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Wie wunderbar schnell, einfach und intuitiv wir uns alle mittlerweile auf der digitalen Autobahn bewegen, fällt Ihnen wahrscheinlich gar nicht auf. Facebook bietet nun nicht mehr nur den Like-Button an, sondern auch Emotionen mit einem Klick.

Abkürzungen wie CU, LOL, TTYL und YOLO stehen beinahe schon im Duden und Smileys gehören ebenso zur Smartphone- und Tablet-Tastatur wie das Alphabet.

Sehr verlockend! Denn Abkürzungen sparen Zeit und ein Emoji oder Emoticon sagt oftmals mehr als tausend Worte.

Was in der Social Media Welt und in unserem privaten Umfeld inzwischen Gang und Gäbe ist, stellt für mich in der Kommunikation mit einem potenziellen Arbeitgeber jedoch ein Tabu dar.

Sprechen Sie fließend „Emoji“?

Stellen Sie sich vor, Sie folgen dem klassischen Bewerbungs-Regeln und rufen Ihren Ansprechpartner vor dem Absenden Ihrer Unterlagen an – oder machen sich sogar die Mühe Ihren Ansprechpartner herauszufinden. Dann führen Sie ein erstes Gespräch um beispielweise Details zur Position zu erfahren und einen ersten positiven Eindruck zu hinterlassen. Alles läuft wie geplant, die entsprechende E-Mail-Adresse haben Sie bekommen und sind bereit, Ihre Bewerbung abzusenden.

Was aber soll in die E-Mail beinhalten? Das Anschreiben liegt bereits in der digitalen Bewerbungsmappe bei und ein einfacher Verweis auf den Anhang finden Sie zu unpersönlich? Klar – ein Emoji muss her…

Diese Denkweise liegt in Zeiten der Digital Natives nahe, kann allerdings einen Schatten auf den ersten positiven Eindruck werfen. In einigen Fällen kann ein Smiley in E-Mail oder Anschreiben sogar soweit führen, dass ein fachlich gleichgestellter Bewerber mit konventioneller Kommunikation den Vorzug bei der Einladung zu einem Gespräch bekommt.

Was der E-Mail-Knigge empfiehlt

Oft habe ich schon ein E-Mail-Anschreiben oder eine Terminbestätigung eines Bewerbers mit einem „ :-) “ versehen bekommen. Nicht minder häufig ein simples „THX“ als Antwort auf meine E-Mail. Solche Abkürzungen und Smileys signalisieren mir im offiziellen und formellen Kontext zwei Dinge: Mein Gegenüber kann beruflich und privat nicht auseinander halten oder nimmt sich keine Zeit für eine angemessene Kommunikation.

Verstehen Sie mich nicht falsch – privat oder auch manchmal unter Kollegen bin ich ebenfalls ein Freund von „LG,  & Co.“ Geht die Kommunikation hingegen nach außen, lasse ich davon allerdings die Finger. Zum Einsenden von Bewerbungsunterlagen oder weiterführender E-Mail-Kommunikation, fassen Sie sich gerne kurz.

Achten Sie dennoch auf eine formale Anrede im Rahmen der Online-Kommunikation (ein „Sehr/r geehrte/r“ kann meiner Meinung nach gerne durch ein „Guten Tag“ oder simples „Hallo“ ersetzt werden) sowie eine vollständige, ausgeschriebene Grußformel.

Spieglein, Spieglein an der Wand – Wie werde ich wahrgenommen?

Achten Sie immer darauf, in welchem Umfeld Sie sich bewegen (auf Facebook zum Beispiel ist ein durchaus in Ordnung) und denken Sie vor dem Absenden einer E-Mail stets darüber nach, wie Ihr Text beim Empfänger ankommen kann.

Der Empfänger Ihrer Nachricht kennt Sie nicht und vor allem wissen Sie nicht, wie dieser zu Emoticons und Abkürzungen steht. Mögen in manchen Unternehmen und HR-Abteilungen bereits Vertreter der Generation Y sitzen, so können in anderen Firmen Vertreter der konventionellen Kommunikation Ihre Bewerbung bearbeiten.

Die potenziellen Führungskräfte von Morgen werden anders arbeiten – vielleicht Ihren Vertrag sogar mit einem kleinen =) neben der Unterschrift unterzeichnen. Stand heute empfehle ich Ihnen allerdings sich auf der sicheren Seite zu bewegen. Platz für Abkürzungen und Emojis ist in Ihrem Privatleben sicher genug.

In diesem Sinne: \(^^)/

Sie wollen mehr darüber erfahren? Kollegin Katharina Hain wird zum ersten Mal ihre Recruiters Insights zum Thema „Das Anschreiben – Ihr Liebesbrief an potentielle Arbeitgeber“ via Facebook Live am 20.07.2016 ab 18:00 Uhr exklusiv mit Ihnen teilen. Weitere Informationen finden Sie dazu auf https://www.facebook.com/Hays.Personaldienstleister/

Über unsere Kollegin Katharina Hain

Nach ihrem Studium zur Diplom-Betriebswirtin an der Fachhochschule Ludwigshafen und der Tätigkeit als Product Manager bei einem Medizintechnikunternehmen startete Katharina Hain 2007 als Recruiter bei Hays.Katharina Hain_bearbeitet

Hier übernahm sie als Supervisor und schließlich Department Manager die Bereiche Construction & Property sowie Engineering im Rekrutierungsmanagement.

Ende 2014 wechselte sie im Rahmen einer Elternzeitvertretung für ein Jahr zu Hays Kanada, um in Toronto das Rekrutierungsmanagement aufzubauen. Seit Januar 2016 ist Katharina Hain nun zurück in Deutschland und führt ihre Aufgabe als Abteilungsleitung im Ingenieurbereich fort.

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