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Die Semiotik beschreibt die Sprache als System von Zeichen, erst die Verbindung von „Sinn“ und „Lautzeichen“ ist dabei wesentlich. Ersteres ist insbesondere in einer vernetzen, agilen Arbeitswelt elementarer Bestandteil und Ursprung des Erfolgs. Denn wer die gleiche Sprache spricht, kann Großes bewirken!

Wer das Gespräch scheut, hat eigentlich schon verloren

Bereits seit Langem lesen wir, dass kommunikative Fähigkeiten und interkulturelle Kompetenzen Organisationen immer wichtiger sind, speziell bei Projektgruppen oder Teams. In den meisten Fällen schmücken wir uns mit Positivbeispielen, wenn es in einem Team gefunkt hat. „Gefunkt“ bedeutet hier, dass sich die einzelnen Teammitglieder einig sind, zusammen Großes zu bewirken. Und dabei spielt die Kommunikation eine entscheidende Rolle.

Auch wenn wir glauben, dass der „Wille“ Voraussetzung ist, zeigt die Realität oft das Gegenteil. Sind alle Teammitglieder stets auf demselben Wissensstand? Wurden klare Ziele festgelegt und auch entsprechend kommuniziert? Wie verhält es sich, wenn die Deadline nicht eingehalten werden kann aufgrund unvorhergesehener Gegebenheiten? Dass die Kommunikationsfähigkeit eine der wichtigsten Kompetenzen für eine zunehmend digitale Welt ist, zeigt auch unser HR-Report.

Kommunikation spielt also immer eine wichtige Rolle – auch für das soziale Gefüge des Teams. Besonders deutlich wird dieser Fakt, wenn beispielsweise ein geschätztes Teammitglied das Unternehmen verlässt und eine Lücke entsteht, fachlich wie persönlich. Wie verhindern wir dann, dass das Projekt nicht gefährdet ist und sich die Lücke zu einem Loch entwickelt? Neben einer ordentlichen Dokumentation hilft hierbei nur eine offene, transparente und vorausschauende Kommunikation.

Mind the gap

Warum sollten wir uns eigentlich generell vernetzen und Zeit aufwenden, miteinander zu reden? Oft ist Projektbeteiligten beispielsweise nach einer strukturellen Veränderung zunächst unklar, wohin die Reise führt. Auch wenn das Ziel gleich bleibt, ist die Route eine andere. Umso wichtiger ist dann eine zeitnahe Kommunikation, die alle Stakeholder gemäß des Wissenstands zielgruppengerecht abholt.

Dies gilt auch für das Team selbst: In diesem Sinne sollten alle Beteiligten eine gleichwertige Stimme haben. Denn jede Aussage mag als ein Lautzeichen wahrgenommen werden, doch ist immer auch eine Sinnkomponente enthalten. Die besondere Aufgabe liegt nun bei den Fach- und Führungskräften, die Stimmen der eigenen Mitarbeiter zu hören und abzuwägen. Denn Inhalte und Struktur formen jedes Gespräch zu einer Reflexionsplattform und wirken sich stets positiv auf die Performance aus.

Insbesondere bei der Zusammenstellung von Projektteams sollte man die Gelegenheit nutzen und das Team zuvor konsultieren. Wichtig ist, sich auf einer persönliche Ebene zu treffen und auszutauschen.

Vernetzung und Kommunikation: Stärkung des Wir-Gefühls

Physische Präsenzen haben großen Einfluss auf das Zusammengehörigkeitsgefühl der einzelnen Teammitglieder. Ein Extrembeispiel: Ich weiß, dass mein Kollege, der Hunderte Kilometer entfernt lebt und arbeitet, per Videoschaltung mit am Tisch anwesend war. Er ist also quasi auf demselben Wissensstand wie ich. Dennoch ist die Art der Teilhabe eine andere, sie ist partiell: Unsere Interaktion findet nur im „virtuellen“ Raum statt, siehe hierzu auch ein spannendes Projekt der Georg-August-Universität Göttingen zum Thema „Führung in räumlich verteilten Teams – Mediengestützte Kommunikation“.

Wie wir unser „Wir-Gefühl“ reflektieren, was wir machen und was ich selbst dazu beitrage – dies funktioniert nur durch einen regelmäßigen Austausch, speziell bei neuen Kollegen. Und dieser sollte trotz aller digitalen Möglichkeiten ab und zu analog stattfinden. So erhalten neue Kollegen neben einem idealen Überblick über die einzelnen Prozesse und Aufgaben innerhalb eines Teams auch einen Eindruck über persönliche Eigenschaften. Denn jede Aussage enthält einen Sinn, der gehört werden sollte. Jeder ist in seiner Art ein kommunikativer Mensch, ob und wie flexibel man dabei ist, ist der wesentliche Unterschied.

Kommunikation in Teams

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Welche der 6500 Sprachen sprechen Sie?

Uns reicht bereits eine Sprache, die alle beherrschen sollten. Diese Erkenntnis darf dabei nicht nur auf die einzelnen Teams beschränkt bleiben. Vernetzen bedeutet nicht nur sich zu verbinden, sondern gemeinsam zu arbeiten und gemeinsam zu kommunizieren – vor allem abteilungsübergreifend, um Silos abzubauen.

Kommunikation für die neue Welt

Klassische Personalentscheidungen differenzieren zwischen „Generalist“ und „Spezialist“, jedoch verlangt die heutige Arbeitswelt eine neue Dimension und Tiefe, auch an Kommunikation. Möchte ich im Alleingang Zeit verlieren und im Dunkeln tappen oder wollen wir die perfekte Lösung finden?

Wer keine Zeit für Kommunikation aufwendet, verliert am Ende mehr Zeit und betreibt mehr Aufwand, um die perfekte Lösung zu finden. Eine kommunikative Art und Weise sollte nicht nur lose auf Papier stehen, sondern vorgelebt werden. Denn nur so können Projekte und Organisationen wachsen und treibende Kraft werden. Wie arbeiten wir und wie können wir neue Mitglieder integrieren? Kommunikation ist also immer sinnvoll, wenn sie zielgerichtet und transparent ist.

Über unseren Kollegen Murat Sağlam

Murat Sağlam, leidenschaftlicher Kölner, hat nach seinem Master-Studium der Sprach- & Kommunikationswissenschaften an der Universität Mannheim zunächst als Projektmanager an der Universität Mannheim gearbeitet, nachdem er als Kommunikationsexperte in England, Deutschland und der Türkei tätig war.

 

 

Seit letztem Jahr arbeitet er bei Hays als Account Manager Sales & Marketing, insbesondere für die Energie-Branche.

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