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Die Art und Weise, wie sich Unternehmen gegenüber potenziellen Bewerbern präsentieren, hat sich stark verändert. Doch egal ob Virtual Reality-Tour durch das Büro oder neue Bewerbungsformen via Snapchat (Snaplications): Die Stellenanzeige wird immer eine Schlüsselrolle bei der Anwerbung von Talenten spielen – deshalb sollte diese so überzeugend wie möglich sein.

Was mir aktuell häufig auffällt im Dschungel an SEO-optimierten Stellenanzeigen: Die meisten Stellenausschreibungen setzen sich aus einer Aneinanderreihung von eingängigen Worthülsen zusammen. Dies ist sicherlich der vermeintlich einfachste und schnellste Weg, um die Alleinstellungsmerkmale und Vorteile des Arbeitgebers ins rechte Licht zu rücken und beim Google-Ranking eine solide Position zu erreichen.

Problematisch wird es allerdings, wenn Sie diese leeren Phrasen zu oft verwenden und die Stellenanzeige fast ausschließlich aus verbrauchten Redewendungen besteht. Wenn Sie den Bewerbern hingegen im Gedächtnis bleiben möchten, sollten Sie Ihrer Stellenausschreibung mehr Substanz durch Authentizität verleihen. So wandeln Sie gängige Phrasen in überzeugende Formulierungen um:

Die Top 4 Klischee-Floskeln in Stellenanzeigen

1. "Aufgeschlossenes Team"

Zu Beginn eine Phrase, die auf den ersten Blick zwar positiv scheint, jedoch nicht sonderlich überzeugt. Bewerber stoßen bei ihrer Jobsuche ständig auf Stellenanzeigen, in denen Unternehmen mit ihrem „aufgeschlossenen Team“ werben. Stechen Sie aus der Masse hervor, indem Sie konkrete Beispiele dafür liefern, was genau Ihr Team so besonders macht. Zum Beispiel:

  • „Werden Sie Teil unseres sechsköpfigen Teams, das nicht nur während der Arbeitszeiten, sondern auch außerhalb des Büros gerne Zeit miteinander verbringt.“
  • „Immer freitags gehen wir gemeinsam in die Mittagspause und planen alle drei Monate Ausflüge mit dem gesamten Team.“

Wichtig ist, dass sich der Bewerber ein Bild von seinen potenziellen Kollegen machen kann und Lust darauf bekommt, Teil dieses Teams zu werden. Das erreichen Sie am besten, indem Sie konkret beschreiben, was genau sie tun, um eine dynamische und interaktive Atmosphäre zu schaffen.

2. „Offene und teamorientierte Unternehmenskultur“

Wieder ein Merkmal, das scheinbar jedes Unternehmen zu besitzen vermag, aber der Bewerber sich hierunter nichts Besonderes vorstellen kann.

Was genau macht Ihre Unternehmenskultur offen und teamorientiert? Ist der Grund dafür der, dass Ihre Mitarbeiter nicht isoliert vor sich hin arbeiten, sondern in Teams agil zusammenwirken? Oder sind es die Mitarbeiter aus unterschiedlichen Führungsebenen, die ihr Wissen untereinander austauschen und in Roundtables so zu Ihrer offenen und teamorientierten Unternehmenskultur beitragen?

Manche Unternehmen verfügen beispielsweise über Reverse Mentoring-Programme oder führen Feedback-Gespräche mit ihren Mitarbeitern. Was auch immer Ihre offene und teamorientierte Unternehmenskultur ausmacht, bringen Sie es zu Papier und veranschaulichen Sie es für Ihre Bewerber.

Offene Unternehmenskultur_Stellenanzeige

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3. „Aufstrebendes Unternehmen“

Verstehen Sie das nicht falsch: Natürlich sollten Sie Ihren Bewerbern klar machen, dass sie Teil eines aufstrebenden Unternehmens werden können. Aber auch hier sollten Sie mehr ins Detail gehen. Inwiefern wächst Ihr Unternehmen? Baut es sein Produkt- und Angebotsportfolio aus? Vergrößert es seine Belegschaft oder geografische Reichweite? Oder wächst es gar in allen genannten Bereichen? Wie ist es zu diesem Wachstum gekommen? Und noch viel wichtiger: In welchem Zusammenhang steht dies zu der ausgeschriebenen Stelle? Zum Beispiel:

  • „Unser Unternehmen ist seit seiner Gründung vor 25 Jahren stetig gewachsen. In den letzten zehn Jahren haben wir unser Angebotsportfolio in Europa kontinuierlich ausgebaut und optimiert."
  • "Erst letztes Jahr eröffneten wir deutschlandweit neun Niederlassungen. Für die Betreuung unserer weltweiten Kunden an diesen Standorten suchen wir eine Führungskraft für unsere Marketingabteilung.“

Verkaufen Sie sich nicht unter Wert, indem Sie Ihr Unternehmen schlicht als aufstrebend bezeichnen. Nutzen Sie die Chance, Ihre Unternehmensgeschichte zu erzählen und Ihre Bewerber damit zu beeindrucken.

4. „Zukunftsorientiertes Unternehmen“

Auch das ist ein wichtiges Attribut Ihres Unternehmens, das Sie bei der Formulierung von Stellenausschreibungen einbringen sollten – aber eben überzeugend! Zukunftsorientierte Bewerber werden ungern für ein möglicherweise rückständiges Unternehmen arbeiten, denn das würde sich negativ auf ihre eigene Karriereplanung auswirken. Sie brauchen die Gewissheit, dass ihr potenzieller Arbeitgeber innovativ und wettbewerbsfähig ist. Doch ebenso wie die vorigen Beispiele kann auch die Phrase „zukunftsorientiertes Unternehmen“ ohne stützende Argumente auf die Black List gesetzt werden.

Wie also können Sie beweisen, dass Ihr Unternehmen sehr wohl den Finger am Puls der Zeit hat? Veröffentlichen Sie Inhalte zu Zukunftstrends und vielversprechenden Entwicklungen, in denen Sie Ihre Vorreiterposition zum Ausdruck bringen? Gibt es Presseberichte oder Interviews mit der Geschäftsleitung Ihres Unternehmens, in denen diese ihre qualifizierte Meinung zum industriellen Wandel kundtut? Haben Sie mit Produktweiterentwicklungen oder Angebotserweiterungen auf diesen Wandel reagiert? Können Sie somit beweisen, dass Ihr Unternehmen auf dem Markt eine Vorreiterrolle einnimmt, zeugt das allein davon, dass Ihr Unternehmen zukunftsorientiert ist.

Es ist schon richtig anzunehmen, dass alle oben genannten Phrasen widerspiegeln, wonach Bewerber bei der Jobsuche Ausschau halten. Verwenden Sie diese Formulierungen folglich weise und clever, um die Besten für Ihr Unternehmen zu finden.

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