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Allein im Jahr 2018 werden in Deutschland wieder mehr als 140 ausgewiesene Jobmessen stattfinden. Zusätzlich dazu bieten Berufs- und Hochschulen und Unternehmen diverse Firmenkontakttage an. Die meisten Events finden noch vor Ort statt, doch auch virtuelle Veranstaltungen sind immer mehr auf dem Vormarsch. Wie Sie auf den Recruiting-Events punkten, erfahren Sie hier.

Vor der Karriere-Veranstaltung

Welches Event ist für mich sinnvoll?

Die Vorbereitung für eine Rekrutierungsmesse fängt mit dem Entschluss an, sich beruflich weiterzuentwickeln. Um die passenden Veranstaltungen für Sie zu finden, sollten Sie sich bewusst werden, was Sie suchen: Sind Sie Berufseinsteiger, gibt es „Orientierungsmessen“ bzw. Studien- und Ausbildungsbörsen. Die Jobs for Future oder Stuzubi beispielsweise bieten einen Überblick über Studiengänge, Ausbildungsplätze und Praktika.

Studierende, Berufsschüler und Einsteiger können sich zudem zielgerichtet auf Hochschulkontakttagen oder einem „Tag der Unternehmen“ an der jeweiligen (Hoch-)Schule informieren. Auch Studenteninitiativen veranstalten an ausgewählten Standorten Kontaktmessen. Lokale Arbeitgeber kommen hier zusammen und präsentieren ihre zahlreichen Einstiegsmöglichkeiten. Diese Karrieretage sind zumeist mit einem interessanten Rahmenprogramm wie Karrierevorträgen und Workshops gespickt. Je nach Ausrichtung finden diese Veranstaltungen fachbezogen oder auch mit Regionalbezug statt.

Nicht zuletzt gibt es dann noch die Events mit Fachbezug; entweder als Rekrutierungsevent oder auch im Rahmen großer Industriemessen. Hier sind beispielsweise die job&career-Veranstaltungen von spring auf der CeBIT und Hannover Messe zu nennen. Die VDI Recruiting Tage, IT-Jobtage oder auch der Online-Karrieretag – für jede Richtung gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wertvolle Kontakte zu knüpfen.

Wie bereite ich mich auf die Karrieremesse vor?

Sobald Sie sich entschieden haben, welche Veranstaltung für Sie in Frage kommt, geht es weiter in der Vorbereitung. Wenn ich für Hays auf Messen bin, fällt mir auf, dass einige Besucher gut vorbereitet zum jeweiligen Karriere-Event kommen, andere wiederum den Eindruck machen, ihre Karriere dem Zufall überlassen zu haben. Was bedeutet das für Sie?

Im Vorfeld der Messe empfiehlt es sich, die Ausstellerliste zu studieren. Machen Sie sich Notizen, welche Stände Sie auf jeden Fall besuchen möchten. Dies gilt auch für das Rahmenprogramm: Workshops oder Vorträge sind in der Regel immer schon vorab online ausgeschrieben, sodass Sie sich Ihre Favoriten für Ihren eigenen Zeitplan notieren und sich ggfs. anmelden können. Grundsätzlich ist es allerdings ratsam, ausreichend Zeit mitzubringen, um alle Stände kurz anzuschauen – denn oftmals ergeben sich hier neue wichtige Informationen, Kontakte und Möglichkeiten, die Sie vorher vielleicht gar nicht für möglich hielten.

Informieren Sie sich dann schon im Voraus grob über die jeweiligen Unternehmen. Sicherlich haben Sie vor Ort die Möglichkeit, sich eingehender mit möglichen Karrierewegen im Unternehmen zu informieren. Sie können allerdings nicht wissen, ob vielleicht Ihr zukünftiger Chef oder Ihre potenzielle Unternehmensleiterin gerade am Messestand steht – da sollten Sie einen guten ersten Eindruck hinterlassen.

