Die letzten vier Quartale waren flau… um nicht zu sagen: ernüchternd, deprimierend? Nein, ich rede nicht vom Wetter oder von der Weltpolitik. Ich rede von der Nachfrage nach Fachkräften, wie es schon die Überschrift vermuten lässt. Kontinuierlich ging sie (außer bei Ingenieuren) laut unserem quartalsweise erhobenen Fachkräfte-Index zurück oder blieb auf gleichem (niedrigem) Niveau. Doch jetzt endlich scheint ein Aufwind spürbar zu sein und die positive volkswirtschaftliche Lage auch auf dem Arbeitsmarkt anzukommen...

Die Nachfrage ist gestiegen und nun ähnlich hoch wie vor rund zwei Jahren nach den Krisenjahren. Auch scheint die Zahl der Arbeitslosen wieder unter der Drei-Millionen-Grenze zu sein.

Die Key-Findings

Am deutlichsten ist die Nachfrage nach IT-, Marketing- und Construction & Property-Spezialisten gestiegen. Im IT-Bereich an sich sind nach wie vor am meisten Spezialisten gefragt, besonders deutlich ist die Nachfrage nach Netzwerkadministratoren sowie IT- und SAP-Beratern. Im Marketingbereich (wen wundert es) wurden wesentlich mehr Online-Marketingmanager gesucht. Marketingmanager werden vor allem in der Automobil-, IT-, Telekommunikations- sowie Chemie- und Pharmaindustrie gesucht. Diesen Branchen scheint es im Moment also besonders gut zu gehen, denn ins Marketing wird oft als Letztes investiert.

Dass Unternehmen und der öffentliche Sektor vermehrt Construction & Property-Spezialisten suchten, liegt daran, dass sie wieder verstärkt Gebäude und Infrastrukturen ausbauen. Dieses Bild deckt sich mit der positiven Einschätzung der Bauunternehmen, die im März 2014 im ifo-Geschäftsklimaindex ihre aktuelle wirtschaftliche Lage besser beurteilt haben als zuvor.

Ausblick

Und wie geht es weiter? Der Markt scheint im Moment stabil zu sein und die Konjunktur zieht weiter an. Das lässt uns vermuten, dass sich der Stellenmarkt weiter positiv entwickeln wird. Das sieht sogar die Bundesagentur für Arbeit so. Stehen uns also goldene Zeiten bevor? Unternehmen stellen wieder en masse ein? Ich denke, hier müssen wir wieder stark nach Branche und Positionen differenzieren. Bei allem vorsichtigem Optimismus ist schwer abzusehen, ob und wie lange der positive Trend anhält. Zu viele Faktoren, wie beispielsweise die aktuell zum Teil instabile Lage in den BRIC-Staaten, sind schwer einschätzbar. Denn mehr denn je haben wir in den letzten Jahren gelernt, wie verknüpft die globalisierte Wirtschaft ist und welche Interdependenzen dadurch entstanden sind. Auch scheint es so zu sein, dass sich klimatische Änderungen in der Wirtschaft viel schneller auf den Arbeitsmarkt auswirken. Doch alles in allem können wir im Moment (vorsichtig) positiv in die Zukunft blicken.

Über den Fachkräfte-Index

Aus meinem letzten Blogpost geklaut: Jedes Quartal sehen wir uns den Arbeitsmarkt genau an. Logisch, wir müssen ihn ja als Personaldienstleister auch ganz genau kennen. Dabei monitoren wir die Nachfrage nach Fachkräften in den Bereichen IT, Engineering, Construction & Property, Finance, Life Sciences und Sales & Marketing, jeweils auch noch aufgeschlüsselt in den Branchen und nach bestimmten Positionen. Unser Fachkräfte-Index basiert dabei auf einer quartalsweisen Auswertung aller relevanten Stellenanzeigen in überregionalen und regionalen Tageszeitungen sowie den meistfrequentierten Online-Jobbörsen.

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