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Der Begriff Networking hatte noch vor einigen Jahren eine ganz andere Bedeutung als heute. Sind wir unwissentlich Zeugen des Untergangs von persönlichem Networking? Ich glaube nicht. Denn die persönliche Kommunikation ist nach wie vor unerlässlich, schafft Vertrauen, vermittelt einen ersten Eindruck, öffnet Türen und erhört die Chancen einen neuen Job zu finden.

Beim persönlichen Kontakt entstehen immer bestimmte Situationen, an die sich der potentielle Arbeitgeber erinnert und mit Ihnen assoziiert.

Gezielt suchen

Legen Sie zunächst Ihre Ziele fest. Machen Sie sich Gedanken darüber, welchen Job Sie haben möchten und wie Sie bei der Suche vorgehen. Networking wird Ihnen nicht viel bringen, wenn Sie nur sicher sind, dass Sie Ihr aktuelles Unternehmen verlassen möchten.

Sie müssen sich im Klaren darüber werden, welche Position Sie in welcher Branche anstreben, wie groß das Unternehmen sein soll, in wieweit Sie aufsteigen möchten und welche Unternehmenskultur Sie sich wünschen.

Welche Anhaltspunkte haben Sie?

Wenn Sie Ihre Vorstellungen definiert haben, gehen Sie Ihr engeres Netzwerk durch: Freunde, Kollegen, Familie und Freunde der Familie. Kennen Sie jemanden, der in Ihrer bevorzugten Branche arbeitet und dem Sie beispielsweise bei einem Mittagessen gezielte Fragen stellen können? Gibt es jemanden, der eine interessante Position innehat, die auch für Sie infrage kommt?

Die Vorteile eines persönlichen Networkings ist die lockere Atmosphäre – ein ungezwungenes Gespräch ohne Zeitdruck. Wenn Sie mit Ihren Kontakten sprechen, achten Sie darauf, Ihren Gesprächspartner nicht gleich mit Fragen zu überfallen. Führen Sie ein ganz normales Gespräch, fragen Sie die Personen über Dinge, die in ihrem Leben passieren. Kommt beim Gespräch das Thema Arbeit nicht auf, sprechen Sie es subtil an.

Wenn Sie dann anfangen über Ihre Jobsuche zu erzählen, seien Sie nicht zu direkt und fordernd. Fragen Sie lieber „Was würdest Du jemandem raten, der einen Job im Finanzbereich sucht?“ statt einfach nur zu sagen „Du arbeitest doch im Bereich Finanzen, weißt Du, ob es freie Stellen gibt?“.

Die richtigen Events finden und besuchen

Networking mit Menschen aus dem Freundes- oder Familienkreis lässt sich leichter organisieren. Suchen Sie für das professionelle Networking nicht einfach nur nach Networking-Veranstaltungen, sondern auch nach Konferenzen, Ausstellungen und Recruiting-Messen für Ihren gewünschten Bereich.

Auch Fortbildungen können sehr hilfreich sein, da dabei genau die Ansprechpartner zusammenkommen, die Sie suchen. Außerdem besteht bereits eine gemeinsame Basis, um ein Gespräch anzufangen.

Wenn es möglich ist, schauen Sie sich die Teilnehmerliste vorher an und kontaktieren Sie diejenigen, die Sie gerne treffen würden oder nutzen Sie ihre bereits bestehenden Kontakte, um jemandem vorgestellt zu werden. Nutzen Sie dafür vor allem die Pausen.

Sich einem fremden Gesprächspartner vorzustellen, kann eine echte Herausforderung sein. Denken Sie immer daran, dass die anderen Personen auch auf der Veranstaltung sind, um Kontakte zu knüpfen. Um ein Gespräch anzufangen, bietet sich das Event selbst an. Oder eine andere gemeinsame Erfahrung an. Unterschätzen Sie niemals den „Small Talk“ und welche Möglichkeiten Ihnen dieser eröffnen kann.

Bei der Vorstellung Ihrer Person gilt es, ehrlich zu sein: „Hallo, darf ich mich vorstellen? Ich glaube nicht, dass wir uns bereits kennen.“ Oder „Entschuldigen Sie, ich kenne niemanden hier, darf ich mich Ihnen anschließen?“.

Sie werden fast immer Erfolg haben, wenn Sie dabei lächeln, die Hand ausstrecken und Blickkontakt halten. Bleiben Sie professionell und freundlich und achten Sie darauf, dass der Redeanteil beider Gesprächspartner gleich groß ist. Je nach Gesprächsverlauf können Sie in einem passenden Augenblick den Fokus auf Ihre Fähigkeiten lenken.

Wenn Sie feststellen, dass die Person Ihnen bei Ihrer Jobsuche helfen kann, fragen Sie sie dezent nach Ihrem Rat.

Geben und Nehmen

Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Es ist daher sehr wichtig, dass Sie Interesse an der Person zeigen und nicht nur an der von ihr eingeforderten Information oder Hilfe.

Unabhängig davon, in welchem Bereich Sie networken, bringen Sie Ihre Visitenkarten mit. Wenn Sie eine Visitenkarte oder Kontaktinformationen von anderen erhalten, machen Sie sich anschließend Notizen über die besprochenen Themen. Denken Sie außerdem daran, sich mit den Personen über Xing oder LinkedIn zu vernetzen und halten Sie den Kontakt.

Win-Win-Situation

Das Networking auf persönlicher Ebene beruht auf Gegenseitigkeit. Bieten Sie daher immer Ihre Unterstützung an. Vielleicht haben Sie Kontakte, die für die jeweilige Person sehr nützlich sein können – gleichzeitig kann die Person jedoch auch für Sie nützlich sein.

Auch Online-Networking ist ein nicht zu unterschätzendes Werkzeug für Ihre berufliche Entwicklung und kann sowohl aktiv, als auch passiv genutzt werden. Langjährige Beziehungen beruhen jedoch auf persönlichem Kontakt mit Menschen. Es ist also wichtig, dass Sie entscheiden, wie Sie Ihr echtes professionelles Netzwerk erweitern möchten.

Über unseren Kollegen Christopher Dottie

Christopher Dottie hat im Jahr 1996 bei Hays angefangen und vor seiner jetzigen Funktion als Managing Director Spanien als Berater gearbeitet. Zuvor hat er an der L‘École supérieure des sciences commerciales d’Angers und an der Ashridge Business School Führungskräfteentwicklung studiert. Vor zwei Jahren hat er zudem sein Wirtschaftsstudium am International Institute for Management Development abgeschlossen.

Im Jahr 2001 eröffnete Hays mehrere Standorte in Spanien, darunter in Madrid, Cataluña, Levante, País Vasco und Andalucía, für die Christopher seither verantwortlich ist.

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