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Soziale Netzwerke wie bspw. XING sind für Jobsuchende nicht mehr wegzudenken. Hier haben Sie die Möglichkeit, Recruitern oder zukünftigen Chefs bereits vor der Bewerbung einen ersten Eindruck von Ihrer Person, Ihren Fachkenntnissen und Erfahrungen zu vermitteln. Lesen Sie hier, wie Sie potenzielle Arbeitgeber auf Ihr XING-Profil aufmerksam machen und sich eine professionelle digitale Persönlichkeit aufbauen:

Auch wenn viele Unternehmen nach wie vor auf Anschreiben und CVs bestehen, erhalten Personaler ferner Eindruck über die Person hinter der Bewerbung über Ihre Social Media-Kanäle. Betrachten Sie Ihr XING-Profil folglich als digitale Visitenkarte und verwenden Sie für deren Pflege ausreichend Zeit. So optimieren Sie Ihr XING-Profil für Recruiter und geben Ihrer Karriere einen Boost:

1. Bearbeiten Sie Ihre Visitenkarte

Mit einem Klick auf "Visitenkarte bearbeiten" auf Ihrer XING-Profilseite können Sie die wichtigsten Informationen auf einen Blick angeben und auswählen. Aktualisieren Sie hier Ihren Arbeitgeber, Ihre Stellenbezeichnung, Ihren Arbeitsort und Ihre Kontaktdaten.

2. Zeigen Sie sich auf XING: Ihr Profilfoto

Auch wenn es streng genommen nicht zwingend notwendig ist, sorgt ein ansprechendes Profilbild nach wie vor für Klicks auf Ihrem Profil. Wird schon das Profilbild nicht oder eher nachlässig gepflegt, entsteht beim Betrachter der Eindruck, dass auch der Rest des Profils – und ergo der Karriere – nicht aktuell oder aussagekräftig ist. Die Folge: Mangelndes Interesse.

Die meisten Profilbilder zeigen Kopf und Schulterpartie, wer dem neuesten Trend folgen will, lässt vom Fotografen einen Headshot anfertigen. Diese (zugegeben meist recht kostspielige) Variante finde ich sehr ansprechend, weil sie persönlicher wirkt als die allseits verbreiteten „normalen“ Profilbilder. Dabei gilt wie auch bei herkömmlichen Profilbildern: eher auf helle, freundliche Farben zurückzugreifen und den Hintergrund neutral zu halten.

3. Ihre bisherige Karriere auf XING: Erstellen Sie ein aussagekräftiges Profil

Die Qualität Ihrer Profilangaben ist ausschlaggebend für das Auftauchen in den Suchergebnissen der Recruiter. Weiterhin durchsucht XINGs Algorithmus den „Ich biete“- und den „Ich suche“-Bereich, sodass Sie auch hier auf Aktualität und Vollständigkeit der Angaben achten sollten.

Nutzen Sie den Platz im „Ich biete“- und den „Ich suche“-Bereich sinnvoll, Qualität schlägt Quantität. Verzichten Sie bei Ihrer Selbstvermarktung dennoch auf leere Worthülsen wie "nette Kontakte" oder auf allgemeine Soft Skills wie "Teamfähigkeit"; dies setzten Personaler schlicht voraus. Füllen Sie die Felder hingegen möglichst kreativ und genau aus, bspw. "Suche Job als Marketingspezialist/Marketingspezialistin/Marketeer/Marketing-Spezialist/Marketing-Spezialistin im Bereich Big Data" etc.

Nutzen Sie das Wissen sinnvoll, dass XING nicht nur Ihre Profildetails durchsucht. Wählen Sie Begriffe für den „Ich biete“- und den „Ich suche“-Bereich, mit denen ein Recruiter nach Ihnen suchen könnte. Das können für Ingenieure beispielsweise Tools wie „Catia V6“, Werkstoffe („Kunststoff“, „Stahl“ etc.) oder Themengebiete sein. Auch Tätigkeiten wie „Konstruktion“, „Berechnung“ und so weiter können Sie hier mit aufführen. Verwenden Sie dabei auch ein bis zwei verschiedene Begriffe aus derselben Wortfamilie oder andere Schreibweisen („Konstruktion“, „Konstrukteur/-in“, „Konstruktionsingenieur/-in“). Damit erhöhen Sie Ihre Auffindbarkeit im Netz und werden Mitgliedern vorgezogen, die hier beispielsweise nur Einmalnennungen im Profil verwenden.

Ich-biete-Ich-suche-XING

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Unter "Berufserfahrung" beschreiben Sie Ihren beruflichen Werdegang inklusive aller bisherigen Stationen und Tätigkeitsfeldern. Ziehen Sie dabei nicht nur den aktuellen Arbeitgeber in Betracht, sondern widmen Sie sich auch den vorherigen. Nutzen Sie dabei auch das freie Textfeld, um Ihre Tätigkeitsschwerpunkte herauszuarbeiten und um Erfolge aufzuzeigen. Dabei sollten Sie darauf achten, dass jede aufgeführte Stelle mit Leben gefüllt ist und der Leser spezifische Kompetenzen herauslesen kann. Orientieren Sie sich grob an dem Zeitraum, den die jeweilige Position umfasst. So sollten Sie eine Stelle, die Sie mehrere Jahre innehatten, ausführlicher beschreiben als Ihre einjährige Erfahrung als Trainee.

Wenn Sie zudem die Möglichkeit haben, ein Portfolio – eine extra Seite in Ihrem Profil, über die Sie sich mit Text und Bild darstellen können – anzulegen, nutzen Sie dies. Ebenso wie die Angabe über  Zusatzinformationen für Recruiter. Füllen Sie Ihr Profil komplett aus, denn vollständige Profile werden in den Suchergebnissen immer bevorzugt angezeigt.

