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Wann haben Sie sich zuletzt nach einer neuen Stelle umgesehen? Oder besser: wo? Und, sofern Sie auf der anderen Seite des Tisches sitzen, wo haben Sie Ihre letzte Stellenausschreibung veröffentlicht? Vor 20 oder 30 Jahren war diese Frage noch eher trivial: „In der Zeitung“, hätte Ihre Antwort vermutlich gelautet. Egal, ob Sie eine Stelle oder einen Bewerber suchten.

56K und kein bisschen leise: Jobbörsen auf dem Vormarsch

Vielleicht waren Sie aber auch ein digitaler Pionier. Ich jedenfalls war es nicht. Als ich Ende der 1990er-Jahre nach einer Ausbildungsstelle suchte, arbeitete ich analog eine Adressenliste des Berufsinformationszentrums ab. Ich kam nicht im Entferntesten auf die Idee, meinen 486er samt 56k-Modem dazu zu nutzen, im Schneckentempo online nach Ausbildungsplätzen zu suchen. Dabei gab es zu diesem Zeitpunkt bereits die ersten Online-Jobbörsen in Deutschland, wie beispielsweise Jobware oder Jobs & Adverts.

Allerdings waren diese noch lange nicht so allgegenwärtig, wie Online-Jobbörsen es heute sind. Das sieht jetzt alles anders aus. Ganz anders. Ob mit Werbespots im Radio und TV, auf Plakaten, in sozialen Netzwerken, im Internet generell dank Google AdWords oder auf Messen und Symposien – Jobbörsen buhlen um unsere Aufmerksamkeit, versprechen die besten Jobs und die passendsten Bewerber.

Job- und Mitarbeitersuche

Aber wo fange ich denn an, wenn ich einen neuen Job oder einen Mitarbeiter suche? Wo bin ich richtig? Es kommt darauf an. Zunächst sollte man wohl zwischen einer Jobbörse und einer Jobsuchmaschine unterscheiden. In einer Jobbörse inserieren Unternehmen ihre Stellenangebote unmittelbar, ähnlich wie in einer Zeitung. Eine Jobsuchmaschine dagegen ist sozusagen eine Metajobbörse. Sie durchsucht Jobbörsen, Karriereseiten von Unternehmen und andere Jobsuchmaschinen nach Stellenanzeigen.

Dieser Vorgang wird „spidern“ oder „crawlen“ genannt, man bezeichnet Jobsuchmaschinen dementsprechend auch als Crawler. Die so aggregierten Anzeigen werden meist nur in Textform abgebildet und sind somit schnell zu öffnen, was gerade beim mobilen Surfen eine zügige Suche begünstigt. Abstriche muss ich dabei jedoch bei der Optik und ggf. beim Informationsgehalt machen. Will ich mir als Jobsuchender also zunächst einen groben Überblick verschaffen, bin ich womöglich bei einer Jobsuchmaschine an der richtigen Adresse.

Jobbörsen: Erster Anlaufpunkt für Spezialisten und Generalisten

Haben Sie jedoch bereits konkretere Vorstellungen von Ihrem zukünftigen Job, können Sie sich gezielt auf einer der Jobbörsen umsehen, die mittlerweile so ausdifferenziert, spezialisiert und zahlreich sind wie die Stellenprofile selbst. So finden Sie im Netz Jobbörsen, die sich auf einzelne Berufe und Berufsgruppen konzentrieren, auf bestimmte Beschäftigungsformen oder Karrierelevel.

Andere bieten ausschließlich Stellenanzeigen aus einer bestimmten Region oder Branche an. Wieder andere, die sogenannten Generalisten, haben von allem etwas im Portfolio.

Was alle in der Regel eint, ist die Möglichkeit, grafisch ansprechende und interaktive Anzeigen zu veröffentlichen, auf denen Sie als Bewerber potenziell nicht nur etwas über die Stelle erfahren, sondern auch über das inserierende Unternehmen – z. B. über hinterlegte Firmenprofile, eingebundene Videos oder Links.

