Wenn Sie auf der Suche nach einem neuen Job sind und Ihre Bewerbungsunterlagen und Business Netzwerke flottmachen, wird das Unwort der Unternehmung entweder „Recruiting 4.0“ oder „Networking“ lauten. Im Kampf gegen bedeutungslose Floskeln möchte ich letzteres in diesem Blog aufgreifen und Ihnen näherbringen – nicht nur das Wie, sondern auch das Warum.

Unter Networking versteht sich grundsätzlich alles, was mit dem Auf- und Ausbau Ihres (Business-)Beziehungsgeflechts zu tun hat. Zu Grunde liegt das Prinzip, dass Vitamin B gut für Ihr Know-how und Ihre Karriere ist, und sich Ihre Menge an Vitamin B mit einem wachsenden, gepflegten (!) Netzwerk erhöht.

Doch beim Netzwerken geht es, anders als es viele Karriereratgeber vermuten lassen, nicht einzig um das nächste Treppchen auf der Karriereleiter. Genauer gesagt, ist diese Grundeinstellung dem Network gegenüber eher abträglich.

Bemühen Sie Ihre Kontakte nur dann, wenn Sie auf der Suche nach einer neuen Position sind, werden diese das irgendwann bemerken und Sie in Ihrer Attraktivität als Businesskontakt herabstufen. Was also ist das Geheimnis eines gut funktionierenden Netzwerks?

Welches Netzwerk ist das richtige für mich?

Zunächst stellt sich die Frage, ob Sie in einem, zwei oder mehr Business Netzwerken aktiv sein möchten. Letztendlich empfehle ich für den deutschsprachigen Raum Xing. Wenn Sie viele internationale Kontakte pflegen (möchten) lohnt es sich, einen Blick auf LinkedIn zu werfen. Wenn beide Netzwerke Neuland für Sie sind, finden Sie hier meine Beiträge zu einem aussagekräftigen Xing- bzw. LinkedIn-Profil. Darüber hinaus gibt es natürlich zahlreiche fachspezifische Foren, in denen Sie sich ebenfalls mit anderen Mitgliedern austauschen und vernetzen können.

Ein gutes Netzwerk ergibt sich aus einer Mischung von persönlichem Kontakt auf Messen wie zum Beispiel den VDI- oder IT-Jobtagen oder Networkingveranstaltungen wie der New Work Experience und Ihrer Onlinepräsenz. Wie Sie auf sich aufmerksam machen auf Messen, können Sie im Blogpost von meiner Kollegin Katharina Hain lesen.

Spreche ich auf einer Veranstaltung oder in einem Meeting mit einer Person, die ich sympathisch finde oder mit der ich berufliche Schnittmengen habe, dann bedanke ich mich im Nachgang via Xing oder LinkedIn für das Gespräch und stelle eine Kontaktanfrage. Damit bleibe ich der Person in Erinnerung und kann schnell und unkompliziert Kontakt aufnehmen.

Generell ersetzen Kontaktanfragen nicht nur die leidige Visitenkarte, die mit anderen Visitenkarten schnell in einer Schublade verschwindet, sondern liefern sowohl Ihnen als auch Ihren neuen Kontakten einen echten Mehrwert. So sieht Ihr Netzwerk beispielsweise, wenn Sie Ihren „Ich biete“-Bereich aktualisieren und wer weiß – vielleicht sucht der Teamleiter, den Sie auf einer Messe getroffen haben, genau nach jemandem mit Ihren Kompetenzen.

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Netzwerken: Ein nicht zu unterschätzendes Potenzial

Doch ein gutes Netzwerk kann weit mehr als nur Karriere. Xing und LinkedIn bieten eine breite Landschaft an Gruppen und damit viele Austauschmöglichkeiten mit Gleichgesinnten. Bei der Auswahl von Gruppen in denen Sie aktiv sein möchten, lohnt es sich darauf zu achten, wie viele Gruppenmitglieder es gibt und wie viele Beiträge und Kommentare in dieser Gruppe bereits geteilt werden. Damit vermeiden Sie den Eintritt in inaktive Gruppen, aus denen Sie nichts mitnehmen können.

Die Anzahl der Mitglieder und Beiträge sehen Sie, wenn Sie sich die Suchergebnisse Ihrer Gruppensuche ansehen. Hierbei sollten Sie unterscheiden, ob es sich um eine Gruppe handelt, in der nur sehr spezielle Themen besprochen werden, dann kann schon eine Größe von 400 Mitgliedern ausreichend sein. Gruppen, in denen viel Diskussion stattfindet, haben Mitgliederzahlen im 5-stelligen Bereich und trotzdem einen Mehrwert.

