Sie ist wichtig und wird aufgrund des Fachkräftemangels immer wichtiger werden: die Mitarbeiterbindung, auch Retention Management genannt. Juni und Juli sind klassische Monate für das Sommerfest, ein ganz typisches Instrument für die Mitarbeiterbindung. Es gibt in der Regel gutes Essen und Trinken, hochwertiges Unterhaltungsprogramm und Mitmachaktionen … so auch bei uns. Ein Sommerfest ist definitiv dafür da, dass man sich als Mitarbeiter mit dem Unternehmen verbunden fühlt, man fühlt sich vor allem aber wertgeschätzt. Doch bindet einen das alleine langfristig an ein Unternehmen?

Was wollen die Mitarbeiter?

Dazu gibt es einige Ansätze, Theorien und auch Studien. Vorneweg: Finanzielle Anreize sind nicht ausschließlich Gründe, warum man bei einem Unternehmen bleibt – natürlich auch, wer arbeitet schon gerne umsonst? Immaterielle Faktoren haben für die Mitarbeiterbindung eine weitaus größere Bedeutung. Dazu zählen Anerkennung, Wertschätzung, eine vertrauensvolle und angenehme Unternehmenskultur, transparente Kommunikation, zeitnahes Feedback und natürlich Fairness. Darüber hinaus gibt es noch die normative Bindung, also die Verpflichtung des Mitarbeiters gegenüber dem Unternehmen. Im Rahmen des HR-Reports 2011 wurden Entscheider nach ihrer Meinung bezüglich Retention Management befragt. Sehr interessant, sie sehen eine Notwendigkeit von unterschiedlichen Maßnahmen je nachdem, in welchem Alter der Mitarbeiter ist. Um es kurz zusammenzufassen: Ältere Mitarbeiter wünschen sich vor allem, ihrer Meinung nach, Beschäftigungssicherheit, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und eine betriebliche Altersvorsorge. Jungen Mitarbeitern müssen dagegen Karriereperspektiven, Förder- und Entwicklungsprogramme, eine marktgerechte Entlohnung sowie Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit geboten werden. Klingt logisch.

Wertschätzung ist wichtig

Um auf die Frage am Anfang zurückzukommen: Die Wertschätzung ist definitiv eines der wichtigen Mittel, einen Mitarbeiter emotional an ein Unternehmen zu binden und sowohl seine Leistung als auch seine Loyalität dem Unternehmen gegenüber zu erhöhen … und so ein Sommerfest ist da meiner Meinung nach gar kein schlechter Anfang. Doch neben der emotionalen Bindung muss es auch fachliche (zum Beispiel spannende Aufgaben, Karriereperspektiven, Weiterbildungsmöglichkeiten) und finanzielle Anreize geben. Wie bei fast allem: Der Mix macht’s! Was meinen Sie, was ist Ihrer Meinung nach wichtig für die Mitarbeiterbindung?

Kommentare


  1. Silvia Haenig

    Hallo Frau Wolf,

    ich denke aus der Erfahrung und Praxis heraus, dass Mitarbeitern heute vor allem die persönliche Erfüllung sehr wichtig ist. Das bedeutet für den Arbeitgeber und sein Engagement für die Bindung. dem Mitarbeiter ein interessantes Arbeitsumfeld in form von guten Projekten zu bieten und vor allem ihm auch Verantwortung zu übertragen. Sicher, nicht jeder will das. Aber doch die Mehrheit genießt einen Erfolg umso mehr, wenn man persönlich dafür verantwortlich war. Denn die Übertragung von Verantwortung ist ja auch gleichzeitig ein Zeichen von Wertschätzung.

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  2. Frank Wiekhorst

    Hallo Frau Wolf,

    ich denke, dass sich nahezu jeder Mensch darüber definiert, was er bewegt. Das muss nicht zwangsläufig im beruflichen Kontext sein. Aber je mehr man in einem Unternehmen gestalten kan, desto höher wird die Freude und der Stolz auf die eigene Arbeit sein. Wer es schafft, dass die Mitarbeiter stolz auf das sein können, was im Unternehmen geleistet wird, der wird auch eine hohe Bindung seiner Mitarbeiter erfahren.

    Die zentrale Frage für HT muss also sein: Welche Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden, damit Mitarbeiter etwas schaffen können worauf sie stolz sein können? Ich glaube, dass diese Frage auch ein gutes Maß für die Bewertung von Vorgesetzten ist. Was tut ein Vorgesetzter dafür, dass seine Mitarbeiter die nötigen Mittel haben, damit sie ihre Aufgaben so erfüllen können, dass sie stolz auf das Erreichte sein können.

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  3. Marianne Haid-Müller

    Hallo Frau Wolf,

    im Grossen und Ganzen stimme ich ja mit Ihrer Einschätzung zur Mitarbeiterbindung zu. Aber wer sagt denn, dass wir älteren Mitarbeiten nicht auch Karriereperspektiven, Förder- und Entwicklungsprogramme, eine marktgerechte Entlohnung sowie Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit zu schätzen wissen und uns wünschen?
    Nur weil man älter wird, muss man doch nicht nur an Gesundheit und Altersvorsorge denken.
    Ich glaube auch, dass die gesicherte Altersvorsorge ein noch vordringlicheres Thema für jüngere Mirarbeiter wird, da die staatliche Sicherung immer weiter wegbricht.
    Das Miteinander von emotionaler Bindung, fachlichen Perspektiven und fiinanziellen Anreizen bei Hays hat mich jedenfalls überzeugt.

    Aber wie bereits erwähnt, der Mix machts und damit ist HT bereits auf dem besten Wege!!!

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  4. Rosa Oehler

    Hallo Frau Wolf,

    darf ich Sie fragen, ob bei so einem Sommerfest bei Hays zum Beispiel, auch die Familie von den Mitarbeitern einbindet, oder ist es exklusiv für die Mitarbeiter? Es soll so groß sein, dass die deutsche, die österreichische und die schweizerische Niederlassungen dabei sind, doch Partner und Familie sollen nicht dabei sein, damit der Berufseinsteiger eventuell besser „networking“ kann, nehme ich an, oder? Ich persönlich finde, dass die Mitarbeitereinbindung besser gelingt, wenn das Gefühl einer „großen Familie“ entsteht, doch sicher hängt dies von den Kapazitäten der Firma, von dm Ort der Veranstaltung, usw.

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    1. Christina WolfChristina Wolf

      Liebe Frau Oehler,

      vielen Dank für Ihren Kommentar! Prinzipiell stimme ich Ihnen zu, dass eine Einbindung der Familien der Mitarbeiterbindung dient. Bei unserem Sommerfest mit über 1.400 Teilnehmern würde dies unseren Rahmen allerdings sprengen, wenn wir auch die Familien integrieren würden. Bei kleineren Veranstaltungen ist die Teilnahme für Familienmitglieder natürlich möglich, insofern es sich thematisch anbietet.

      Herzliche Grüße aus Mannheim

      Christina Wolf

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