Jobbörsen

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Jobbörsen und Jobsuchmaschinen: Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum?

Wähle ich nun eine (spezialisierte) Jobbörse oder eine Jobsuchmaschine, wenn ich eine Stelle veröffentlichen will? Oder reicht es sogar aus, wenn ich sie auf die Homepage meines Unternehmens stelle und einfach „crawlen“ lasse?

Nun, selbst wenn eine Stellenanzeige perfekt suchmaschinenoptimiert ist, kann das mit der Auffindbarkeit in der Jobsuchmaschine so eine Sache sein. Kommerzielle Jobbörsen kaufen Traffic bei den Jobsuchmaschinen ein, um in deren Trefferlisten vorn zu landen – und verdrängen damit nicht bezahlte Anzeigen auf die hinteren Plätze. Diesen Traffic, und damit eine vordere Platzierung in der Ergebnisliste, können Sie sich auch selbst kaufen. Mit dem sogenannten CpC-Modell (Cost-per-Click) zahlen Sie jedes Mal, wenn Ihre Anzeige angeklickt wird, einen gewissen Betrag an die Jobsuchmaschine.

Jobbörsen hingegen verlangen in der Regel einen Festpreis je Anzeige und nach Laufzeit plus Aufschläge für mögliche Extras zur Erhöhung der Auffindbarkeit Ihrer Anzeige gegenüber denen der Konkurrenz in der Jobbörse.

Let me Google this for you

„Und was ist mit Google?“, werden Sie sich vielleicht jetzt fragen. Google bietet eigene Suchen für Reisen, Bücher und Shopping. Warum nicht auch für Jobs?

Weil wir uns nicht in den USA befinden. Und auch jenseits des Großen Teiches ist es bis vor Kurzem noch nicht möglich gewesen. Mittlerweile hat Google dort jedoch eine eigene Jobsuche gestartet. Google for Jobs will mit seiner selbstlernenden Technologie die Jobsuche vereinfachen und bessere, relevantere Suchergebnisse erzielen. Erste Tests waren erfolgreich. Bedenkt man, welche Daten Google ohnehin schon sammelt, weiß Google womöglich irgendwann besser als ich selbst, welcher Job zu mir passt.

Noch ist allerdings nicht bekannt, ob und wann dieser Service auch in Deutschland verfügbar sein wird. Spannend ist es trotzdem, wenngleich ein wenig unheimlich. Werde ich irgendwann von einem Algorithmus rekrutiert? Sitzt mir beim anschließenden Vorstellungsgespräch ein Roboter gegenüber? Ich weiß nicht recht. Bei allen Vorzügen der Digitalisierung steht für mich der Mensch im Mittelpunkt des Recruitings. Auf beiden Seiten des Tisches.

Reichweite und Budget bei Stellenanzeigen

Letzten Endes müssen Sie sich fragen, wie groß und fokussiert die Reichweite Ihrer Anzeige sein soll und welches Preismodell für Sie am ökonomischsten ist.

Attraktive und stets aktuelle Stellenangebote sowie freiberufliche Projekte für Fach- und Führungskräfte und Akademiker finden Sie täglich neu auch in der Jobsuche von Hays.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihren Stellenanzeigen gemacht? Wie ändern sich Stellenanzeigen durch die Digitalisierung? Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen.

Über unseren Kollegen Markus Rutz

Markus Rutz arbeitete zunächst als Industriekaufmann bei einem Nahrungsmittelkonzern in Mannheim und studierte anschließend Diplom Anglistik mit den Schwerpunkten Literaturwissenschaft und Internationales Management an der Universität Mannheim.

Nach verschiedenen freiberuflichen Tätigkeiten startete er im Dezember 2014 bei Hays. Dort betreut im Jobboard Management unsere Spezialisierungen Life Sciences, Healthcare und Legal.

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