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Bei der Teamzusammenstellung ist es wichtig, dass Führungskräfte verstehen, welche Vorteile Vielfalt am Arbeitsplatz mit sich bringt: Unterschiedliche Persönlichkeiten, Arbeitsweisen und Meinungen können dazu beitragen, ein Unternehmen noch innovativer zu machen, einen besseren Service bzw. ein besseres Produkt zu liefern und Gewinne zu steigern.

Es lässt sich allerdings nicht vermeiden, dass diese Unterschiede manchmal auch zu Konflikten unter Kollegen führen – vor allem in stark umkämpften Bereichen wie dem Vertrieb. In Teams kommen tatsächlich hin und wieder persönliche Konflikte auf; sie hemmen nicht nur den Fortschritt, sondern beeinträchtigen auch die Leistung des Teams.

Das ist allerdings kein Grund, die Hoffnung zu verlieren, denn es gibt Möglichkeiten, diese Spannungen zu beseitigen. Solche Probleme müssen nicht überspielt werden, im Gegenteil, man kann darauf aufbauen.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Bevor ich darauf eingehe, wie man Konflikte lösen kann, möchte ich zunächst anmerken, dass durch leichte Spannungen unter Kollegen durchaus gewisse Vorteile entstehen können, solange sich der Konkurrenzkampf in Grenzen hält:

• Mehr Konkurrenz heißt mehr Leistung
• Schärfere Kritik heißt weniger Fehler
• Größere Ideenvielfalt heißt mehr Innovation

Sich diese Vorteile zunutze zu machen und die richtige Balance zu finden, ist schwierig. Wenn es sich nämlich um besonders sture und unnachgiebige Mitarbeiter handelt, kommt man nur schwer voran.

1. Aufgeschlossenheit fördern
Ein aufgeschlossenes Unternehmen ist nicht nur produktiver, sondern auch innovativer. Es ist wichtig, dass Ihre Teammitglieder stets in der Lage sind, persönliche Konflikte beiseitezulegen, sodass ein gewisses Maß an Respekt im Team herrscht und gute Ideen auch als solche anerkannt werden.

Fördern Sie eine Atmosphäre, in der keine Idee als lächerlich betrachtet wird und niemand Angst hat, offen seine Meinung zu äußern. Es hilft zum Beispiel, wenn Sie Diskussionen zu wichtigen Themen führen und dabei jedem für seine Beteiligung danken.

2. Eine gemeinsame Vision entwickeln
Wir alle haben persönliche Karriereambitionen oder eine Vorstellung davon, wo wir in fünf Jahren stehen möchten. Wenn man aber in einem Team arbeitet, müssen die persönlichen Ziele etwas in den Hintergrund gestellt werden, das gilt vor allem für den Teamleiter. Individuelle Fortschritte sind nur möglich, wenn die Zahlen stimmen.

Denken Sie weniger an sich selbst – Ihr Team wird sich sicher revanchieren. Konkret bedeutet das: Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter bei ihrer Weiterentwicklung, hören Sie ihnen zu, gönnen Sie ihnen Erfolge und opfern Sie Ihre Zeit zum Wohle des Teams.

3. Konstruktive Gespräche fördern
Es kann sehr nützlich sein, Mitarbeiter in seinen Reihen zu haben, die keine Angst davor haben, Sie oder andere Teammitglieder zu kritisieren. Natürlich muss diese Kritik im Rahmen bleiben. Abraham Lincoln hat drei Senior-Politiker für sein Kabinett ausgewählt, die sich nie davor gescheut haben, seine Autorität oder die anderer infrage zu stellen – und Amerika ging es wesentlich besser damit.

Sie sollten sicherstellen, dass in solchen Momenten der richtige Ton herrscht, indem Sie gemeinsame und lebhafte, aber niemals streitlustige Debatten fördern, was uns wieder zu Punkt 1 führt.

Sollte Ihr Team Schwierigkeiten haben, einen Kompromiss zu finden, nutzen Sie Ihre Stellung als Führungskraft aus, auch wenn Sie sich damit vielleicht unbeliebt machen. Es ist nicht ratsam, Ihre Autorität zu oft spielen zu lassen, aber wenn Sie keine andere Wahl haben, sollten Sie zumindest kundtun, dass Sie im Vorfeld alle Meinungen berücksichtigt haben.

