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Wie erfolgreich die Jobsuche verläuft, hängt von einem guten Selbstmarketing ab. Die fortgeschrittene Digitalisierung macht es unerlässlich, sich im virtuellen Raum geschickt zu platzieren. Wer ein paar einfache Spielregeln beachtet, wird es weit bringen.

Die Nische als Überholspur

Bei Bewerbungen können sich Kandidaten clevere Strategien aus dem Produktmarketing zunutze machen – denn ohne geeignete Marketingstrategie wird auch das beste Produkt nicht zum Kassenschlager. Eine gründliche Recherche im Vorfeld der Bewerbung ist daher unerlässlich: Welche anderen Bewerber (Produkte) in diesem Bereich gibt es bereits? Wie positioniere ich mich im Vergleich zu anderen?

Jedes Spitzenprodukt benötigt einen Vermarktungsplan. Wer sich als Bewerber getreu dem Motto „Die sehen doch, was ich bisher gemacht habe“ verhält, schwimmt als Fisch in einem Netz von Vielen. Heben Sie Ihre eigenen Leistungen und Erfolge gemäß den 4 „P“ des Marketing Mixes hervor.

Gerade bei Nischenprodukten sind die passende Wortwahl und ein Tagging (freie Verschlagwortung oder Indexierung) der Kenntnisse unerlässlich. Haben Sie Spezialkenntnisse in einer Underdog-Computersoftware? Toll! Sprechen Sie eine exotische Sprache wie Luxemburgisch oder Walisisch? Noch besser! Diese und ähnliche Qualifikationen sollten Sie der Arbeitswelt nicht vorenthalten.

Product – kennen Sie Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Sie sind das Produkt und zeitgleich der Produktmanager. Machen Sie deutlich, dass Sie die notwendige Voraussetzung für die Stellenbesetzung erfüllen und dass Sie sich über Ihren Unique Selling Point (USP) im Klaren sind. Achten Sie auf die Aktualität Ihrer Social Media Business-Profile bei Xing und LinkedIn.

Sind Ihre letzten Stationen chronologisch aufgeführt und die Stellenbezeichnungen und Aufgaben präzise und für die gewünschte Stelle relevant? Haben Sie ein aktuelles Profilfoto eingepflegt (Businesskontext)?

Bei den Netzwerken mit einem ausgesprochenen Freizeitcharakter wie Facebook oder Twitter ist es ein absolutes Muss, die Privatsphäre-Einstellungen regelmäßig zu überprüfen. Nur wer hier seriös agiert, darf sich über eine Einladung zum Bewerbungsgespräch freuen.

Price – was sind Sie (sich) wert?

Was, denken Sie, sind Sie wert? Stimmt diese Einschätzung mit Ihren Skills und Ihren Erfahrungen überein? Eine Überschätzung ist ebenso fatal wie eine Unterschätzung. Setzen Sie sich an dieser Stelle realistische Ziele und beachten Sie auch die Unternehmensgröße bei Ihrer Angabe.

Ein mittelständisches Unternehmen wird kaum die in einem Konzern üblichen Gehälter bezahlen.
Eine gute Orientierung bieten an dieser Stelle Gehaltsstudien oder Marktstudien, wie bspw. der Hays-Fachkräfte-Index.

Place – wo promoten Sie sich selbst?

Für Marketers ist die Platzierung des Produkts ein wichtiger Faktor. Ob Sie ganz unten im Regal oder auf Augenhöhe im Kassenbereich stehen, hat entscheidende Auswirkungen auf Ihre Vermarktung. Eine geschickte Platzierung erhöht die Kaufkraft durch eine erhöhte Sichtbarkeit.

Stärken Sie daher die Sicht auf sich und bieten Sie sich auf möglichst vielen Kanälen an: über die Datenbank eines Personaldienstleisters, Jobboards, Social Media Business-Kanäle (Xing oder LinkedIn) und in persona über Networking Events.

Je leichter Sie zu finden sind und über je mehr Kontakte sie verfügen, desto höher ist die Ihnen geschenkte Aufmerksamkeit. Auch ein großes Netzwerk sorgt für eine hohe Transparenz und ermöglicht es Arbeitgebern und Headhuntern, mit Ihnen in Kontakt zu treten.

Promotion – wie promoten Sie sich?

Dieser Punkt ist das wichtigste Element Ihres Marketing Mixes. Um rekrutiert zu werden, müssen Sie neben den relevanten Rahmenbedingungen für die neue Stelle sich auch zielgruppenrelevant platzieren.

Während „Place“ sich mit dem „Wo“ beschäftigt, zielt „Promotion“ auf die Optimierung der Möglichkeiten zur Selbstvermarktung ab.

Gleichen Sie daher Ihre crossmedialen Aussagen ab. Das oberste Gebot lautet: Lehnen Sie sich nicht zu weit aus dem Fenster. Wenn ein Produkt die Erwartungshaltung des Konsumenten nicht erfüllt, kann der Kunde von seinem Rückgaberecht Gebrauch machen.

Aus Puzzleteilen entsteht ein Gesamtbild

Um Ihren Traumjob zu erhalten, genügt es nicht, ein paar E-Mails und ein Standardanschreiben zu formulieren. Genauso wenig lässt sich die gewünschte Position nur über Jobportale erreichen. Bei der Jobsuche müssen Sie strategisch und proaktiv vorgehen und eine eigene Marke konzeptionieren.

Wie vermarkten Sie sich? Welche Erfolge konnten Sie mit Selbstmarketing bisher erreichen? Ich freue mich über einen Erfahrungsaustausch mit Ihnen.

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