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Bis zum Jahr 2020 werden in vielen Arbeitsbereichen fünf Generationen Seite an Seite arbeiten. In einigen Unternehmen ist das bereits heute der Fall. So machen Sie Ihr Unternehmen für Mitarbeiter aus den Generationen X, Y und Z interessant:

Die aktuell überall zu spürende Altersdiversität in vielen Unternehmen ist auf einem späteren Ruhestand und einer höheren Lebenserwartung gegründet und hat zur Folge, dass Traditionalisten und Babyboomer an der Seite der Generationen X, Y und Z arbeiten.

Altersdiversität fördert Innovation und Erfolg

Diversität in ihrer Gesamtheit, das heißt, dass sich die Belegschaft eines Unternehmens aus einer Vielfalt von Altersgruppen, Geschlechtern, Ethnien, Hintergründen und Lebenserfahrungen zusammensetzt, hat einen grundlegenden Einfluss auf das Geschäftsergebnis.

Vielfalt ist ein großer Begriff, unter dem viel subsumiert wird – im aktuellen Blog konzentrieren wir uns jedoch auf das Alter. Denn ohne ein breites Spektrum von unterschiedlichen Altersgruppen kann ein Unternehmen nur auf ein begrenztes Erkenntnisspektrum von Menschen innerhalb derselben demografischen Kohorte zugreifen. Deren Perspektiven und Interaktionen sind jedoch vorwiegend auf denselben kulturellen Erfahrungen und generationsbezogenen Trends gegründet. Mit anderen Worten: Ohne Altersdiversität, neben anderen Faktoren, ist ein Unternehmen dem Risiko des Gruppendenkens ausgesetzt. Diese Art des Denkens bremst jegliche Innovation aus und nimmt Organisationen die Fähigkeit, sich an verändernde Gegebenheiten anzupassen – Stichwort „Agilität“. Wie bringen Sie also Ihr Unternehmen dazu, für unterschiedliche Altersstrukturen interessant zu sein?

Gibt es noch lebenslange Arbeitgeber?

Während es sich bei den Traditionalisten und Babyboomern tendenziell eher um langjährige, loyale Mitarbeiter handelt, neigen die Generationen X, Y und Z weniger dazu, ihr Unternehmen als lebenslangen Arbeitgeber zu betrachten. Zahlreiche Berichte, darunter unsere Studie "Was Arbeitnehmer wollen (What Workers Want)", zeigen, dass die Prioritäten je nach Generationszugehörigkeit stark von der vorhergehenden und der nachfolgenden Altersgruppe abweichen. Um folglich eine Altersvielfalt in Ihrer Belegschaft zu schaffen, müssen Sie verstehen, wie Sie sich als Run-to-Arbeitgeber bei den Generationen X, Y und Z positionieren:

1. Generation X: Zeigen Sie, dass Sie zukunftsorientiert denken

Einige der weltweit bekanntesten Unternehmer und technologischen Innovatoren sind Teil dieser Generation, darunter Amazon-Gründer Jeff Bezos, der Mitbegründer und CEO von Tesla Elon Musk sowie Larry Page, einer der Google-Gründer. Die Generation X erlebte den Kontrast zwischen dem Aufwachsen in einer computerfreien Welt und den Auswirkungen sich verändernder Technologien zum Zeitpunkt ihres Berufseinstiegs. Aufgrund dieser Tatsache schätzt diese Mitarbeitergruppe den Wert digitaler Innovationen und betrachtet zukunftsorientiert denkende Unternehmen häufig als Wunscharbeitgeber.

Wenn Sie also Fachkräfte aus dieser Gruppe für Ihr Unternehmen gewinnen möchten, unterstreichen Sie beim Recruiting, dass Ihre Unternehmenskultur „Intrapreneurship“ fördert. In der Umsetzung bedeutet das, dass Sie Gedankenaustausch und Innovation in allen Bereichen des Unternehmens unterstützen. Sie sollten außerdem betonen, dass Ihr Unternehmen mit dem digitalen Wandel Schritt hält und dass Sie Disruptionen in Ihrer Branche akzeptieren, anstatt sie zu fürchten.