Zu diesem ersten guten Eindruck gehören auch vorbereitete Unterlagen: Stellen Sie einen strukturierten Lebenslauf zusammen und drucken Sie diesen aus. Auf einer Messe spricht meines Erachtens nichts gegen eine Leporello-Form. Wichtig ist eher die Qualität des Papiers und des Druckes selbst. Haben Sie gerne auch Ihre Unterlagen zusätzlich auf einem USB-Stick dabei. Ein Anschreiben ist nicht explizit notwendig. Zeugnisse können Sie mitbringen, in den meisten Fällen aber auch im Nachhinein nachreichen.

Eine wichtige Anmerkung zum Schluss der Vorbereitung: Wenn Sie sich vorher zur Veranstaltung anmelden können, tun Sie dies. Sie vermeiden in der Regel längere Wartezeiten vor Ort, bekommen Informationen und mögliche Änderungen im Vorfeld mit und haben teilweise sogar die Möglichkeit, vor Ort von Teilnehmer-Angeboten zu profitieren.

Vor-Ort-Karriere-Knigge – virtuell, im Real Life oder crossmedial

Der Tag der Karrieremesse ist gekommen. Sie sind rechtzeitig zum Start des Recruiting-Events vor Ort und Ihr Rundgang kann starten. Die passende Kleidung ist auf Messen ebenso wichtig wie beim Vorstellungsgespräch. Passen Sie sich dem Event und Ihrer Berufsgruppe an. Will heißen: Der Dresscode „Business Casual“ ist, gepaart mit einem generell gepflegten Auftritt, in der Regel eine gute Wahl für ein Recruiting-Event. So können Sie beispielsweise mit ordentlichen Jeans, einem Jackett und Anzugschuhen punkten.

Klassische Events

Gehen Sie auf der Messe zunächst zu den Ständen, die Sie sich vorgemerkt haben. Was ich immer wieder beobachte, sind zögerliche Besucher, die sich – zumindest entsteht der Eindruck – nicht trauen an den Stand zu kommen oder die Mitarbeiter anzusprechen. Stellen Sie sich vor, hier steht Ihr zukünftiger Vorgesetzter! Da sollten Sie doch jede Chance nutzen, um einen selbstbewussten ersten Eindruck zu machen.

Da neben der Eigeninitiative auch Kommunikationsfähigkeit für mehr als 95 Prozent aller Personalentscheider zu den wichtigsten Soft Skills bei Kandidaten zählt, ist es allein mit einem zielstrebigen Ansteuern des Messestandes nicht getan: Präsentieren Sie sich beim Ansprechpartner prägnant und gekonnt und stellen Sie mit wenigen Worten Ihr Know-how ins richtige Licht. Ähnlich wie in einer Selbstpräsentation während des Assessment-Centers. Haben Sie auch Ihre Unterlagen parat. Nichts wirkt unprofessioneller, als wenn Sie während des Gespräches in Ihrer Tasche wühlen müssen.

Wenn Sie nach dem Gespräch am Stand zum Entschluss kommen, Ihre Bewerbung beim Unternehmen platzieren zu wollen, dann können Sie das entweder direkt vor Ort tun oder Sie senden Ihre Unterlagen in Bezugnahme auf das Messegespräch im Nachgang zur Veranstaltung. Sollten Sie sich gegen eine Bewerbung entscheiden, fühlen Sie sich nicht gezwungen Ihren Lebenslauf vor Ort zu hinterlassen. Nehmen Sie sich die Visitenkarte Ihres Ansprechpartners mit und entscheiden Sie nachträglich.

Karriere-Event

Virtuelle Messen

Auch bei virtuellen Veranstaltungen empfehle ich Ihnen eine Art „Laufplan“ zu erstellen. Zunächst steuern Sie die Stände an, die für Sie von besonderem Interesse sind. Für virtuelle Veranstaltungen gibt es verschiedene Formate, vom eher klassischen Chat bis hin zur Virtual-Reality-Veranstaltung. Sollte von Ihnen im Voraus ein Foto für einen Avatar benötigt werden, so hinterlegen Sie ein professionelles Bewerbungsfoto. Auch Ihr Nickname und/oder Ihre E-Mail-Adresse sollten für virtuelle Karriereevents professionell sein.

