A businessman working on modern technology, selective focus

Vor einigen Tagen stellte ich bei meiner morgendlichen Anmeldung auf Xing fest, dass ich fünf neue Kontaktanfragen im Postfach hatte. Anfangs war die Freude natürlich groß, denn gerade das Networking in sozialen Netzwerken spielt eine sehr große Rolle bei der Personalsuche im Social Web. Doch dann kam recht schnell die Ernüchterung.

Gerade einmal eine Person hatte sich bei seiner Kontaktanfrage die Zeit genommen, einen kurzen Vorstellungstext bzw. eine kurze Begründung zu verfassen, warum wir uns vernetzen sollten.

Jetzt stellte sich mir die Frage: Warum soll ich die Kontaktanfragen der anderen vier Personen bestätigen, wenn ich nicht einmal weiß, was der Grund hierfür ist? Soll ich ihnen aktiv bei der Jobsuche helfen, geht es eventuell sogar um eine konkrete Jobausschreibung oder handelt es sich hierbei um einen reinen Interessenaustausch?

Ich glaube, viele Kandidaten wie auch Recruiter erleben dieses Phänomen häufig. Aus diesem Grund möchte ich in meinem heutigen Blogpost meine persönlichen „Top 3“-Regeln erläutern, auf die ich speziell als Recruiter bei meiner Personalsuche im Social Web achte.

1. Kontaktaufnahme/Vernetzung via Social Media

Ich möchte hier noch einmal darauf hinweisen, wie wichtig eine persönliche Vorstellung bei einer Kontaktanfrage ist. Es zählt wie im wahren Leben immer der erste Eindruck! Wie soll ein Personaler Ihnen helfen, wenn er noch nicht einmal weiß, was genau der Grund der Kontaktaufnahme ist?

Mein Tipp: Versetzen Sie sich einfach mal in die Lages des Personalers. Wie würden Sie eine Kontaktanfrage ohne Inhalt empfinden? Könnten Sie direkt einschätzen, warum gerade der Kontakt zu Ihnen gesucht wird?

2. „Tell me what you wanna be“ – Selbstvermarktung im Social Web

Während meiner Zeit als IT-Recruiter war ich täglich auf der Suche nach neuen interessanten Kandidaten und durchforstete hierfür Xing, LinkedIn und Co. Bei meinen Recherchen bin ich immer wieder auf interessante Experten gestoßen, die ich natürlich direkt kontaktierte. Doch dann bekam ich hin und wieder Rückmeldung vom jeweiligen Kandidaten mit dem Vermerk, dass er zwar beruflich gerade in dem Bereich tätig sei, den er auch in seinem Profil angegeben hatte, sich allerdings anderweitig orientieren möchte. Eine neue Herausforderung mit neuen Aufgaben, mit neuen Skills, mit einer ganz anderen Mobilität als zuvor. Doch warum standen genau diese Angaben nicht im Profil? Ich persönlich finde es sehr wichtig – auch um uninteressante Anfragen eines Recruiters zu vermeiden –, immer die gewünschten Präferenzen und geplanten Karrierewünsche in sein Profil einzufügen. Auch wenn überhaupt kein Interesse an einer beruflichen Veränderung besteht, ist dies eine wichtige Information für Personaler, die in ein Profil gehört.

Mein Tipp: Je aktueller die Informationen, Präferenzen und Interessen in Ihrem Profil sind, desto zielgerichteter können Recruiter mit passenden Vorschlägen auf Sie zukommen. Somit beeinflussen Sie auch selbst Ihr Ranking in Suchergebnissen.

3. „Call me maybe“ – Kontaktdaten freigeben

Super! Der erste Kontakt ist nun hergestellt und der Kandidat hat Interesse an einer Zusammenarbeit. Doch immer wieder wird meine Kontaktanfrage zwar bestätigt, aber ich erhalte keinerlei Einsicht in die Kontaktdaten oder es stehen mir nur die geschäftlichen Daten des Kandidaten zur Verfügung – die ich natürlich nicht verwenden werde, allein aus Diskretion. Ich könnte zwar weiterhin Nachrichten via Xing und Co. versenden, allerdings ist mir der persönliche Austausch sehr wichtig. Gerade das Erstgespräch sollte meiner Meinung nach zumindest telefonisch erfolgen, um sich zum einen besser kennen zu lernen und sich zum anderen über die Wünsche, Ziele, Erfahrungen und Fragen des Kandidaten auszutauschen.

Mein Tipp: Stellen Sie sicher, dass Ihre Klardaten freigegeben und Sie erreichbar sind. Natürlich ist heutzutage der Datenschutz ein großes Thema und nicht jeder möchte seine privaten Kontaktdaten direkt herausgeben. Dennoch: Nutzen Sie die Möglichkeit von Business-Netzwerken, Ihre Kontaktdaten selektiv freizugeben. So sparen Sie Zeit, da die Personaler bei interessanten Angeboten direkt auf Sie zukommen können.

Was für Erfahrungen haben Sie bei Ihrer Personalsuche oder auch Jobsuche im Social Web gesammelt? Ich freue mich auf Ihre Gedanken hierzu.

Kommentare


  1. Claus

    Wenn das wirklich Recruiting 2.0 sein soll, dann werden die Recruiter schneller als sie wahrscheinlich vermuten, die Schuh- und Versicherungsverkaeufer vom Image her nach unten „ueberholen“.. 🙂

    Es gibt bedauerlicherweise viel mehr als nur einen guten Grund Kontaktdaten nur sehr restriktiv freizuschalten.

    Antworten
  2. Stephanie Röth

    Lieber Claus,

    vielen Dank für Ihren konstruktiven Kommentar bezüglich der Datenfreigabe im Web 2.0. So hat eben jeder seine eigenen Vorstellungen von der Vorgehensweise im Social Web. Und das ist auch gut so 🙂

    Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag!

    Herzliche Grüße,
    Stephanie Röth

    Antworten

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