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Welcher Fachbereich kennt das nicht: Sie brauchen dringend einen neuen Mitarbeiter, schreiben die gewünschte Stelle aus und als Reaktion erhalten Sie zu wenige oder völlig ungeeignete Bewerbungen zurück. Die Zeiten von „Post & Pray“, Anzeigen zu schalten und auf Bewerber zu hoffen, sind vorbei. Lesen Sie hier, wie Sie heute erfolgreich rekrutieren.

Laut des ICR Recruiting Reports 2018 gaben 95 Prozent der Arbeitgeber 2016 an, Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung mit passenden Kandidaten zu haben. Das kennen Sie? Ermöglichen Sie durch Social Media und Mobile Recruiting eine verbesserte Candidate Experience, um Stellen erfolgreicher zu besetzen.

Social Media Recruiting: Was genau bedeutet Recruiting in sozialen Medien?

Die Möglichkeiten der Online-Rekrutierung sind immens: Rund 90 Prozent der Deutschen sind online und rund 80 Prozent nutzen das Internet täglich. Im Schnitt sind diese 149 Minuten online, vorwiegend mobil. Also sollten Sie als potenzieller Arbeitgeber dort sein, wo sich die Kandidaten aufhalten. Und diese schauen sich nicht mehr nur Katzenvideos an.

Die Idee dahinter: Wichtige Lebensentscheidungen werden heute online getroffen. Dies betrifft die Suche nach dem nächsten Urlaub, einer neuen Wohnung genauso wie die Jobsuche; daher sucht mittlerweile ein Großteil der Kandidaten primär nur noch online nach dem nächsten Karriereschritt. Aber was ist mit den Kandidaten, die nicht aktiv auf Jobsuche sind, also nur „latent wechselwillig“? Diese wichtige Kandidatengruppe kann über soziale Medien wie Xing, LinkedIn, Facebook oder die Google X Ray Search gesucht, identifiziert und angesprochen werden mittels Active Sourcing.

Paradigmenwechsel im Recruiting: Wir haben einen Kandidatenmarkt

Aufgrund des Fachkräftemangels hat sich der Markt branchenspezifisch stark zugunsten des Kandidaten gewandelt. Jede sechste Stellenausschreibung richtet sich laut StepStone Fachkräfteatlas 2017 an IT-Spezialisten. 7 von 10 qualifizierten Kandidaten werden durchschnittlich einmal oder mehrmals pro Woche angesprochen, im besonders hart umkämpften IT-Bereich sogar noch mehr.

Hierbei stimmen jedoch leider nur 3 von 10 Unternehmen die Direktansprache geringfügig auf den identifizierten Kandidaten ab, der Großteil sind Massenmails, die mit Copy-and-paste erstellt werden.

Hier ist also Fingerspitzengefühl gefragt. Allerdings wird Active Sourcing nur selten als alleinige Aufgabe betrachtet. Laut ICR Active Sourcing Report 2017 machen 52 Prozent der Recruiter Active Sourcing als Teil ihrer sonstigen Tätigkeiten mit.

Active Sourcing: Die richtige Ansprache machtʼs!

Daher ist die zielgruppengerechte und vor allem individuelle Ansprache entscheidend für eine gute Response Rate. Das A und O: Auch wenn die Zeit manchmal knapp ist, als Active Sourcer sollten Sie sich immer die Zeit nehmen, das jeweilige Stellenprofil zu studieren, um dem Kandidaten eine seinen Fähigkeiten und Erfahrungen entsprechende Stelle anzubieten.

So vermeiden Sie, dass Sie einem erfahrenen Projektleiter, der in seiner Jugendzeit mal Cobol programmierte, eine Junior-Developer-Stelle als „spannende Herausforderung“ anpreisen.

Nehmen Sie beim Active Sourcing Bezug auf eine gemeinsam besuchte Hochschule oder ein gemeinsames Hobby. Wenn der Einstieg gelungen ist, tauschen Sie sich über die Stelle aus. Stellen Sie die persönlichen Vorteile für den Kandidaten heraus und überzeugen Sie ihn damit von einem bisher nicht geplanten Stellenwechsel.

Ganz wichtig: Nicht immer ist alles an der neuen Position großartig. Bleiben Sie realistisch.

Interview Active Sourcing

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Seien Sie mutig bei der Stellenbeschreibung

Jeder Arbeitnehmer weiß, dass es in jedem Job auch Tätigkeiten gibt, die nicht besonders aufregend sind, sondern einfach dazugehören. Zeigen Sie folglich also Ecken und Kanten. Die Deutsche Bahn hatte z. B. eine interessante Kampagne veröffentlicht, in der sie auf die vielfältigen Berufe hinwies, dort aber auch Bilder von Anzeigen verspäteter Züge mit dem Hinweis „Wir sind nicht perfekt, aber wir arbeiten daran“ vorkommen ließ. Das wirkt ehrlich und sympathisch. Seien Sie also mutig bei der Vorstellung der Position und des Unternehmens und vor allem realistisch.

Ein gelungenes Employer Branding wirkt zum Beispiel authentisch, wenn Sie Ihre Mitarbeiter zu Wort kommen lassen. Verpackt in auflockernde Anekdoten berichten diese aus ihrem Alltag im Unternehmen und gewähren einen Blick hinter die Kulissen. Anhand kurzer Storys können Sie somit für Inspiration sorgen, wecken Interesse und machen sich so als attraktiver Arbeitgeber einen Namen. Wer authentisch kommuniziert und unverfälschte Einblicke in den Alltag gewährt, wird bei Kandidaten entsprechend positiv wahrgenommen.

Trotz Active Sourcing: Unterschätzen Sie nicht die Macht von Netzwerken

Trotz aller Mühe beim Anschreiben oder beim ausgefeiltesten Employer Branding: Nicht immer passt der Kandidat wirklich zu der zu besetzenden Stelle. Also absagen und vergessen? Auf keinen Fall!

Bauen Sie sich lieber ein professionelles Netzwerk mit interessanten Kandidaten auf, halten Sie Kontakt und etablieren Sie langfristige Beziehungen. Dies zahlt sich gerade in Zeiten des Fachkräftemangels aus, denn denken Sie immer daran: „Man sieht sich immer zweimal im Leben!“

Über unsere Kollegin Julia Korf

Nach Ihrem Studium zur Volkswirtin an der WWU in Münster, startete Julia 2013 bei Hays in der Rekrutierung von freiberuflichen und festangestellten Spezialisten.

Sie unterstützte aktiv beim Aufbau des neuen Sourcing Centers in Essen, übernimmt als Senior Active Sourcing Specialist für den Bereich RPO sowohl operatives als auch strategisches Recruiting und ist verantwortlich für die Weiterbildung und Schulung der Mitarbeiter im Bereich Social Media Recruiting & System Trainings.

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