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Im Vorstellungsgespräch werden Ihre Stressresistenz und Ihr Fachwissen getestet. Doch auch Ihre Persönlichkeit sowie Ihr Corporate Fit sind wichtige Bestandteile, die in einem Interview durchleuchtet werden. Zumeist werden hierfür Standardfragen genutzt. Doch wie bereiten Sie sich darauf vor, wenn Ihre Antworten so individuell und bunt sein können wie Sie selbst?

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Wird Ihnen im Gespräch die Frage nach Ihren Hobbies gestellt, so sollten Sie natürlich eine Antwort parat haben. Wie immer gilt: Standardantworten sind keine adäquate Lösung bei Standardfragen.

Ein Hobby wie „mit Freunden ausgehen“ oder „Lesen und Kochen“ können gut und gerne als Lückenfüller angesehen werden. Wenn Sie diese Aktivitäten zu Ihren Hobbies zählen, werden Sie einfach etwas genauer und schon ist Ihre Antwort nicht mehr nur ein Platzhalter.

Warum werde ich nach meinen Hobbies gefragt?

Eine berechtigte Frage, schließlich hat Ihre Freizeit nichts mit Ihrem Berufsleben zu tun. Doch selbst wenn Sie Ihre Freizeitaktivitäten nicht im Lebenslauf stehen haben, kann diese Frage im Gespräch gestellt werden.

Wie gesagt: Ihr Corporate Fit wird getestet, vielleicht wollen Ihre Gesprächspartner auch herausfinden, was Ihre Augen zum Leuchten bringt, oder Ihnen die Gelegenheit geben, Ihre Eloquenz fernab von Fachfragen beweisen zu können. Ihre Antwort rundet das Bild, dass Sie von sich in Anschreiben, Lebenslauf und während des Gespräches zeichnen, ab.

Schritt für Schritt zu einer passenden Antwort

Selbstverständlich können Sie schon im Vorfeld beeinflussen, ob Sie nach Ihren Hobbies gefragt werden und sich überlegen, wie Sie darauf reagieren möchten. Nehmen Sie bereits im Lebenslauf einen provokanten oder ausgefallenen Zeitvertreib auf, so können Sie fast sicher sein, dass wissbegierige Personaler darauf anspringen werden. Sollen Sie also (nicht) über Ihre Hobbies schreiben?

Im Lebenslauf können Sie Hobbies mit aufnehmen – ich persönlich finde es interessant und hilfreich, wenn ich nicht nur fachliche Dinge über den Bewerber kennen lernen darf. Freizeitbeschäftigungen, die dem späteren Job zuträglich sind, sind natürlich besonders interessant und bieten Ihnen später im Vorstellungsgespräch Raum, nochmals darzulegen, wie gut Sie zum Unternehmen passen.

Ehrlichkeit ist eine Tugend!

Antworten Sie auf diese Frage bitte niemals mit einer fiktiven Freizeitbeschäftigung, nur weil Sie denken, die Antwort bringe Sie nach vorne. Denn auch scheinbar „langweilige“ Hobbies wie Lesen können Sie erwähnen. Wichtig ist nur, dass Sie ehrlich sind. Wenn Sie eine Leseratte sind, fügen Sie zu Ihrer Antwort einfach noch einige Beispiele hinzu, was Sie gerade lesen und auch warum: „In meiner Freizeit lese ich sehr viel.

Das entspannt mich, ich kann abschalten und in eine ganz andere Welt abtauchen. Gerade lese ich zum Beispiel XY“. So wird aus einem scheinbar sehr allgemeinen Hobby unter Umständen sogar ein neuer Gesprächsaufhänger über ein Buch oder Genres im Allgemeinen. Das gilt natürlich auch für Hobbies wie Kochen oder Tanzen. Was kochen Sie und warum? Tanzen Sie Ballett oder interessieren Sie sich für Standardtänze?

Hobbies, die nicht dem Geschmack der breiten Masse entsprechen, sollten Sie dann nicht erwähnen, wenn Sie unangenehme Fragen vermeiden möchten. Ob Sie ein leidenschaftlicher Base Jumper sind, müssen Sie nicht gleich im Erstgespräch bekanntgeben, es sei denn, Sie bewerben sich im Sport-Event Bereich oder für Ihren zukünftigen Job ist eine erhöhte Risikobereitschaft gefordert.

Puzzle-Teilchen…

In der Regel werden Sie sich auf Positionen bewerben, die nicht nur fachlich zu Ihnen passen. In fast jeder Stellenausschreibung finden Sie Eigenschaften, die Ihr zukünftiger Arbeitgeber gerne in Ihnen wiederfinden möchte. Daher können Sie der Frage nach den Hobbies entspannt entgegensehen. Schreiben Sie sich während Ihrer Gesprächsvorbereitung einfach das auf, was Sie leidenschaftlich und immer wieder gerne tun (Reisen ist kein Hobby, wenn Sie einmal im Jahr eine Woche Pauschalurlaub im All-Inclusive-Hotel machen).

Denken Sie darüber nach, warum Sie Ihr Hobby gewählt haben und warum Sie es so gerne tun. Wenn in der Antwort auf die Frage nach Ihrer Freizeitbeschäftigung schon Begeisterung mitschwingt, wirft es ein gutes Licht auf Sie. Wer sich begeistern kann, ist in den meisten Teams und Unternehmen gerne gesehen. Und wenn Sie sich auch noch für etwas begeistern, das gut zum zukünftigen Team bzw. Arbeitgeber passt, wirken Sie wie das fehlende Puzzle-Teilchen in einem erfolgreichen Umfeld.

Nichts ist unmöglich

Sie sehen, es gibt keine absoluten No-gos bei den Antworten auf diese Frage. Was Sie von Ihren Hobbies preisgeben, obliegt Ihnen. Das gilt auch dafür, wie genau Sie beim ersten Kennenlernen darauf eingehen, welche Risikosportarten Sie bevorzugt betreiben. Achten Sie einfach immer darauf, dass Sie bei Ihrer Antwort vermitteln, dass Ihre Freizeitbeschäftigung etwas ist, das Sie genau dann tun: in Ihrer Freizeit.

Dass Ihre Kochkurse am Abend stattfinden oder Sie erst nach Geschäftsschluss zum Klettern gehen können. Vor allem aber denken Sie daran, von Ihren Hobbies mit Spaß und Begeisterung zu berichten und etwaige Parallelen zum Job oder zur Unternehmensphilosophie einfließen zu lassen. Beachten Sie außerdem unsere Tipps im Hays-Karriere-Center und Ihr Vorstellungsgespräch wird Ihnen viel leichter fallen, als Sie denken.

Über unsere Kollegin Katharina Hain

Nach ihrem Studium zur Diplom-Betriebswirtin an der Fachhochschule Ludwigshafen und der Tätigkeit als Product Manager bei einem Medizintechnikunternehmen startete Katharina Hain 2007 als Recruiter bei Hays.Katharina Hain_bearbeitet

Hier übernahm sie als Supervisor und schließlich Department Manager die Bereiche Construction & Property sowie Engineering im Rekrutierungsmanagement.

Ende 2014 wechselte sie im Rahmen einer Elternzeitvertretung für ein Jahr zu Hays Kanada, um in Toronto das Rekrutierungsmanagement aufzubauen. Seit Januar 2016 ist Katharina Hain nun zurück in Deutschland und führt ihre Aufgabe als Abteilungsleitung im Ingenieurbereich fort.

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