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Die Diskussionen führen wir seit Jahren: Organisationen haben sich bitte schön vom Silodenken zu verabschieden und sich auf allen Ebenen und über alle Bereiche hinweg zu vernetzen. Weg von den Schachteln und formalen Stellenbeschreibungen, hin zu integrierten Prozessen und partnerschaftlichen Netzwerken. Dann fließt alles – am besten in Richtung der Kunden.

Aber bekanntlich sind Diskussionen das eine und die Realität steht meist auf einem anderen Blatt. Beispiel gefällig? Die strategische Personalplanung in Unternehmen! Eigentlich eine Paradedisziplin für vernetzte und integrierte Ansätze. Erst recht in Zeiten, in denen sich die demografische Entwicklung zuspitzt und der Fachkräftemangel langsam auf uns zukommt. Da würden wir doch meinen, alle die Personalplanung betreffenden Akteure rudern in einem Boot, Schlag für Schlag synchron.

Keine Abstimmung in der Personalplanung

Pustekuchen. Unsere empirische Befragung von HR-Entscheidern, Fachbereichsleitern und Einkäufern zur Personalplanung zeichnet ein anderes, widersprüchliches Bild: Zwar holen HR-Entscheider die Geschäftsleitung ins Boot, wenn sie die Personalplanung strategisch angehen. Aber die Verantwortlichen aus den Fachbereichen, die tagtäglich an der „Front“ stehen und den Laden am Laufen halten, werden von HR mehr oder weniger links liegen gelassen.

Ob es unter ihrer Würde ist, Ratschläge von Fachbereichsverantwortlichen anzunehmen oder ob es der HR darum geht, das Thema aus machtpolitischen Gründen für sich zu beanspruchen, sei mal dahingestellt. Es hilft den Fachbereichen jedenfalls nicht und sie reagieren erwartungsgemäß: Sie entwickeln ihre eigene, in hohem Maße dezentrale Personalplanung jenseits der offiziellen. Im schlimmsten Fall haben Unternehmen dann eine unternehmensweite Hochglanzstrategie zur Personalplanung, die HR mit dem Vorstand abgestimmt hat. Aber die operativen Akteure vor Ort kümmert dies rein gar nicht. Vielmehr machen sie ihren eigenen Stiefel und nehmen auf die zentralen Eckpunkte keine Rücksicht.

Häufiger Personaldienstleister und Einsatz Externer

Der Einkauf ist auch nicht in einem gemeinsamen Boot vertreten. Dies überrascht in zweierlei Hinsicht: Zum einen nutzen Unternehmen – was uns freut :-) – immer häufiger Personaldienstleister und zum anderen steigt der Einsatz Externer. Beide Entwicklungen bieten eigentlich ein wunderbares Terrain für den Einkauf, um hier hinsichtlich Vertrags- und bevorzugte Lieferantenregelungen für beide Seiten – Dienstleister und Unternehmen – klar Schiff zu machen.

Doch spielen die Externen trotz ihrer zunehmender Bedeutung noch keinen relevanten Part in der strategischen Personalplanung. Ganz zu schweigen davon, dass der Einkauf hier flächendeckend aktiv ist. Er ist teils noch weiter außen vor als die Fachbereiche. Damit verschenken Unternehmen einiges. Es kann folglich nur heißen: alle an einen Tisch und auf integrierte Weise den Personalbedarf planen. Das hieße aber abzugeben und Themen nicht für sich allein zu beanspruchen. Wir sehen, davon sind wir leider noch entfernt, Taylorismus und machtbezogene Muster sind wohl stärker als gedacht. Silodenken: Die Personalplanung lässt grüßen!

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