Concept image with What is Your Story printed on an old typewriter

Seit einiger Zeit haben Marketingexperten das Content Marketing entdeckt. Menschen, die hipper sind als ich :-), reden oft auch von Story Telling. Hinter beiden Begriffen steckt die Aussage, dass dumpfe Werbebotschaften nicht mehr gefragt sind, sondern Substanz entscheidet. Und Substanz wird von guten Inhalten geboten, die in nette Storys verpackt sind. Es geht also um Relevanz, verbunden mit einem Augenzwinkern an die eigenen Kunden: Wir haben verstanden, wir wissen um deine Aufgeklärtheit. Daher kommen wir nicht mehr mit dem Hammer.
Auf einem anderen Blatt steht, was sich teilweise in Social Media abspielt. Oder besser vor allem auf Facebook und zum Teil auf Twitter. Zugegeben bin ich Babyboomer und in einer anderen Welt als die Digital Natives aufgewachsen. Nur: Wenn ich ab und an die Posts der mit mir vernetzten "Freunde" auf Facebook an mir vorbeiziehen lasse, wird mir leicht anders. Wo sich gerade eine Bekannte befindet und was sie macht, dass sie z.B. im ICE ist und ein Buch liest, interessiert mich das? Oder die peinlichen Urlaubsfotos von Menschen, bei denen ich meist betreten zur Seite schaue.

Qualität punktet

Oben sprach ich von Relevanz. Was sich in Social Media abspielt, ist für mich zu über 90 Prozent Informationsmüll. Und das ist schade, weil es den Nutzen von Social Media konterkariert. Zum Beispiel für Familien, die sich über Facebook mit ihren Verwandten im Ausland prima austauschen. Oder um wichtige Ereignisse hautnah von Menschen geschildert zu bekommen, die vor Ort sind. Das geht oft in dem dumpfen Brausen unter. Wie heißt es so schön: Das Medium ist die Botschaft! Ihre Nutzer sind daher digitale Größen.

Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt. Meine lautet: Über kurz oder lang entscheiden auch in Social Media die Substanz und die Qualität der Inhalte. Was nicht heißt, dass ein kleiner Chat Vergnügen bereitet. Nur werden wir uns vieles an endlosen Kommunikationsflüssen ohne Tiefgang nicht mehr zumuten. Davon bin ich überzeugt. Plätschern ist im Kinderbecken gut, aber im tiefen Becken wird geschwommen. :-)

Hier schließt sich der Kreis zum Content Marketing: Gutes Marketing bietet guten Inhalt und schöne Geschichten, um vor allem eines zu erreichen: mit den Zielgruppen zu kommunizieren (daher freuen wir uns auch über jeden Kommentar auf diesem Blog). Über den Inhalt in den Dialog treten bedeutet, Form und Inhalt miteinander zu verschmelzen.

Über den Autor Frank Schabel

Der Geisteswissenschaftler Frank Schabel hatte jahrelang Führungsrollen, vor allem in der IT-Industrie im Bereich Marketing/Corporate Communications, inne. Frühere Stationen waren unter anderem SAP und CSC Ploenzke. Von 2006-2020 war er Head of Marketing/Corporate Communications bei der Hays AG und ist aktuell als Managementberater & Interimsmanager sowie Autor von Fachbeiträgen aktiv.

LinkedIn-Profil: Frank Schabel

Website: https://www.frankschabel.de/

 

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