Wie sichtbar fühlen Sie sich derzeit bei der Arbeit, nachdem Sie mit Ihren Vorgesetzten und Kollegen* möglicherweise seit Monaten nur virtuellen Kontakt hatten?

Ob Sie nun nach wie vor ins Büro gehen oder von zu Hause aus arbeiten – die Arbeitswelt hat sich für uns alle verändert und für viele Arbeitnehmer die Herausforderung mit sich gebracht, sichtbar zu bleiben und wahrgenommen zu werden.

Die Antworten von mehr als 16 000 Befragten im "Hays Market Outlook"-Bericht zeigen, dass zwei von fünf Personen (40 %) der Meinung sind, die Kommunikation im Unternehmen sei seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie am stärksten von Veränderungen betroffen gewesen. Weiterhin gibt mehr als ein Drittel der Befragten (34 %) an, dass der Kontakt mit den Vorgesetzten seit dem Lockdown zurückgegangen ist, was durchaus Anlass zur Sorge bereitet.

Was können Sie tun?

Welche Möglichkeiten haben Sie, um für Ihre Vorgesetzten und Kollegen weiterhin sichtbar zu bleiben und Ihre Karriereziele weiter voranzutreiben in einer Arbeitswelt, die nicht mehr wiederzuerkennen ist und in der Sie mit enormen Herausforderungen im Bereich der Kommunikation konfrontiert sind?

Wenn Sie derzeit von zu Hause aus arbeiten, ist es wichtig, aktiv in Kontakt zu bleiben, auch wenn es sich am Anfang möglicherweise übertrieben anfühlt.

1. Fangen Sie bei Ihrem Vorgesetzten an

Beginnen Sie bei Ihrem direkten Vorgesetzten, um bei der Arbeit besser wahrgenommen zu werden. Zwar ist dieser sicherlich mit Ihren Aufgaben und Verantwortungsbereichen vertraut, mit den folgenden Ratschlägen gelingt es Ihnen jedoch, noch besser auf Ihre Erfolge aufmerksam zu machen:

  • Vereinbaren Sie Termine. Ob in Form eines wöchentlichen Telefonats, eines Chats über Skype oder Microsoft Teams oder eines detaillierten 14-tägigen KPI-Berichts per E-Mail – nutzen Sie den regelmäßigen Austausch und schaffen Sie dadurch Möglichkeiten, um über Ihre Arbeit, Ihre Erfolge und Ihre Karriereziele zu sprechen. So können Sie auf einfache Art und Weise sicherstellen, dass Ihr Vorgesetzter wahrnimmt, was Sie neben Ihren täglichen Aufgaben alles leisten.
  • Fordern Sie aktiv Feedback ein. Bitten Sie Ihren Vorgesetzten bei der Zusammenarbeit aktiv um Feedback. So werden Ihre Leistungen besser anerkannt und auch Ihre Entwicklungsperspektiven verbessert.
  • Übernehmen Sie Verantwortung. Wenn Sie über entsprechende Kapazitäten verfügen, signalisieren Sie Ihrem Vorgesetzen, dass Sie Interesse daran haben, Projektverantwortung zu übernehmen oder mit Ihrem Team federführend einen neuen Auftrag zu bearbeiten. Eine solche Gelegenheit bietet sich vielleicht nicht sofort, aber wenn es soweit ist, haben Sie sicherlich gute Chancen, von Ihrem Vorgesetzen dafür in Betracht gezogen zu werden.
  • Treffen Sie klare Aussagen. Vielleicht haben Sie bereits erkannt, dass feste Routinen Ihnen zu mehr Produktivität verhelfen. Genauso hilfreich ist es, Ihre Führungskraft dabei zu unterstützen, den Überblick über Ihre Aufgaben zu behalten. Indem Sie klar kommunizieren, wann Sie verfügbar sind und wann nicht, bauen Sie Glaubwürdigkeit und Vertrauen auf, was auch beim Übergang in die Arbeitsweisen der Zukunft von enormer Bedeutung sein wird.
  • Teilen Sie Ihren Erfolg und sagen Sie danke. Scheuen Sie sich nicht, die Momente, in denen Sie stolz auf Ihre Arbeit sind, mit Ihrem Vorgesetzten zu teilen, gerne auch in einer informellen Nachricht via Instant-Messenger statt per E-Mail. Dies bietet außerdem die Gelegenheit, sich für die Unterstützung zu bedanken und anzuerkennen, welche Rolle Ihr Vorgesetzter bei diesem Erfolg gespielt hat.

 

2. Zeigen Sie bei Ihren Kollegen Präsenz

Natürlich wünschen Sie sich Anerkennung von Ihrem Vorgesetzten. Doch sicherlich gibt es noch weitere Kollegen, von denen Sie wahrgenommen werden möchten.

