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Ihr Vorstellungsgespräch steht vor der Tür. Sie haben sich auf mögliche Fragen bestens vorbereitet, kennen den schnellsten Weg zu Ihrem (hoffentlich) zukünftigen Arbeitgeber und wissen, wo Sie Ihr Auto günstig und sicher parken können. Eine große Frage bleibt jetzt noch zu klären: „Was ziehe ich an?“ Denn spätestens seit 1874 wissen wir von Gottfried Keller: Kleider machen Leute.

Die Grundformel

Vieles, was in der Schweizer Novelle steht, hat schon einen wahren Kern, denn der erste Eindruck beim Vorstellungsgespräch kann zum Erfolg beitragen. Wenn Sie sich unsicher sind, was Sie zu Ihrem Gespräch tragen sollen, rufen Sie am besten im Unternehmen an und fragen Sie nach dem Dresscode. Ansonsten gelten allgemeine Richtlinien, an die Sie sich halten können:

Grundsätzlich sollten Sie sich immer daran orientieren, wie der Kleidungsstil innerhalb des Berufsbildes gelebt wird. Für Bürojobs sollten Sie also eher einen Anzug wählen. Für kreative oder handwerkliche Berufe sind beispielsweise auch eine unifarbene Jeans, Hemd und Blazer oder eine hübsche Bluse denkbar. In konservativen Branchen sollten Sie auf allzu knallige Farben verzichten. Generell gilt: besser overdressed als underdressed.

Von roten Krawatten und zu kurzen Röcken

In vielen Bewerbungsratgebern lesen Sie unterschiedliche Dinge: „Tragen Sie bloß keine rote Krawatte, das wirkt zu aggressiv.“ Oder: „Tragen Sie keinen Rock, kaufen Sie sich einen Hosenanzug.“

Verschiedenste Aussagen, die an sich von der Grundidee nicht falsch sind, aber im richtigen Kontext gelesen werden müssen. Selbstverständlich können Sie einen Rock tragen. Er sollte allerdings nicht zu kurz sein (Faustregel: Die Saumlänge liegt maximal eine Handbreit über dem Knie) und mit einer Bluse und einem Blazer kombiniert werden, sofern Sie sich im Büroumfeld bewerben.

Außerdem – und das gilt nicht nur bei Röcken – darf dieser nicht an ein Freizeitoutfit erinnern. Wickelröcke und Sarongs sind also tabu. Genauso sollten Sie auf allzu tief dekolletierte Blusen oder Tops verzichten. Wenn Sie eine rote Krawatte im Schrank haben und diese gut zu Ihrem Anzug passt, können Sie diese gerne tragen.

Nehmen Sie einfach Abstand von zu provokativen Mustern oder Aufdrucken und bleiben Sie bei der Wahl Ihres Outfits geschmackvoll. In manchen Branchen können Sie auch durch mutige Entscheidungen punkten: Bewerben Sie sich beispielsweise im Modeumfeld, können Sie durch Trendfarben bei Krawatte oder Hemd Ihre Stilsicherheit beweisen.

Vom Scheitel bis zur Sohle

Beim ersten Eindruck geht es aber nicht nur um Ihren Anzug, die Länge Ihres Rocks oder die Farbe Ihres Hemdes. Der Gesamteindruck zählt im wahrsten Sinne von Kopf bis Fuß. Achten Sie auf einen ordentlichen Haarschnitt bzw. eine angemessene Frisur und ein gepflegtes Äußeres. Frauen, die ihre Haare offen tragen möchten, können das gerne tun. Nehmen Sie zur Sicherheit eine kleine Bürste mit und kämmen Sie sich vor dem Gespräch nochmal – besonders wenn Sie an einem stürmischen Herbsttag mit dem Fahrrad zum Gespräch gekommen sind.

Männer mit Bärten müssen sich keine Sorgen machen – Abrasieren ist keine Pflicht für ein gelungenes Auftreten. Achten Sie einfach darauf, dass der Bart frisch getrimmt ist und gepflegt aussieht.

Für Frauen stellt sich auch die Frage nach dem passenden Make-up. Keine Angst, Sie müssen nicht auf Lippenstift oder Wimperntusche verzichten. Egal was Sie gelesen oder gehört haben. Achten Sie darauf, dass Sie dezent auftreten. Bei klassischen Gesprächen haben Glitzerlidschatten und intensiver Lippenstift nichts verloren. Gepflegte Hände gehören ebenfalls zu einem gelungenen Auftreten. Herren sollten auf ordentliche und saubere Nägel achten. Frauen können gerne Nagellack benutzen, sollten aber auch hier die „No-Glitter-Regel“ beachten.

Schmuck dürfen beide Geschlechter tagen. Auch hier ist Understatement generell besser als zu provokative Schmiedewaren. Das gilt ebenso für Gürtelschnallen, die generell dezent ausfallen sollten.

Zu guter Letzt sollten Sie auch auf ordentliches Schuhwerk achten. Im Büroumfeld haben Sneakers nichts zu suchen. Diese können Sie aber zu einer Anzughose oder einer Jeans tragen, sollten Sie sich beispielsweise im Agenturumfeld oder in einem Tech-Start-up bewerben. Damen können gerne hohe Schuhe tragen – Sie sollten allerdings gut und sicher darin laufen können. Nicht empfehlenswert sind offene Schuhe, weder für Damen noch für Herren. Alles, was an den Strandurlaub erinnert, gehört nicht ins Vorstellungsgespräch.

Wohlfühlfaktor

Bei all den Tipps sollten Sie jedoch auf eines achten: Verstellen Sie sich nicht. Wenn Sie vom Typ her ein farbenfroher Mensch sind, lassen Sie die bunte Vielfalt auch beim Vorstellungsgespräch nicht ganz weg. Sie sollen Sie selbst bleiben. Achten Sie einfach auf eine vernünftige Dosierung der Farben.

Kaufen Sie sich auch nicht erst kurz vor dem Gespräch Ihren ersten Anzug oder ein Businesskostüm. Legen Sie sich die Kleidungsstücke schon am Anfang Ihrer Bewerbungsphase zu, damit Sie sich zu Hause vorm Spiegel an Ihren Anblick gewöhnen und Ihr Gewinneroutfit eintragen können. Wer sich wohlfühlt, strahlt das auch im Gespräch aus und macht einen guten ersten Eindruck!

Für weitere Karriere-Tipps besuchen Sie unser Karriere-Center.

Über unsere Kollegin Katharina Hain

Nach ihrem Studium zur Diplom-Betriebswirtin an der Fachhochschule Ludwigshafen und der Tätigkeit als Product Manager bei einem Medizintechnikunternehmen startete Katharina Hain 2007 als Recruiter bei Hays.Katharina Hain_bearbeitet

Hier übernahm sie als Supervisor und schließlich Department Manager die Bereiche Construction & Property sowie Engineering im Rekrutierungsmanagement.

Ende 2014 wechselte sie im Rahmen einer Elternzeitvertretung für ein Jahr zu Hays Kanada, um in Toronto das Rekrutierungsmanagement aufzubauen. Seit Januar 2016 ist Katharina Hain nun zurück in Deutschland und führt ihre Aufgabe als Abteilungsleitung im Ingenieurbereich fort.

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