Soft Skills sind für 85 Prozent der Personaler das wichtigste Entscheidungskriterium bei der Einstellung von Hochschulabsolventen (Quelle: Arbeit-ABC). Vor einiger Zeit prägte Coleen Barrett, ehemalige Präsidentin von Southwest Airlines, den folgenden Satz: „Hire for attitude, train for skills.“ Mittlerweile gibt es in der Recruiting-Welt hierzu einige spannende Fachartikel, Blogs und Bücher. Auch unsere Hays-Studien zeigenbeispielsweise, dass Mitarbeiter nicht mehr allein für ihre Fachkompetenz eingestellt und geschätzt werden.

Aber was genau ist eigentlich der Unterschied zwischen Kompetenzen, Fähigkeiten, Skills und Qualifikationen?

Das zu verstehen, wird Ihnen dabei helfen, Stellenbeschreibungen besser zu analysieren. So können Sie besser nachvollziehen, nach welchen Fähigkeiten und Kompetenzen der Arbeitgeber sucht und warum.

Kompetenzen, Fähigkeiten und Skills – was bedeuten diese Begriffe eigentlich?

  • Skills: Dieser Begriff wird in dem mittlerweile von (zu) vielen Anglizismen geprägten deutschen Sprachgebrauch häufig als Synonym zu Kompetenzen verwendet. Direkt übersetzt aus dem Englischen bedeutet „skill“ Fertigkeit, Fähigkeit oder Können. Es lohnt sich jedoch, in Stellenausschreibungen genauer hinzuschauen, ob es sich um sogenannte Soft Skills oder Hard Skills handelt. Der Begriff Hard Skills soll im Folgenden als Synonym für Ihre berufliche Qualifikation genutzt werden. Soft Skills sind mannigfaltige Ausprägungen Ihrer Kompetenzen.
  • Fähigkeiten: Hier handelt es sich um geistige, praktische Anlagen, die angeborenen oder konkreten erlernten Fertigkeiten, die Sie benötigen, um eine bestimmte Arbeit gut zu erledigen. Abhängig von der jeweiligen Position reichen sie von Buchführung und Programmierung bis hin zu Schweißen oder der Erstellung von Ausschreibungen. Allerdings sollten Sie auch hier zwischen Fachwissen und sozialen Fähigkeiten unterscheiden. Während Fachwissen messbare fachliche Fähigkeiten umfasst, die eine Fachkraft durch ihre speziellen Qualifikationen und Berufserfahrungen nachweist, haben soziale Fähigkeiten keinen fachlichen Bezug und sind weniger in speziellen Berufsfeldern verwurzelt. Beispiele für Fachwissen sind demnach Computerprogrammierung oder Fremdsprachenkenntnisse, während unter soziale Fähigkeiten beispielsweise Zeitmanagement oder verbale Kommunikation fallen.
  • Kompetenzen: Dieser Ausdruck bezeichnet Kenntnisse und Verhaltensweisen, die ein Mensch in seinem Leben erlernt und die ihm zur Verfügung stehen. Dies schließt alle Wissensbestände und Denkmethoden, ein individuelles Vermögen an Kompetenz, Befähigung und Potenzial ein. Kurz: die Kenntnisse und Verhaltensweisen, durch die eine Person in einem Job erfolgreich ist. Dazu zählen zum Beispiel strategische Planung und datenbasierte Entscheidungen. Kompetenzen stehen dafür, wie eine Person durch ihr Verhalten in ihrer Position die gewünschten Ergebnisse erzielt. Genau wie bei den Fähigkeiten und Skills gibt es auch verschiedene Arten von Kompetenzen. Hierzu zählen persönliche Kompetenzen, soziale Kompetenzen wie auch Ihre Kernkompetenzen. Letztere beschreiben Attribute, die ein erfolgreicher Mitarbeiter/eine erfolgreiche Mitarbeiterin benötigt, um sich von Kollegen/Kolleginnen abzuheben.

 

Warum es wichtig ist, die Begriffe zu verstehen

Fähigkeiten, Kompetenzen und Skills sind Begriffe, die Ihnen auf der Suche nach einem neuen Job regelmäßig unterkommen. Wenn Sie also gerade in der Situation sind, dass Sie einen neuen Job suchen oder auch herausfinden wollen, wie Sie sich beruflich weiterentwickeln können, dann ist es besonders wichtig, dass Sie die Unterschiede zwischen den oben genannten Begrifflichkeiten kennen.

Denn wenn Sie diese verstehen, wird es Ihnen helfen:

  • Fähigkeiten und Kompetenzen so in Ihrem Lebenslauf zu präsentieren, dass sie den Leser ansprechen
  • in einem Vorstellungsgespräch zu erklären, worin Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen bestehen, und sie direkt mit der ausgeschriebenen Stelle zu verknüpfen
  • sich bewusst zu werden, bei welchen Fähigkeiten Sie Lücken haben und welche Kompetenzen Sie ausbauen können, um jetzt und in Zukunft beruflich erfolgreich zu sein

Wie bereits erwähnt sind auch Stellenausschreibungen gespickt mit diesen Begrifflichkeiten. Und eine Stellenanzeige richtig zu verstehen, legt den Grundstein für erstklassige Bewerbungsunterlagen sowie ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch.

Erst wenn Sie begreifen, was ein Unternehmen sucht, können Sie dementsprechend die Werbetrommel für sich rühren.

Die meisten Stellenbeschreibungen lassen sich grob in fähigkeits- oder kompetenzbasierte einordnen. Der Unterschied besteht darin, dass fähigkeitsbasierte Stellenbeschreibungen meist aus der Stellenbezeichnung, den Aufgaben und den geforderten Fähigkeiten bestehen.

