© Nito - Fotolia.com

Bald beginnt die Sommerurlaubszeit. Ostsee, Nordsee, Allgäu – alles tolle Reiseziele. Wie viele andere Deutsche packt auch mich in dieser Jahreszeit allerdings eher das Fernweh. Nach dem Urlaub bleiben dann bei vielen die kleinen, nagenden Fragen im Kopf: „Wäre es anderswo nicht viel schöner? Sollte ich nicht endlich Nägel mit Köpfen machen und konkret die Auswanderung planen?“ In unserem internationalen Rekrutierungsteam merken wir das jedes Jahr aufs Neue.
Spätestens ab August steigt die Zahl der Kandidaten sprunghaft an, die sich für eine Vermittlung ins Ausland interessieren. Die Hitliste der Zielländer bleibt dabei stets gleich: Australien. USA. Kanada. Neuseeland. Alles faszinierende Länder, in denen man es sich leicht vorstellen kann, ein neues Leben aufzubauen.

Der Blick über den Tellerrand hinaus

Schaut man sich jedoch an, wer tatsächlich die Rangliste der besten Auswanderungsländer anführt, erlebt man eine Überraschung. Der Expat Insider Report 2015 des internationalen Netzwerks InterNations fasst die Meinung von insgesamt etwa 14.000 Ausgewanderten zusammen.

Auf den ersten Plätzen liegen Länder wie Ecuador, Mexiko und Singapur. Erst deutlich weiter hinten finden sich Australien und Neuseeland. Und Deutschland? Platz 16! Na, sowas! Hätten Sie es gedacht? Ich jedenfalls nicht. Aber bei genauerem Hinsehen lassen sich doch Erklärungen dafür finden, was diese Länder für Expats so attraktiv macht.

Ecuador: Der Exot rangiert auf Platz 1

Ecuador: die Nummer eins bei den Expats. Welche Faktoren beeinflussen diese Wahl? Sicher spielt das Klima unter anderem eine Rolle. Hier findet sich auch landschaftlich etwas für jeden Geschmack. Es gibt Küste, Gebirge und Regenwald. Und durch die Nähe zum Äquator findet ein Großteil des Lebens im Freien statt. Die Menschen gelten insgesamt als freundlich und aufgeschlossen. Das Netzwerk und die gegenseitige Unterstützung der Expats untereinander sind stark ausgeprägt.

Außerdem sind die Lebenshaltungskosten, verglichen mit Europa, vergleichsweise niedrig. Dagegen ist das Lohnniveau – relativ gesehen – hoch. Und auch die Arbeitszeit der Expats ist im Verhältnis eher niedrig, pro Woche liegt sie im Durchschnitt unter 35 Stunden.

Viva Mexiko

Mexiko: Drogenkriminalität. Gewalt. Mexico-Stadt als riesiger Moloch. Auf den ersten Blick schwer zu verstehen, warum Mexiko es auf Platz zwei der Rangliste geschafft hat.

Sicherlich spielt die Einwanderung aus Richtung der USA eine große Rolle – neben dem Strom in Richtung Norden gibt es durchaus eine deutliche Bewegung in die Gegenrichtung. Aber auch hier locken Klima, freundliche Menschen und eine hohe Lebensqualität bei relativ niedrigen Lebenshaltungskosten.

Die Schweiz Asiens

Singapur: Die „Schweiz Asiens“ erreicht Platz vier der Rangliste. Und das ist auch nicht erstaunlich. Eine fantastische Infrastruktur und sehr hohe Lebensqualität machen es leicht, sich hier wohlzufühlen. Insbesondere verglichen mit den umliegenden asiatischen Ländern punktet Singapur mit hoher Sicherheit und europäischer Lebensart. Das hat auch durchaus seinen Preis. Singapur ist eines der teuersten Länder dieser Welt.

Wer dort arbeitet, kann allerdings – insbesondere als Expat – mit einem relativ hohen Lohnniveau rechnen. Und dazu seine Freizeit unter tropischer Sonne verbringen, ohne auf die Annehmlichkeiten der westlichen Zivilisation verzichten zu müssen.

Urlaub als Entscheidungshilfe

Noch nicht überzeugt? Wenn Sie sich ein Auswandern in diese Länder nicht wirklich vorstellen können: Vielleicht ziehen Sie sie zumindest für Ihre Urlaubsplanung in Betracht.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern einen tollen Sommer, egal ob auf Balkonien oder in der Südsee!

Haben Sie bereits Erfahrungen als Expat gesammelt? Mit welchem Fazit sind Sie zurückgekommen oder eventuell auch dort geblieben? Ich freue mich über einen Meinungsaustausch mit Ihnen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Artikel