Meetings, die für viele von uns derzeit virtuell stattfinden, sind dafür eine gute Gelegenheit. Eine schlechte Bild- und Audioqualität kann hier allerdings sehr herausfordernd sein – besonders, wenn Sie eher ruhig und introvertiert sind. Hier ist es jedoch weniger wichtig, wie viel Sie sagen, als vielmehr was Sie sagen. Sie sollten die folgenden Dinge beachten, bevor Sie das nächste Mal an einem Meeting teilnehmen, egal ob virtuell oder persönlich:

  • Was macht Ihren Wert aus? 
    Nehmen Sie sich vor Beginn des Meetings einen Moment Zeit. Was ist Sinn und Zweck des Meetings? Was können Sie dazu beitragen? Verfügen Sie über Einblicke oder Informationen, die für das Gesprächsthema von entscheidender Bedeutung sind? Wenn Sie sich hierzu im Vorfeld Notizen machen, können Sie sich besser einbringen, sobald sich die Gelegenheit dazu bietet.
  • Was können Sie dazulernen?
    Sie spielen in einem Meeting keine entscheidende Rolle? Fragen Sie sich, was Sie tun können, um dennoch etwas daraus mitzunehmen. Nehmen Sie eine aktive Rolle ein. Indem Sie Fragen stellen oder die Diskussion in eine bestimmte Richtung lenken, werden andere viel stärker auf Sie aufmerksam.
  • Wieviel Bedeutung hat Ihr Beitrag?
    Menschen sind viel eher bereit zuzuhören, wenn Sie das Gefühl haben, dass man auch ihnen zuhört. Wenn Sie also ein neues Thema ansprechen oder eine Frage stellen, sollten Sie kurz darauf eingehen, was die Person vor Ihnen gesagt hat. Dies unterstützt nicht nur den Ablauf des Meetings, sondern verleiht auch Ihrer Äußerung mehr Bedeutung.
  • Können Sie noch folgen?
    Selbst dem besten Zuhörer kann es passieren, dass während eines Meetings die Gedanken abschweifen. Wenn Sie sich in einer solchen Situation befinden, scheuen Sie sich nicht, eine Frage zu stellen, um Ihre Konzentration wiederzuerlangen. Sie könnten beispielsweise sagen: „Es tut mir leid, aber ich habe gerade etwas den Anschluss verloren. Könnten wir bitte nochmal einen Schritt zurückgehen?“ Damit helfen Sie mit Sicherheit auch dem ein oder anderen weiteren Teilnehmer des Meetings.
  • Haben Sie die Zeit optimal genutzt?
    Nehmen Sie sich vor und/oder nach dem Meeting Zeit, um mit den anderen Teilnehmern zu plaudern. Egal ob Sie sich über Ihr Wochenende unterhalten oder sich über wesentliche Inhalte des Meetings austauschen – solch ein informeller Plausch hilft Ihnen beim Beziehungsaufbau und dabei, in Erinnerung zu bleiben.

 

3. Bauen Sie Ihr Netzwerk weiter aus

Zu guter Letzt sollten Sie sich überlegen, wie Sie innerhalb Ihres Netzwerks auf sich aufmerksam machen können. Wenn Sie überwiegend von zu Hause aus arbeiten, fallen Gelegenheiten für informelle Gespräche in der Büroküche erst einmal weg, ebenso wie die Möglichkeiten zum Netzwerken auf Branchenveranstaltungen. Umso wichtiger ist es, immer wieder bewusst und engagiert den Kontakt zu Ihren Kollegen zu suchen.

Sie selbst können solche Networking-Möglichkeiten schaffen und dadurch auch weiterhin mit einem großen Teil Ihres Netzwerks in Verbindung bleiben, statt außen vor zu sein. Hier einige Ideen, wie Sie Ihr Netzwerk virtuell erweitern können:

  • Virtuelle Kaffeerunden und Mittagspausen – perfekt für den Austausch mit Kollegen, Mentoren und Kunden, zu denen Sie eine gute Beziehung haben.
  • Webinare und virtuelle Branchenveranstaltungen – der Ort, an dem Sie von Branchenexperten lernen und sich mit Kollegen aus Ihrem Fachgebiet vernetzen können.
  • Social Media – hier können Sie Führungspersönlichkeiten folgen, sich in verschiedenen Gruppen mit Spezialisten austauschen und Ihre eigenen Gedanken sowie Ihre Arbeit präsentieren.
  • Ehrenamtliche Tätigkeit – eine Gelegenheit, neue Menschen kennenzulernen und Ihr Netzwerk in neuen Bereichen auszubauen, für die Sie eine Leidenschaft haben.

Probieren Sie es aus! Sie werden überrascht sein, wie viele virtuelle Möglichkeiten es um Sie herum gibt.

Benötigen Sie Unterstützung?

Wenn es Ihnen schwerfällt, bei der Arbeit Beachtung zu finden, brauchen Sie möglicherweise einfach etwas Anleitung und Unterstützung. Als Experte in der Arbeitswelt kann Ihnen ein guter Personalberater Ihnen mit wertvollen und gut umsetzbaren Karrieretipps zur Seite stehen und Ihnen neue Möglichkeiten eröffnen, wie Sie Ihre Persönlichkeit und Ihre Fähigkeiten in Szene setzen können.   

Weitere Informationen zu Themen wie z. B. Videointerviews, Förderung des eigenen Wohlbefindens im Homeoffice oder wie Sie auch in Kurzarbeit produktiv bleiben können, finden Sie in unserem Hays Informationshub Home-Office.

 

* Aus Gründen der Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige aller Geschlechter.

 

Über Katharina Hain

Seit meinem Start 2007 als Recruiterin bei Hays, betreute ich verschiedene Fachbereiche und mehrere Fach-Teams in der operativen Rekrutierung.

Anfang 2019 widmete ich mich als Senior Abteilungsleitung einem neuen Bereich im Personal-Marketing, der sich neben der Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit auch mit Events rund um Beruf und Karriere sowie der Karriereberatung externer Kandidaten beschäftigt. Zusätzlich verantworte ich seit Anfang 2021 das gesamte HR-Marketing.

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