Nach meinen letzten Vorhersagen zum CL-Sieg der Bayern im Finale verkneife ich mir heute jedweden Kommentar zum EM-Auftritt unserer Nationalmannschaft. Wahrscheinlich habe ich meine Kompetenzen in Sachen Fußball wohl doch überschätzt … Kompetenzen sind ein gutes Stichwort! Welche Rolle spielen sie eigentlich im Berufsleben? Wie kann man sie am sichersten in einem Gespräch erkennen? Und welche Kompetenzen kann man heute von Bachelor- oder Masterabsolventen – die direkt von der Hochschule kommen – erwarten. Der Bologna-Prozess mit dem Ziel, die Beschäftigungsfähigkeit von Absolventen zu erhöhen, ist nun fast abgeschlossen. Das Gros der Studiengänge ist umgestellt. Laut Hochschulrektorenkonferenz (HRK: Statistische Daten zu Bachelor- und Masterstudiengängen, WS 2010/2011, www.hrk.de) werden derzeit 82 Prozent aller Studiengänge gestuft angeboten, an den Fachhochschulen gar 97 Prozent aller Studienfächer. Lediglich die staatlichen Abschlüsse, auf die die Universitäten keinen Einfluss haben, sind nach wie vor weiter in der Diskussion. Außerdem liegen die Kunst- und Musikhochschulen erst bei ca. 51 Prozent.

Gespaltene Meinungen über Bologna

Ich denke, jeder Personalsuchende hat seine eigene Meinung zu den Ergebnissen der Reform. Es gibt starke Befürworter und eher ablehnende Meinungen. Ein Punkt, den zumindest ich mit Wehmut betrachte, ist die anscheinend schwächer gewordene Förderung von Praktika. Durch den strafferen Studienplan und die zum Teil von den Hochschulen zwingend geforderten Jahresrhythmen ist in den meisten Umsetzungen dieses Instrument der Kompetenzbildung leider schwieriger geworden. Auch die Notwendigkeit, sich und sein Studium zielorientiert selbst zu organisieren, wird bei weitem nicht mehr so gefordert, respektive gar erlaubt (Stichwort: Präsenzcredits) wie noch einst zu Diplomzeiten. Dies soll jetzt kein „Ach, waren die guten alten Zeiten schön“-Beitrag werden. Die gestufte Studienform bietet auch viele Möglichkeiten, die wirklich positiv zu sehen sind. Allerdings sehe ich und erfahre ich in meinen Gesprächen mit Hochschulvertretern und Peers in der Wirtschaft durchaus noch Nachbesserungsbedarf. Insbesondere die Ausbildung sozialer und persönlicher Kompetenzen scheint in der Umsetzung vieler Bachelor Curriculae hintangestellt worden zu sein. Welche Meinung haben Sie? Ich freue mich hier über Kommentare und Anmerkungen.

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