Kompetenzbasierte Stellenbeschreibungen verfolgen hingegen eher einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem auch berücksichtigt wird, wie der Stelleninhaber sich verhalten sollte, um Erfolg in der jeweiligen Position zu haben.

Noch ausführlicher erklärt: Eine fähigkeitsbasierte Stellenbeschreibung ist das „traditionellere“ Konzept, mit dem Sie am ehesten vertraut sein dürften. Bei dieser Art der Stellenbeschreibung werden die Verantwortlichkeiten in einer Position erläutert, indem die zu erledigenden Aufgaben und die dafür erforderlichen Fähigkeiten aufgelistet werden.

Der besondere Schwerpunkt liegt auf den Qualifikationen und Erfahrungen des Bewerbers/der Bewerberin, ohne die Vorzüge der Person als Persönlichkeit zu berücksichtigen (z. B. dass Sie einen Hochschulabschluss in Nachrichtentechnik haben oder über professionelle Programmierkenntnisse in Python verfügen).

Bei kompetenzbasierten Stellenbeschreibungen hingegen beruht der oben erwähnte ganzheitliche Ansatz auf der Annahme, dass Ihr bisheriges Verhalten Aufschluss über Ihre künftige Leistung gibt.

Sie berücksichtigen, wie Sie Ihre Fähigkeiten und Kenntnisse anwenden, und nicht nur, über welche Fähigkeiten und Kenntnisse Sie verfügen (z. B. analytisches Denkvermögen, Teamarbeit und Kundenorientierung).

 

An welchen Stellen Fähigkeiten und Kompetenzen bei der Jobsuche eine Rolle spielen

Sobald Sie für sich erfasst haben, worum es dem suchenden Unternehmen geht, können Sie die Erstellung Ihres Anschreibens sowie Ihres Lebenslaufes in Angriff nehmen. Hier sollten sowohl Ihre Fähigkeiten als auch Ihre Kompetenzen zur Geltung kommen, die bestenfalls zu einem Großteil mit denjenigen in der Stellenausschreibung übereinstimmen sollten.

Ermitteln Sie also zunächst, ob es sich um eine fähigkeits- oder kompetenzbasierte Stellenbeschreibung oder eine Mischung aus beiden handelt, damit Sie Ihre Bewerbungsunterlagen auf das zuschneiden können, wonach der Leser sucht.

Bestimmen Sie dann die Fähigkeiten und Kompetenzen, über die Sie verfügen und die für die konkrete Stelle benötigt werden, auf die Sie sich bewerben. Bauen Sie diese geschickt in Ihr Anschreiben ein.

Überdies sollten Sie Ihre relevanten Fähigkeiten und Kompetenzen in den Abschnitt „Praxiserfahrung“/„Berufserfahrung“ Ihres Lebenslaufs einflechten. Waren Sie zuvor beispielsweise im Finanzbereich tätig, dann müssten Kompetenzen wie Konfliktmanagement, Veränderungsmanagement und flexible Anpassung von Strategien neben Ihren fachlichen und sozialen Fähigkeiten von Bedeutung sein.

Denken Sie zudem unbedingt daran – wo möglich – auch messbare Ergebnisse anzuführen, die Sie dank Ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten erzielen konnten.

Im Vorstellungsgespräch empfiehlt es sich, Ihre relevanten Fähigkeiten und Kompetenzen dem Gesprächspartner gegenüber nochmals herauszustellen. Seien Sie neben konkreten Fach- und Standardfragen (zu Ihren fachlichen und sozialen Fähigkeiten) auch auf kompetenzbasierte Fragen gefasst.

Denken Sie daran, dass kompetenzbasierte Fragen darauf abzielen, konkrete Eigenschaften zu testen. So sollen Sie möglicherweise erläutern, wie Sie in der Vergangenheit eine schwierige Arbeitssituation gelöst haben oder wie Sie bisher mit anderen Teammitgliedern daran gearbeitet haben, ein gutes Ergebnis zu erzielen.

 

Wie Sie sich durch den Ausbau von Fähigkeiten und Kompetenzen beruflich weiterentwickeln

Nicht nur in Ihrem Bewerbungsgespräch sollten Sie unbedingt daran denken, auf Ihre fortlaufende Lernbereitschaft hinzuweisen. Lebenslanges Lernen sowie die dazugehörige Lernbereitschaft und -fähigkeit sind in Zeiten des digitalen Wandels bedeutende Kernkompetenzen, was unter anderem auch im Hays-HR-Report deutlich wird.

Laut IAB-Kurzbericht, das Erwerbspersonenpotenzial in Deutschland betreffend, wird die Anzahl an Erwerbspersonen bis 2060 drastisch zurückgehen. Dies, kombiniert mit der Aussage, dass 65 Prozent der Schulanfänger in Berufen arbeiten werden, die es heute noch gar nicht gibt, lässt als Schlussfolgerung nur vermuten, dass lebenslanges Lernen und eine stetige Kompetenzerweiterung im Beruf noch stark an Bedeutung zunehmen werden.

Wie groß ist beispielsweise Ihre Bereitschaft, Fähigkeiten und Kompetenzen zu erlernen, über die Sie noch nicht verfügen? Wissen Sie, wie sich Ihre Karriere gestalten kann? Kennen Sie alle Weiterbildungsmöglichkeiten, die Ihnen zur Verfügung stehen?

Informieren Sie sich hierzu gerne in unserem Karriere-Center.

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