Die Pauschalisierungen rund um die Generation Y nehmen kein Ende. Babyboomer fühlen sich zu Repliken aufgefordert, mal wird keck gefragt: „Wollen die auch arbeiten?“ Andere wiederum schreiben schon Sokrates zu, dass auch er sich über die Jugend beschwert hat. Wenn die Herkunft dieses Zitats auch umstritten ist, wird es doch oft in diesem Zusammenhang hervorgeholt.

In jedem Fall ist „Früher war alles besser!“ ein Satz, den kein junger Mensch gerne gehört hat, und mit zunehmendem Alter ertappt sich dennoch fast jeder in der Aussprache desselben.

Der Generationenkonflikt ist also nichts Neues. Früher „hing man auf dem Spielplatz ab“, heute auf Facebook oder einem Google Hangout… Damals haben es die Eltern nicht wirklich verstanden, heute erschließt es sich ihnen auch nicht recht.

Die Generation Y ist anders!

Verhält sich die Gen Y nun grundsätzlich anders? Sicher! Ist sie doch – zumindest in den entwickelten Industrienationen – in einer ganz anderen Welt groß geworden und mit völlig anderen Situationen konfrontiert worden. Diese soziale Prägung beeinflusst. Lässt sich das Verhalten jedoch pauschalisieren? Ich fürchte, so einfach ist die Welt dann doch nicht. Mal ist zum Beispiel auch von der Generation Biedermeier die Rede. Dies zeigt sich auch schön in diesem Kompass.

Wenn pauschalisieren, dann gibt es einen Namen für die aktuell auf den Arbeitsmarkt strebende Generation, der mir viel besser gefällt: „Digital Natives“! Beschreibt er doch tatsächlich eine Konstante, die relativ eingängig ist. Die technischen Möglichkeiten, was Kommunikation angeht, insbesondere die Mobilität derselben, sind heutzutage doch ganz andere! Daraus ergeben sich große Herausforderungen für Wirtschaft und Unternehmen. Liegt deren Ursache nun jedoch an der Jugend oder an den technischen Möglichkeiten?

Gen Y = Spaßgesellschaft?

Gut, aber „die wollen nicht mehr kämpfen und wechseln viel häufiger den Job, wenn es mal schwierig wird… sind nur auf Freizeit und Work-Life-Balance aus…“, sagen jetzt wieder die Anhänger einer weiteren Pauschalisierung, „Generation Weichei“. Das lässt sich auch an kürzeren Verweildauern im Job der unter 30-Jährigen erkennen, so hat das IAB herausgefunden. Andere wiederum sagen, dies sei ein hausgemachtes Problem der Wirtschaft, da es viel mehr befristete Anstellungsverhältnisse gibt als früher. Und wie war das noch gleich mit der „Generation Praktikum“? Zu dem ganzen Thema Work-Life-Balance ist sicher die zuletzt gewonnene technische Möglichkeit wiederum ein nicht zu vernachlässigender Aspekt, der einfach auch eine bessere Balance ermöglicht. Da Ort und Zeit der Arbeit flexibler zu handhaben sind, und das auch ohne weniger zu arbeiten…

Ist die Generation Y fordernder?

Als fordernd werden die 20- bis 30-Jährigen auch oft dargestellt. Sind die Forderungen nach mehr Zufriedenheit oder Glück, Flexibilität oder einem Zusammenarbeiten mit dem Chef auf Augenhöhe jedoch neu? Oder waren sie schon immer da und werden nun einfach ausgesprochen? Ist also eher Offenheit und Ehrlichkeit eine Eigenschaft, die als Ordnung dienen könnte, und nicht die Forderung selbst? Sicher, durch den demografischen Faktor, der langfristig auf Seiten der Jugend steht, lässt es sich leichter aussprechen. Könnte man meinen. Aber wirkt dies schon auf diejenigen, die dies gerade tun? Wie ist dieser Effekt in Zeiten der höchsten Anzahl Studierender an den Hochschulen? Meine These: Es gibt nach wie vor eine große Vielfalt an zu beobachtendem Verhalten bei Berufseinsteigern. Einzig eines eint sie: Sie können tatsächlich besser mit Technik umgehen und wollen die sich daraus ergebenden Möglichkeiten einfach effizienter nutzen.

Ist die Generation Y nun kritischer? Ich würde sagen: eher nein. Sprechen sie das, was sie denken, eher aus? Ich würde sagen: in jedem Fall. Ergeben sich daraus veränderte Herausforderungen? Ja. Und sind es nicht die Herausforderungen, die das (Berufs-)Leben spannend machen? Was meinen Sie dazu?

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