Das Corona-Virus hat die Welt aus ihren Angeln gehoben und die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft sind noch nicht absehbar. Bei allen Unwägbarkeiten jedoch steht eines fest: Wir werden weiter arbeiten. Weiter lernen. Weiter leben. Nur eben unter neuen Vorzeichen.

Wie deutsche Unternehmen mit der Krisensituation umgehen, zeigt unsere neue Studie „Die neue Normalität“, welche Hays in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut Rheingold durchgeführt hat.

Obwohl sich die Corona-Pandemie sehr unterschiedlich auf Unternehmen in den unterschiedlichen Wirtschaftszweigen auswirkt, gibt es wie bei jeder Krise Gewinner und Verlierer.

Situation ist für alle neu, aber nicht gleich

Wie die Unternehmen mit der Krise umgehen und welche Maßnahmen sie ergreifen, unterscheidet sich deutlich nach unterschiedlichen Sektoren. So haben Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe die zentrale Herausforderung, die physische Produktion bei gleichzeitiger Einhaltung aller Sicherheits- und Hygiene-Anforderungen hoch zu halten. Zudem erschwert die Komplexität der meisten Produktionsstätten eine schnelle digitale Transformation.

Die Dienstleistungsbranche hingegen kann deutlich schneller und agiler reagieren. So äußerten sich die meisten der Befragten eher positiv: Wo auch schon vor Corona Digitalisierungsdruck herrschte, sahen sich viele Unternehmen darin bestätigt, auf dem richtigen Kurs zu sein.

Der öffentliche Dienst hingegen begrüßt „den frischen Wind“, der durch die veränderte Arbeitsweise Einzug gehalten hat. So freuten sich die Befragten besonders über mehr Freiraum für Kreativität und über die flexible Handhabung festgelegter Arbeitsschritte.

Während die einen Unternehmen entweder eine gestiegene Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen verzeichnen (immerhin jedes fünfte Unternehmen) oder recht schnell ihr Angebot umstellen konnten (17%), so sind bei anderen Unternehmen Teile oder Materialien nicht mehr lieferbar oder ganze Absatzmärkte brechen weg (21%). Dies wirkt sich auch bei der Beschäftigungssituation aus: Knapp die Hälfte aller befragten Unternehmen haben Kurzarbeit angemeldet, jedes fünfte Unternehmen von 40-60% und bei jedem zehnten Unternehmen sind es sogar zwischen 70%-100%.

Not zwingt zum Umdenken: Homeoffice als Rettungsschirm

Bei der Frage, von wo aus Mitarbeiter als tragende Säulen den Betrieb aufrechterhalten, gab es unterschiedliche Antworten:

  • Rund ein Viertel aller Befragten arbeitet im Homeoffice
  • 44% arbeiten sowohl im Office wie auch remote und
  • Knapp ein Drittel arbeitet nicht im Homeoffice

Die oftmals nur als stunden- oder tageweise genutzte Option Homeoffice überzeugt viele Unternehmen während der Krise mit verblüffenden Ergebnissen bzgl. der Produktivität. Knapp 75% der Befragten geben an, dass sie positiv überrascht sind, wie viel die Mitarbeiter auch von remote aus leisten und dass diese eigenständiger arbeiten, als immer angenommen (hello modern leadership!).

Die jahrelange Annahme, Produktivität mit Anwesenheit gleich zu setzen, haben viele Führungskräfte somit, auch aus der Not heraus, revidiert (wobei sich aktuell auch die Stimmen häufen, dass viele Unternehmen aktuell auch schon wieder zum alten Präsenz-Modus mit Kontrolllogik zurückgekehrt sind).

Viel interessanter ist jedoch die Frage, wie Unternehmen künftig mit dem Thema Homeoffice umgehen? Denn das zentrale Ziel, die Belegschaft zu stabilisieren und als wichtiger Ankerpunkt zu fungieren, ist auch eine der Hauptherausforderungen für die Führungskräfte.

 

Corona hat uns hier meiner Meinung nach einiges gelehrt: Sicherlich besteht eine andere Art von Kontakt zum Team, zu Vorgesetzten oder zu Kunden. Alles muss strukturierter und geplanter von der Hand gehen, teilweise verbunden mit einem höheren Zeitaufwand – dennoch liegt genau an diesem Punkt auch die Chance, das Beste aus sich selbst und dem Team herauszuholen. Durch neue, unkonventionelle Wege und einiger Improvisierungen ergeben sich neue Erkenntnisgewinne und Optionen.

„Mitarbeitern mehr Entscheidungen zugestehen, dafür aber auch mehr Selbstständigkeit fordern.“

Das sehen auch die befragten Führungskräfte in unserer neuen Studie so, indem knapp jeder Vierte in Zukunft seinen Führungsstil ändern möchte. Hin zu mehr ergebnis- und zielorientiertem Führen. Zudem spricht sich eine deutliche Mehrheit für einen Ausbau von flexiblem Arbeiten aus.

Mitarbeiter: Feste Säule und Erfolgsgarant

Unter dem Einfluss von Corona zeigt sich auch, wie wichtig die Verlässlichkeit in der Personalstruktur ist. So sollen Mitarbeiter künftig, wenn es nach den Befragten geht, flexibel auf unerwartete Probleme reagieren und eine hohe Eigenmotivation an den Tag legen (42% und 40%).

Vor allem das Thema gegenseitige Vertretung genießt eine hohe Wichtigkeit. Das wirkt sich entsprechend auch auf die künftige Rekrutierung aus: So wird künftig vor allem der flexible Generalist die Nase vorn haben (52%), gefolgt vom selbstständigen Schaffer.

Für Bewerber auf der anderen Seite spielen besonders die Themen Arbeitsplatzsicherheit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf entscheidende Rollen.

 

Unternehmen haben hier sicherlich einiges aus den letzten Monaten – wenn auch aus der Not heraus mitgenommen - aber viele Themenfelder stecken noch voll Potenzial, wie der sukzessive weitere Ausbau der Digitalisierung in den Unternehmen oder die Anpassung interner und externer Prozesse.

Dies umfasst neben den technologischen Komponenten vor allem auch Aspekte wie die Unternehmens- und die Führungskultur.

Jetzt mehr erfahren über unsere neue Studie „Die neue Normalität“: Download Studie

 

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