Wichtig ist, dass Austausch stattfindet. Sind Sie in Gruppen, in denen keine Diskussionen oder Beiträge geteilt werden, können Sie austreten. Damit vermeiden Sie unnötigen Ballast.

Beim Beitreten in eine Gruppe gehört meist eine Vorstellung Ihrer Person zum guten Ton. Ich setze dabei gerne auf eine Kurzvorstellung mit den notwendigsten Infos und einer kurzen Stellungnahme, was ich mir von der Gruppe erhoffe. Dabei stelle ich oft fest, dass bereits dieser erste Beitrag zu neuen Besuchern auf meinem Profil führt.

Diese schreibe ich dann entweder direkt an, oder suche den Thread in der Gruppe und beteilige mich am Gespräch. So kommt man recht schnell in einen Austausch. Ihr Profil ist gepflegt, Sie haben erste Kontakte und sind einigen Gruppen beigetreten. Jetzt können Sie kreativ werden!

Die Möglichkeiten, sich in einer Gruppendiskussion zu beteiligen sind vielseitig. Sie können Fachbeträge oder Branchennews teilen, Beiträge von anderen kommentieren oder selbst Fragen stellen, bei denen Sie auf die Hilfe von Gruppenmitgliedern bauen. Ergibt sich dann eine Konversation, können Sie die Gruppenmitglieder in Ihr Netzwerk aufnehmen.

So erweitern Sie Ihr Netzwerk fortlaufend um Personen, die Ihnen einen Mehrwert bringen und die ihrerseits selbst einen aus Ihnen ziehen können.

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Kontaktpflege Ihrer Businessnetzwerke: Wer kennt wen?

Damit Ihnen Ihr stetig wachsendes Netzwerk auch tatsächlich von Nutzen ist, müssen Sie sich neben Ihrer Beteiligung in Gruppen auch um Ihre Kontakte kümmern. Daher empfehle ich, nicht wahllos neue Kontakte hinzuzufügen, sondern nur diejenigen, mit denen Sie auch tatsächlich etwas verbindet.

Beim Senden einer Kontaktanfrage sollten Sie sich beispielsweise einen Augenblick Zeit nehmen, um eine Nachricht zu verfassen, wieso Sie gerne Ihr Netzwerk um die betreffende Person erweitern möchten. Werde ich beispielsweise von einer Person angefragt, die ich nicht kenne und von der ich auch keinen Grund für die Anfrage erhalte, lehne ich den Kontakt ab. So gewährleiste ich, dass mein Netzwerk nur aus Kontakten besteht, die für mich eine Relevanz haben und umgekehrt.

Um das Netzwerk lebendig zu halten und um immer wieder im Feed Ihrer Kontakte aufzutauchen und damit nicht in Vergessenheit zu geraten, sollten Sie täglich ein paar Minuten in die Netzwerk-Pflege investieren. Damit ist nicht gemeint, dass Sie täglich einen Post absetzen oder Ihr Profil überarbeiten müssen. Gratulieren Sie Ihren Kontakten zum Geburtstag, zu neuen Positionen, kommentieren Sie Beiträge und beantworten Sie Ihrerseits Kommentare und Messages.

Damit bleiben Sie nicht nur bei Ihren Kontakten in Erinnerung, gleichzeitig erhöhen Sie Ihre Aktivität im Netzwerk und werden auch bei Suchen, zum Beispiel durch Recruiter, bevorzugt in den Suchergebnissen angezeigt.

Fazit: Networking lohnt sich gleich mehrfach

Sie sehen: hinter dem Begriff „Networking“ steht ein kleiner Zeitaufwand, der sich allerdings gleich mehrfach für Sie lohnt. Vom Auf- und Ausbau von Know-how über Austausch zu verschiedenen Themen und Karrieremöglichkeiten – ein gepflegtes Netzwerk zahlt sich allemal aus. Wichtig dabei ist Authentizität.

Sprich, dass Sie neben Ihrer „analogen“ auch eine digitale Persönlichkeit aufbauen und sich ebenso um Ihre Online-Kontakte, wie auch Ihre Offline Kontakte kümmern – dann steht erfolgreichem Networking nichts mehr im Wege!

Welche Erfahrungen haben Sie zum Thema Networking gemacht? Was tun Sie, um Ihr Netzwerk zu erweitern?

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