4. Auf das Positive konzentrieren
Das ist zwar allgemein auch ein guter Rat fürs Leben, aber besonders hilfreich bei Konflikten. Es ist natürlich einfach, die schlechten Seiten einer Person zu finden und wesentliche Charakterzüge daran festzumachen, vor allem in einer Arbeitsumgebung, in der Konkurrenzdenken und großer Druck herrschen – denn möglicherweise war genau das der Auslöser des Konflikts. Schwieriger ist es, sich auf die guten Seiten einer Person zu konzentrieren und darauf seinen Eindruck zu stützen.

Raten Sie Ihrem Team, immer das Beste in ihren Kollegen zu sehen und ihnen einen gewissen Vertrauensvorschuss zu gewähren. Enthält die E-Mail eines Kollegen eine zweideutige Formulierung, die als unhöflich aufgefasst werden könnte? Dann war sich der Kollege vermutlich dessen nicht bewusst und einfach in Eile. Kann jemand erst ein paar Stunden später als geplant ein anderes Teammitglied unterstützen? Dann hat derjenige wahrscheinlich einfach eine Menge zu tun. Hier sollten Sie als Führungskraft mit gutem Beispiel vorangehen.

5. Negative Energie umwandeln
Manchmal kann es bei teaminternen Reibungen auch hilfreich sein, die negativen Spannungen auf einen „gemeinsamen Feind“ umzuleiten. Oft ist es ja so, dass sich die Unzufriedenheit nicht wirklich gegen andere richtet. Der angestaute Ärger und Frust muss herausgelassen werden – und schnell wird der nächstbeste Kollege zum Leidtragenden. Wenn Sie es schaffen, diese negative Energie außerhalb des Teams zu bündeln, erreichen Sie mehr Harmonie innerhalb des Teams.

Ziel kann zum Beispiel ein anderes Team innerhalb des Unternehmens oder auch ein direkter Wettbewerber auf dem Markt sein. Und wenn sich Ihr Team auf den Wettstreit mit anderen konzentriert, wird der Teamzusammenhalt automatisch gestärkt.

6. Am Ball bleiben
Zu guter Letzt kann ich Ihnen nur raten: Geben Sie nicht auf! Teams passen selten perfekt zusammen. Oft müssen sich die einzelnen Teammitglieder einfach an andere Persönlichkeiten und Arbeitsweisen gewöhnen, bevor sie sich richtig wohlfühlen. Um das Zusammenwachsen des Teams zu unterstützen, sollten Sie regelmäßige (z.B. monatliche) informelle Meetings ansetzen, bei denen Sie und Ihr Team ganz offen über aktuelle und dringende Fragen sprechen können.

Ebenso wichtig sind Teambuilding-Maßnahmen außerhalb des Büros, daher sind Teamevents oder Betriebsausflüge ein absolutes Muss. Denn so lässt sich am besten eine gemeinsame Grundlage finden, auf der Beziehungen aufgebaut werden können.

Das große Ganze

Es ist wohl kaum möglich, mit jedem gut auszukommen, aber wenn man nun einmal mindestens 40 Stunden pro Woche zusammen verbringt, sollte man es zumindest versuchen. Ein wenig Konkurrenzdenken im Team kann gewisse Vorteile haben, wichtig ist nur, dass Sie die Situation im Griff haben und sicherstellen, dass sie nicht ausufert und einen destruktiven Effekt hat.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Tipps zeigen konnte, dass persönliche Konflikte dem Unternehmenserfolg nicht unbedingt im Wege stehen müssen.

Über unseren Kollegen Dirk Hahn

Nach seinem Abschluss als Diplom-Kaufmann begann Dirk Hahn 1997 seine Karriere bei Hays. Zunächst als Abteilungsleiter, dann als Bereichsleiter und schließlich als Director Vertrieb.

Schulze,Kathy

Im Januar 2008 wurde Dirk Hahn als Chief Operating Officer in den Vorstand der Hays AG berufen und verantwortet den Vertrieb in den Specialisms Engineering, Construction & Property, Legal, Retail, Life Sciences und Healthcare in Deutschland, den Bereich Rekrutierungsmanagement sowie unsere Landesgesellschaften in der Schweiz und in Österreich.

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