Denken Sie darüber nach, wie sich Ihr Unternehmen in letzter Zeit weiterentwickelt hat, um sich an veränderte Gegebenheiten anzupassen. Angefangen bei Ihrem Produktangebot und Ihrer Kundenbetreuungsstrategie bis hin zu Ihren internen Abläufen. Verweisen Sie gegebenenfalls auf Ihre Rekrutierungsplattformen und verlinken Sie auf Pressemitteilungen oder Branchenauszeichnungen.

In unserer Studie "Was Arbeitnehmer wollen (What Workers Want)" haben wir herausgefunden, dass die Generation X die Work-Life-Balance bei der Jobsuche als extrem wichtig erachtet. Das liegt daran, dass dieser Gruppe eine ausgewogene Work-Life-Balance enorm wichtig ist. Konkret stellte der Bericht fest, dass die Generation X, mehr als jede andere Generation, dazu bereit ist, über Gehälter zu verhandeln, solange sie ausgleichende Leistungen erhält. Aspekte wie flexible Arbeitszeiten, Urlaub, Gesundheitsfürsorge und die Möglichkeit, flexibel zu arbeiten, sollten daher in Ihrer Rekrutierungsstrategie eine wichtige Rolle spielen.

2. Millennials: Stellen Sie eine berufliche Weiterentwicklung in Aussicht

Nun zu den Millennials. Zwar variieren die Erfahrungen von Region zu Region, dennoch gibt es weltweite Gemeinsamkeiten: Technologische Entwicklungen, eine liberalere Migrationspolitik und der Vormarsch der internationalen Wirtschaft haben dieser Gruppe zu zuvor verschlossenen Karrierechancen verholfen. Folglich lässt sich diese Altersgruppe bezüglich ihrer beruflichen Laufbahn als besonders hartnäckig, ehrgeizig und abenteuerlustig beschreiben.

In einer PWC-Studie wird dargelegt, wie dieses Bestreben sich in der Art und Weise widerspiegelt, in der Millennials konstruktives Feedback und Weiterbildung bei ihrem Arbeitgeber einfordern, um sich innerhalb ihrer Position weiterzuentwickeln. Auch möchten Millennials nicht an Grenzen gebunden sein. 71 Prozent der Befragten in dem Bericht geben an, dass sie beabsichtigen, irgendwann im Laufe ihrer beruflichen Laufbahn im Ausland zu arbeiten, und dass sie sich bewusst sind, welche Möglichkeiten ihnen offenstehen.

Dementsprechend lässt sich daraus ableiten, dass Millennials Faktoren wie berufliche Weiterentwicklung, Prämien, Aus- und Weiterbildungen sowie die Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten, bei der Auswahl eines Arbeitgebers priorisieren. Binden Sie diese Instrumente zur Personalentwicklung also unbedingt mit ein.

Rekrutierung Generationen

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3. Generation Z: Imponieren Sie mit Ihrem Markenimage

Der Generation Z, die mit den sozialen Medien aufgewachsen ist und von der angenommen wird, dass sie bis zu zehn Stunden am Tag verschiedenen Online-Aktivitäten nachgeht, ist die Employer Brand wichtiger als allen anderen Generationen. Steve Morris, Marketing Director von learndirect, erklärt, woher das kommt: „Die Eltern üben einen großen Einfluss aus. Diese Altersgruppe diskutiert den potenziellen Arbeitgeber, die angebotene Position und das Gehalt mit ihrer Familie. Vielen, die der Generation Z angehören, und ihren Eltern ist das Markenimage des Arbeitgebers häufig wichtiger als die Tätigkeit, die der erste Job mit sich bringt.“

Wenn Sie die beiden oben genannten Erkenntnisse miteinander verknüpfen, wird deutlich, dass Unternehmen zur Gewinnung der Generation Z in eine starke Employer-Branding-Strategie investieren müssen. Zeigen Sie genau auf, warum Sie in Ihrer Branche die Hauptakteure sind, beispielsweise durch Auszeichnungen, eine beeindruckende Branchenbekanntheit in den sozialen Medien, einzigartigen Content auf Ihrer Website sowie durch fachspezifische Pressemitteilungen oder durch Gastbeiträge Ihrer Fachexperten auf Blogs.

Sicherlich mögen diese generationenbezogenen Merkmale nicht auf jeden Kandidaten zutreffen, jedoch können Sie diese Cluster als Hinweise nutzen, um Ihre Recruiting-Strategie weiterzuentwickeln. Denn nur durch eine zielgruppengerechte Ansprache erreichen Sie die jeweils gewünschte Altersgruppe.

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