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Die technologische Revolution bringt uns fantastische Möglichkeiten: schneller, vielseitiger und vor allem anders zu kommunizieren, zu leben, zu wirtschaften und zu arbeiten. Gleichzeitig sorgt der epochale Wandel für Stress: Führungskräfte müssen nicht wie früher Prioritäten setzen, sondern bei ihrer Führung alles gleichzeitig auf dem Schirm haben.

Automatisierung! Roboterisierung! Screenifzierung! Virtualisierung! Intelligentisierung! Und so weiter. Sie müssen eine hyperdiverse Kundschaft und Workforce glücklich machen, die 24/7 und weltweit enorm viele Optionen hat.

Und dann gilt es noch, High Performer, Organisationsretter, Innovator der Gegenwart und Gestalter der Zukunft in nur einer Person sein – eigentlich Superheld, der in dieser Unüberschaubarkeit und Komplexität mutig vorangeht und Zugehörigkeit schafft.

„Führungskräfte müssen heute fast Superhelden sein: High Performer überall und jederzeit, Organisationsretter, Innovator der Gegenwart und Gestalter der Zukunft.“ Doch: Wie können Leader ihren Einfluss behalten und sich so ausrichten, um weiterhin zu reüssieren, wenn nur eines sicher ist: die ungeheure Ungewissheit? Sie müssen sich selbst erst einmal orientieren.

Orientierung, um der Zukunft zu begegnen

Ein Ansatz, um sich Klarheit bei der Führung zu verschaffen, ist, die vier Spannungsfelder im Fokus zu behalten, in denen Führungskräfte sich bewegen:

  • Ihr Umfeld: die großen treibenden Kräfte des Wandels – Megatrends
  • Ihre Organisation: die treibenden Kräfte der Unternehmen – Disruption, neue Geschäftsmodelle, Strategien und Strukturen
  • Die Menschen: die treibenden Kräfte der Stakeholder – neue Bedürfnisse, Werte, Sehnsüchte. Gerade die Fähigkeit, Menschen Halt in diesem digitalen Tsunami zu bieten, ist sehr wichtig. Denn je mehr Digitalisierung in unser Leben einzieht, desto mehr menschliches Können und Einfühlung – also mehr High Touch – ist gefragt. Führungskräfte müssen damit auch für Zugehörigkeit, Sinn und Orientierung sorgen, denn in der unendlichen Entgrenzung und Skalierung löst sich Identitätsstiftendes auf und erodiert.
  • Philosophie und Vision: Um diese Aufgabe stark und resilient zu meistern, sind die eigene Philosophie („Wer bin ich? Wofür stehe ich?“) und die eigene Vision („Wohin will ich?) zentral.

Innere Haltung der Führung

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Führung: Wer führen will, muss seinen eigenen Kern finden

Nur wer seinen eigenen Kern findet, kann der ungeheuren Ungewissheit und Volatilität des Alltags kraftvoll begegnen. Dieser Kern geht weit über Fachexpertise und Stärken und Schwächen hinaus. Er bezieht sich auf die ganze Persönlichkeit eines Menschen. Gerade in globalisierten und digitalisierten Zeiten, in denen Führungskräfte sich hyperdiverser Kundschaft und Workforces gegenübersehen, ist neben fachlichem Wissen und Können die eigene Person mit ihrer lebensgeschichtlichen Erfahrung ein wesentliches Instrument des Handelns.

Dieses „Instrument“ gilt es zu entdecken – und nicht nur weiterzuentwickeln, sondern auch zu schützen und zu pflegen. Das steigert die Qualität professionellen Handelns ebenso wie das eigene Wohlbefinden. Dieser Kern lässt sich nicht fabrizieren, man muss ihn finden. Und das kann uns ein Leben lang beschäftigen.

„Top-Athleten sind High Performer. Sie haben Coaches, um schneller und effizienter ans Ziel zu gelangen. Manager können das auch für sich nutzen. Oder wie Bill Gates sagt: Jeder braucht einen Coach.“

Wir leben in atemberaubenden Zeiten, in denen das Unmögliche möglich zu werden scheint: Wir werden uns in den nächsten 20 Jahren mehr verändern als in den vergangenen 300 Jahren. In diesen bemerkenswerten Zeiten brauchen wir bemerkenswerte Führungskräfte – Leader, die Technologie nutzen und den Menschen nützen; Humanagenten, die nicht nur in Tech investieren, sondern auch in menschliche Kompetenzen. Das bedeutet zuerst, dass sie ihren Kern – ihre eigene Philosophie und Visionen jenseits ihrer Stärken und Schwächen – für eine entsprechende Führung kennen.

Über unsere Gastautorin Nicole Brandes

Nicole Brandes ist Managementcoach, Autorin und Partnerin des renommierten Zukunftsinstituts. Die ehemalige Managerin arbeitete über 15 Jahre mit einigen der erfolgreichsten Unternehmer der Welt, leitete beim Swissair Flugzeugabsturz in Halifax die Hilfe vor Ort und führte eine Stiftung für Königin Silvia von Schweden.

Heute setzt sie sich für eine neue Führungskultur ein, entwickelt für Corporates Leadership Programme und ist eine gefragte Vortragsrednerin.

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