Je detailliertere Informationen Sie Recruitern zur Verfügung stellen, desto ein genaueres Bild von Ihren Kenntnissen und Fähigkeiten können Sie diese machen und Ihnen entsprechende Stellenangebote vorschlagen.

4. Verwenden Sie wichtige Keywords mehrfach – und werden so gefunden

Apropos Auffindbarkeit: Wenn Sie gefunden werden möchten, sollten Sie Ihr Profil in den Einstellungen öffentlich sichtbar machen. Dann werden Sie nicht nur von XING-Mitgliedern gefunden, sondern erscheinen auch in der Google-Suche. Und auch hier zahlt sich Beharrlichkeit aus: Je öfter ein Schlagwort in Ihrem Profil vorkommt, desto weiter oben sind Sie in den Suchergebnissen zu finden. Dabei sollten Sie jedoch nie die Verschlagwortung der Qualität vorziehen, das kann zuweilen unpersönlich und verzweifelt wirken. Extrahieren Sie also wichtige Keywords und verwenden Sie diese mehrfach, auch synonym. Unwichtigere Keywords können Sie dementsprechend weniger oft verwenden.

Geben Sie zudem auch Ihre weiteren Online-Auftritte im Netz an unter "Weitere Profile im Netz". Dies können Blogs, Websites oder weitere Social Media Kanäle sein. Je öfter Sie von Suchmaschinen "erkannt" werden, desto höher werden Sie gerankt seitens Google & Co.

5. Engagieren Sie sich in Gruppen und pflegen Sie Ihre Kontakte

Auf XING gibt es zahlreiche Fachgruppen, denen Sie beitreten und in denen Sie zum jeweiligen Thema diskutieren oder sich informieren können. Auch diese Aktivität zahlt auf Ihre Auffindbarkeit in den Suchergebnissen ein, also nutzen Sie die Gelegenheit zum Netzwerken! Hierin besteht der größte Vorteil von Social-Media-Netzwerken gegenüber reinen CV-Datenbanken: Sie können Ihr Fach-Know-how unter Beweis stellen und sich mit Gleichgesinnten austauschen. Oft ergeben sich aus Beteiligungen an Diskussionen Profilbesuche, Gespräche und Kontaktanfragen – also genau das, was Sie mit Ihrem Profil bewirken möchten.

Denn immerhin bezeichnet sich XING selbst als Karriere-Netzwerk. Es lohnt sich also, in der Frühstückspause ein wenig Zeit zu investieren und News oder Gruppenbeiträge aus Ihrem Fachgebiet zu lesen und zu kommentieren – oder dem ehemaligen Kollegen zum Geburtstag zu gratulieren. Auf alle Fälle: Bleiben Sie aktiv! Wie im realen Leben nützen Ihnen Kontakte nur dann etwas, wenn Sie sie auch pflegen.

Netzwerken mit XING

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6. Karriere hausgemacht: ergreifen Sie die Initiative

Wenn Sie auf der Suche nach einem neuen Job sind und sehen, dass ein Recruiter auf Ihrem Profil war, ergreifen Sie die Initiative und schreiben Sie ihn an! Vielleicht haben Sie nicht auf die aktuell zu besetzende Stelle gepasst oder Sie haben durch einen Gruppenbeitrag auf sich aufmerksam gemacht und passen eigentlich nicht in das Suchprofil des Recruiters, doch wenn Sie durch eine Nachricht Interesse signalisieren, kann der Recruiter ggf. den Kontakt zu einem Kollegen herstellen, der genau nach Ihrem Skillset sucht.

Sie können den Spieß auch ganz umdrehen und auf eigene Faust nach Recruitern suchen. Diese gehen ähnlich vor, haben in der Regel ein gut gepflegtes XING-Profil und sind somit leicht zu identifizieren.

Wenn Sie auf XING selbst aktiv nach Jobs suchen, können Sie auch über eine Zusatzlizenz wie beispielsweise XING ProJobs nachdenken. Damit einher gehen einige Funktionalitäten, die über die der Basis- oder Premium-Accounts hinausgehen. Da diese Lizenzen aber kostenpflichtig sind, lohnt sich ein genaues Abwägen der Marktsituation. Verfügen Sie über eher rare Skills, ist die Wahrscheinlichkeit, mit einem gut gepflegten XING-Profil gefunden zu werden, höher, als wenn Sie mit gängigen Tools arbeiten. Eine ProJobs-Lizenz lohnt sich also nur dann, wenn Sie aus der breiten Masse hervorstechen müssen.

Online-Präsenz zahlt sich aus

Schlussendlich sollten Sie auch Ihre Interessen pflegen, um einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen. Das rundet Ihr Profil ab und kann unter Umständen für einen Gesprächseinstieg nicht nur mit Recruitern, sondern auch mit anderen Mitgliedern Ihres Netzwerks sorgen.

Mit relativ geringem Aufwand können Sie Ihr XING-Profil professionell und gleichzeitig persönlich gestalten und damit Recruitern einen umfassenden Einblick in Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln.

Recruiting und Bewerbungsprozess verändern sich, und vieles ergibt sich mittlerweile durch geschicktes Netzwerken und Onlinepräsenz – machen Sie sich das zunutze, indem Sie sich täglich ein paar Minuten Zeit für Ihre Business-Netzwerke nehmen und Ihre eigene Marke aufbauen.

Haben Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Thema? Ich freue mich über regen Austausch in den Kommentaren!

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