Kennen sie das? Sie sitzen mit einem Ansprechpartner zusammen und sprechen mit ihm oder ihr über die Bedeutung und Potenziale der selbständigen Experten und welche Vorteile und Nutzen diese für wichtige Innovationsvorhaben in Wirtschaft und Gesellschaft haben.

Dieses ungläubige Staunen, über die digitale Arbeitswelt da draußen und was alles bereits heute möglich ist.

So geht es mir häufig, wenn ich mit Politikern zusammensitze und berichte, welche Erwerbsmodelle es mittlerweile durch die Digitalisierung gibt und was das für unseren Arbeitsmarkt in Deutschland bedeutet. Vielleicht ist hier das ungläubige Staunen besser verpackt. Politiker halt. Poker Face. Aber man kann es doch irgendwie erahnen.

Überraschungen aus Berlin – Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft

Umso erfreulicher ist es dann, wenn ich hier auch etwas Positives aus dem politischen Berlin berichten kann. Das wird dem einen oder der anderen vielleicht gleich auch Erstaunen abringen, aber so ist das eben in Berlin. Es gibt immer noch positive Überraschungen und meistens von Seiten, von denen man es vermeintlich nicht glauben mag.

Mein Stellvertreter beim Bundesverband für selbständige Wissensarbeit e.V. schrieb überschwänglich vor kurzem, es zeichnet sich Licht am Ende des Tunnels ab. Das klingt ja erstmal positiv.

Seit Beginn der neuen Legislaturperiode und den anfänglichen Irrungen und Wirrungen unserer gewählten Parteien, ob wir aus Deutschland ein zweites Jamaika… Pardon. Eine Jamaika-Koalition regieren soll oder doch lieber die Große Koalition, hat sich einiges getan. Auch beim Thema neue Erwerbsformen, wie das Freelancertum noch immer genannt wird.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) startete mit etwas Neuen und Innovativen in die Legislaturperiode. Zum ersten Mal gibt es innerhalb eines Bundesministeriums eine eigene Abteilung „Digitalisierung und Arbeitswelt“, die sich um das Thema „Digitale Transformation und Arbeit“ kümmert. Innerhalb dieser Abteilung gibt es zusätzlich einen etwas losgelösten Think Tank. Die „Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft“.

Das BMAS schreibt über ihre Denkfabrik, dass sie eine „neuartige, interdisziplinär und agil arbeitende Organisationseinheit […], die Funktionen und Arbeitsweisen eines klassischen Think Tanks und eines zeitgenössischen Future Labs verbindet.“

Häufig liegen Welten zwischen Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung. Doch bei der Denkfabrik stehen Taten hinter den netten Worten.

Bei dem Einsatz von hochqualifizierten Freelancern muss sich etwas ändern

In meiner Funktion als Vorstandvorsitzender des Bundesverbandes für selbständige Wissensarbeit e.V., stehen wir im Austausch mit dem Bundesministerium. Es lässt sich jetzt bereits sagen, dass das Ministerium erkannt hat, dass es bei dem Einsatz von hochqualifizierten Freelancern etwas ändern muss. Wir benötigen endlich vollständige Rechtssicherheit.

Dies konnten wir bei verschiedenen Veranstaltungsformaten mit anderen Vertretern von Verbänden, Wirtschaft und Gewerkschaften deutlich machen. Und darüber hinaus mit unserer Expertise aus der Praxis untermauern.

Man merkt in Berlin, dass das Thema Rechtssicherheit beim Einsatz von selbständigen Experten gerade an Fahrt aufnimmt. Die Wissenschaft publiziert Aufsätze und auch Fachbücher und macht deutlich, dass es Handlungsbedarf gibt.

Die Bundestagsfraktion der Bündnis 90/ Die Grünen und die FDP-Bundestagsfraktion stellen Kleine Anfragen (ein Instrument welches die Oppositionsparteien im Bundestag nutzen, um Fragen an die Bundesregierung zu stellen, um Auskunft zu verschiedenen Thematiken zu erhalten oder den Standpunkt der Bundesregierung zu ermitteln) zu Themen wie dem Statusfeststellungsverfahren und dem rechtssicheren Einsatz von Freelancern.

Das SPD-Wirtschaftsforum hat ein Positionspapier mit seinen Mitgliedsunternehmen erarbeitet und fordert unter der Überschrift „Eine digitale Arbeitswelt bedarf des rechtssicheren Einsatzes von Digitalisierungsexperten!“ dringende Reformen.

Fazit

Sie sehen, es gibt Dynamiken, welche das Thema gerade stärken. Das ist gut und wichtig und zeigt, wie gehaltvoll der Dialog von Politik und Wirtschaft ist, wenn es um entscheidende Zukunftsthemen geht.

Nichtdestotrotz heißt es weiter am Ball bleiben und das Thema treiben. Nicht das sich das Licht am Ende des Tunnels als ein Zug entpuppt, der auf uns zurast. Vorsicht an der Bahnsteigkante.

Kommentare


  1. Oliver Hauck

    Das zweifach tragische ist, daß wir diese Loser, Sozialpädagogen und Advokaten bezahlen dürfen,
    auf daß sie uns dann im Weg stehen.
    Man kann inkompetent sein und sich dafür bezahlen lassen, das gibt es überall.
    Was man nicht machen kann, inkompetent, teuer, null eigener Beitrag und dazu noch auf der Bremse stehen.
    In Sonntagsreden wird ein Loblied auf Innovation, Digital blabla gesungen.
    Ab Montag wird es dann wieder zäh. Unsre W-Politik ist einfach erbärmlich. Viele gehen einfach, das Niveau sinkt weiter. Dr.-Ing. Oliver Hauck

    Antworten
    1. admin

      Lieber Herr Hauck,

      die Frustration kenne ich, die ich bei Ihnen raushöre. Aber wir brauchen einen offenen Dialog. Natürlich gibt es unterschiedliche Interessen,
      Missverständnisse etc… Auf komplexe Sachverhalte gibt es keine einfachen Lösungen. Ich habe größten Respekt vor der Politik, die das Land zusammenhalten muss.
      Am Ende ist es wie im Business auch. Viele Köpfe mit unterschiedlichen Meinungen. Wir müssen bei dem von mir angesprochenen Themen gemeinsam um die
      beste Lösung für den Wirtschaftsstandort Deutschland ringen. Das ist kein leichtes Unterfangen. Dafür braucht es eine positive Vision.

      Beste Grüße
      Carlos Frischmuth

      Antworten
  2. Oliver de Byl

    Lieber Herr Frischmuth,
    vielen Dank für Ihren langjährigen, unermüdlichen und konstruktiven Einsatz bei diesem komplexen Thema.
    Gern erinnere ich mich an die Mailingaktionen und andere Aktivitäten in der Vergangenheit, die dazu beigetragen haben, Benachteiligungen für die hochqualifizierten Freelancer abzuwenden.
    Bleiben Sie weiter am Ball!

    Antworten
    1. admin

      Lieber Herr de Byl,

      über Ihren Kommentar freue ich mich. Ja, mit vielen aktiven Mitstreitern wie auch Ihnen versuchen wir die dicken politischen Bretter zu bohren. Ich bleibe positiv optimistisch, aber es ist noch ein langer Prozess.
      Freue mich wenn wir uns bald einmal wiedersehen.

      Beste Grüße
      Carlos Frischmuth

      Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Artikel