Wenn Sie dann beginnen mit einem Ansprechpartner zu chatten gilt der gleiche Verhaltenskodex wie bei einer Präsenzveranstaltung auch: Widmen Sie Ihrem Ansprechpartner Ihre volle Aufmerksamkeit. Chatten Sie nicht mit mehreren potenziellen Arbeitgebern gleichzeitig. Und vor allem: Kommen Sie auch bei der geschriebenen Kurzvorstellung Ihrer Person auf den Punkt. Wenn Sie eine Webcam nutzen sollten, dann gilt hier der gleiche Dresscode wie bei einer Vor-Ort-Veranstaltung. Stellen Sie auch sicher, dass Sie sich in einem neutralen, ruhigen Umfeld befinden.

Cross-mediale Karriere-Events

Egal ob die Veranstaltung virtuell oder auch vor Ort stattfindet, oftmals finden sich Attribute aus Real Life und (Social) Media im jeweils anderen Format. So gibt es auf einigen Veranstaltungen Social-Media- oder Twitter-Walls, auf anderen virtuelle Jobboards. Einladungen in Form von Event-Kalendern auf XING oder Facebook verraten Ihnen außerdem nicht nur Datum und Uhrzeit der Veranstaltung, sondern oft auch, welche Ansprechpartner vor Ort sein werden. Fügen Sie diese Ansprechpartner zu Ihren XING-Kontakten hinzu oder stellen Sie online schon Fragen, z. B. welche Unterlagen vor Ort gewünscht sind. So machen Sie aus Ihrem Messebesuch eine runde Sache!

Für die zuvor genannten Social-Media-Walls gilt auf Veranstaltungen: Weniger ist mehr! Sollten Sie Bilder taggen, um auf der Bildwand zu erscheinen, oder auch Kommentare posten, denken Sie immer daran, dass Ihre potenziellen zukünftigen Arbeitgeber Ihre Tweets und Posts auch sehen werden. Ein wenig Spaß darf natürlich sein, allerdings sollten Sie hier immer die Waage zur Professionalität halten.

Die richtige Nachbereitung von Karriereveranstaltungen

Nachdem Sie auf dem Recruiting-Event viele Eindrücke gesammelt und den ein oder anderen potenziellen neuen Arbeitgeber besser kennengelernt haben, sollten Sie zu Hause noch mal all Ihre Unterlagen, Flyer und Visitenkarten strukturiert durchgehen:

  1. Haben Sie sich Vermerke gemacht, an wen Sie wann welche Unterlagen schicken sollen? Prima! Tun Sie das innerhalb der angegebenen Deadline.
  2. Haben Sie Unterlagen vor Ort abgegeben und warten auf Rückmeldung? Tragen Sie sich den vereinbarten Feedbacktermin in Ihrem Kalender ein und haken Sie wenn nötig nach.
  3. Benötigen Sie mehr Informationen zu einzelnen Positionen oder Unternehmen? Bereiten Sie Ihren Fragenkatalog vor und nehmen Sie Kontakt mit den Ansprechpartnern auf.
  4. Haben Sie bereits Unternehmen oder Positionen ausgeschlossen, vermerken Sie sich das auch und beenden Sie Ihren Bewerbungsprozess für diese Stelle bzw. Firma.

Messen werden – egal ob vor Ort, virtuell oder auch hybrid – in der nahen Zukunft ihre Bedeutung nicht verlieren. Sie bieten eine tolle Möglichkeit, sich vor Ort zu informieren, Fragen zu klären und einen ersten Eindruck von einem möglichen Arbeitgeber zu bekommen. Da auch die Unternehmensvertreter einen ersten kurzen Eindruck von Ihnen sammeln können, sollten Sie diesen so perfekt wie möglich gestalten. Sie haben mit einer gründlichen Vorbereitung und einem angemessenen Verhalten die Chance, die Weichen für Ihre berufliche Zukunft zu stellen. Weitere Tipps, z. B. zur Vorbereitung Ihrer Unterlagen, finden Sie bei uns im Karriere-Center.

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