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Um im digitalen und mobilen Umfeld mithalten zu können, müssen sich auch Finanzdienstleistungsunternehmen ein Beispiel an anderen Branchen nehmen und sich anpassen, indem auch die Einstellungspolitik flexibler gehandhabt wird.
Einerseits bringt der digitale Umbruch viele Geschäftschancen. Andererseits stellt er jedoch auch eine Bedrohung dar, die jedes Unternehmen ernst nehmen sollte.

Digitalisierung bedeutet Fortschritt

Die Zahlen sprechen für sich: Seit dem Jahr 2000 haben 52 % der Fortune 500-Unternehmen Insolvenz angemeldet, wurden veräußert oder haben ihren Betrieb eingestellt (laut Capgemini Consulting). Zudem sind 32 % der Umsätze dieser Unternehmen laut MIT bis zum Jahr 2020 gefährdet.

Unternehmen wie Airbnb oder Uber besitzen keine eigenen Vermögenswerte, dennoch zählen sie mittlerweile zu den größten Akteuren im Gastgewerbe und in der Personenbeförderung. So werden beispielsweise selbstfahrende Autos von der IT-Branche und nicht der Automobilindustrie entwickelt.

Es findet ein Umbruch statt, der sich auf jede Branche auswirkt. Dieser umfasst auch den Finanzsektor, in dem Innovationen hauptsächlich von außen vorangetrieben werden. Neue kollaborative Geschäftsmodelle, darunter Crowd Funding, und innovative Technologien wie Blockchains und Kryptowährung, kurbeln das Wachstum der FinTechs an.

Auch die öffentliche Haltung gegenüber digitalen Zahlungsmitteln hat sich mittlerweile verändert. Einige europäische Länder, wie etwa Schweden, überlegen sogar das Bargeld vollständig abzuschaffen. Gemäß Riksbank, der schwedischen Zentralbank, wurden im vergangenen Jahr lediglich knapp 2 % Bargeldtransaktionen getätigt.

Für die jüngste Generation ist das bereits normal.

Querdenker sind gefragt

Vor 20 Jahren, also noch vor der digitalen Ära, war es schwieriger an Informationen heranzukommen. Unternehmen haben vom Besitz wichtiger Informationen profitiert, zu denen die breite Öffentlichkeit oder ihre Kunden keinen Zugang hatten, und konnten dadurch einen Mehrwert schaffen.

Heute kommen Kunden jedoch mithilfe des Internets und der sozialen Medien selbst an diese Informationen heran. Sie verfügen mittlerweile nicht nur über die dafür nötigen Mittel, sondern über das Wissen. Das wirkt sich positiv auf die Profitabilität von Finanzdienstleistungsunternehmen aus.

Darum bin ich der Meinung, dass Unternehmen bei ihren Geschäftsmodellen und ihrer Einstellungspolitik umdenken müssen. Sie müssen sich dem Markt anpassen, indem sie das Schubladendenken gegenüber ihren Mitarbeitern abschaffen und ihnen flexiblere Bedingungen sowie mehr Freiraum für Kreativität und Innovation bieten.

Ebenso wie die weltweit größten Technologieunternehmen, darunter Apple, Google oder Facebook, müssen auch Finanzdienstleistungsunternehmen eine attraktive Marke entwickeln, um die besten Talente anzulocken.

Mehr Flexibilität im Bankwesen

Unternehmen stellen verstärkt Mitarbeiter ein, deren Profil von den traditionellen Anforderungen abweicht. Genau das passierte auch vor Jahrzehnten in der Beratungsbranche, als plötzlich Mitarbeiter mit Abschlüssen in Philosophie, Geschichte oder Geografie eingestellt wurden.

Unternehmen in der Finanzdienstleistungsbranche stellen mittlerweile Mitarbeiter mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten ein, die über die Bereiche Wirtschaft und Mathematik hinausgehen. Ein Sozialwissenschaftler hat beispielsweise einen ganz anderen Zugang zu Kunden als ein Mathematiker. Für ein Unternehmen kann dies Vorteile bringen, da Kunden inzwischen der Mittelpunkt sind und nicht nur ein passiver Empfänger ihrer Dienstleistungen.

Wichtig ist jedoch, dass Unternehmen die besten Mitarbeiter einstellen und ihre Einstellungspolitik überdenken. Muss ein Bewerber unbedingt einen Finanzabschluss haben? Vielleicht braucht es eine neue Denkweise, frische Ideen, eine ganz neue Herangehensweise und Mitarbeiter, die bereit sind im Job zu lernen.

Den Bewerbern, insbesondere Studenten, muss klar sein, dass das Studium nur ein Einstieg in die Arbeitswelt ist und dass sie im Laufe ihrer Karriere neue Fähigkeiten erlernen werden. Flexibilität ist das Stichwort.

Über unseren Kollegen Gero Knüfer

Im Mai 2007 begann Gero Knüfer bei der Hays AG im Bereich IT Festanstellung, bevor er 2011 den Bereich Engineering Festanstellung an den Standorten Berlin, Hamburg und später auch München verantwortete. Im Juli 2012 wechselte Gero Knüfer in die Schweiz, um dort die Bereiche Life Sciences und Finance zu leiten.

Mittlerweile verantwortet er unser Festanstellungsgeschäft in den Bereichen Finance, Legal, Engineering, Construction & Property sowie Healthcare in der gesamten Schweiz und leitet zudem unsere Niederlassung in Genf.

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