befindet. Wie? Indem wir selbst KI im Recruitingprozess einsetzen. Wir nennen es „Find & Engage“.

Bei „Find“ geht es darum, die richtigen Talente im Internet zu finden, über Content und Targeting effizient anzusprechen und die Daten konform in die eigenen Systeme zu überführen. Diese Mensch-Maschine-Interaktion müssen moderne Recruiter heute verstehen und sie müssen auch die entsprechenden Systeme beherrschen können.

Unter der Phase „Engage“ verstehen wir das auf Basis von Analytics und Social Signals ausgelöste Ansprechen von potenziellen Kandidaten zur richtigen Zeit über digitale und analoge Kanäle mit dem passenden Inhalt, gefolgt von einem Stellen- bzw. Projektangebot.

Das Entscheidende dabei ist, dass nur diejenigen Prozesse im Recruitingprozess automatisiert werden, bei denen zwischenmenschliche Interaktion und Empathie nicht wichtig sind. Spätestens beim Kennenlernen ist wieder der Recruiter gefragt, der sich dank KI umso mehr auf die Kunst im Recruiting fokussieren kann – das passgenaue Matching zwischen Kandidat und Kunde.

Sie suchen aktuell einen KI-Experten? Dann kontaktieren Sie uns hier.

Über unseren Kollegen Stephan Rathgeber

Stephan Rathgeber ist seit Februar 2018 in verschiedenen Rollen Treiber der digitalen Transformation der Hays AG.

In seiner momentanen Rolle als Head of Digital Consulting & Sales entwickelt und treibt er innovative Lösungen für die Experten-Rekrutierung, den digitalen Vertrieb und die Beratung des Top Managements unserer Kunden voran.

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