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Das Wetter bietet momentan in Berlin alles auf. Von einem Tag auf den anderen 16 Grad Temperaturunterschied. An einem Tag friere ich und am nächsten Tag trage ich mein Sakko locker über der Schulter und genieße die Sonne in Berlin-Mitte. Ähnlich aufgeheizt ist der Freelancer-Markt. Es tritt ein, was wir seit Jahren erwarten. „Der Markt heizt sich auf“, wie IDG-Redakteur Hans Königes in seinem Vorwort für die aktuelle Studie IT-Freiberufler 2018 - die Hays begleitet hat - so treffend beschreibt.

Denn zwei Dinge macht uns die aktuelle IDG-Studie deutlich: Qualifizierung ist der Schlüssel zu langfristigem Erfolg für jeden IT-Freelancer und Projektprovider bzw. Agenturen müssen ebenfalls ihre Hausaufgaben machen.

Lapidar gesagt bedeutet das bei der aktuellen Flut an lukrativen Projektangeboten, dass selbständige Experten nicht vergessen sollten, sich weiterzubilden und in die eigene Zukunft zu investieren. Der erwartete durchschnittliche Stundensatz für IT-Freelancer wird 2018 bei knapp 94 Euro liegen. Dies wird ein Anstieg von knapp 5 Euro im Vergleich zum letzten Jahr sein. Tendenz eher weiter steigend in den nächsten Jahren. Goldene Zeiten also.

Dennoch, die Digitalisierung schreitet in Siebenmeilenstiefeln voran. Die selbständigen IT-Experten müssen am Ball bleiben und Schritt halten. Nur wer auf Qualifizierung setzt und seine "Expertenskills" weiterentwickelt, sichert seine Tätigkeit in der Zukunft. Jeder, der bei "DevOps" an einen Ego-Shooter denkt, sollte sich am besten direkt hinsetzen und anfangen, sich mit dieser und vielen anderen agilen Projektmethoden auseinanderzusetzen. Dafür ist kein Blick in die Glaskugel nötig.

Die Verantwortung liegt auch bei Personaldienstleistern und Agenturen

Aber nicht nur die Freelancer müssen an sich arbeiten. Auch Agenturen und Projektdienstleister sollten bei den eigenen Mitarbeitern auf Weiterbildung setzen und die fachliche Kompetenz immer weiter schärfen.

Wer von uns Providern nichts mit SCRUM anzufangen weiß, hat ein ernstes Problem. Sind wir nämlich keine kompetenten Ansprechpartner für unsere Kunden und Freelancer, können wir nicht die passenden IT-Experten finden und ergo keine Projekte besetzen. Das bedeutet ganz konkret: Qualifizieren, qualifizieren und nochmal qualifizieren ist das alte und neue Motto!

IT-Freelancer

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IT-Freiberufler: Der Markt ist noch lange nicht gesättigt

Eine weitere Erkenntnis. Der Markt wächst. Vier von fünf Unternehmen können sich vorstellen, IT-Freiberufler bei sich einzusetzen. Verantwortliche in Einsatzunternehmen gehen davon aus, dass der derzeitige Anteil von freien Experten in Projekten auf bis zu 50% ansteigen kann und weiteres Wachstumspotenzial vorhanden ist. Um diesem Wachstum gerecht zu werden, erwartet der Kunde vor Allem eins: einen qualifizierten und konstanten Ansprechpartner. Hinzukommen als Hauptentscheidungskriterien für die Zusammenarbeit mit einem Intermediär bzw. Dienstleister: eine verlässliche Zusammenarbeit bei vorangegangenen Projekten und eine gute Reputation.

Übrigens alles Dinge die wir aus meiner Sicht bei Hays besonders ernst nehmen. Wir wären als Marktführer nicht da, wo wir jetzt sind, wenn wir uns auf unseren Lorbeeren ausruhen würden. Deshalb setzen wir bei Hays auf das konstante Weiterbilden unserer Mitarbeiter, engagieren uns stärker als viele andere Personaldienstleister politisch im Rahmen unserer Hauptstadtrepräsentanz, veröffentlichen Studien in Kooperation mit der Wissenschaft und verfügen über die Beratungseinheit “Compliant Sourcing”, die auf den regelkonformen Einsatz von Fremdpersonal bei unseren Kunden spezialisiert ist.

Unser hohes Engagement spiegelt sich auch in der aktuellen Studie wider. Mehr als zwei Drittel der befragten Kundenunternehmen sind „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ mit dem Beratungsangebot rund um den Einsatz von selbständigen Experten.

Was mich aber als Leiter der Hays Hauptstadtrepräsentanz für den Dialog mit der Politik bestärkt, ist der Fakt, dass ein überwältigender Großteil (62,8 %) der IT-Freelancer mit dem Schritt in die Selbständigkeit sehr zufrieden ist und sich bewusst gegen die klassische Festanstellung entschieden hat. Selbständigkeit ist für IT-Freelancer definitiv keine Notlösung. Dies ist eine wichtige Botschaft an den Gesetzgeber, der viele Selbständige und ihre Auftraggeber seit Jahren mit Überregulierung drangsaliert.

Einziger Wermutstropfen: die Zufriedenheit der IT-Freelancer

Dennoch gibt es auch einen Wermutstropfen. Die Zufriedenheit der IT-Freelancer mit ihren Providern ist leicht gesunken. Dies sollte für alle Marktteilnehmer ein Ansporn sein, hier in den Dialog zu treten und Verbesserungen auf den Weg zu bringen. Wir nehmen unsere Hausaufgaben ernst. Ein persönliches Beispiel. In meiner Funktion als Vorstand der Allianz für selbständige Wissensarbeit ADESW begleite ich mehrere Austauschformate mit Verbänden von Selbständigen, kürzlich habe ich mich mit Mitgliedern des DDIM (Dachverband Interimmanager) in Berlin ausgetauscht und im April sprechen wir von Verbandsseite mit dem VGSD und einigen Mitgliedern in München. Sofern möglich, berichte ich gerne in einem Folge-Blog über die Erkenntnisse.

Selbst wenn sich der Markt erhitzt, wie die Studie bestätigt, und der Sommer auch in den Startlöchern steht: immer einen kühlen Kopf bewahren!

Mehr Details zur IDG Freelancerstudie gibt es hier: IT-Freiberufler 2018

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