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Sie wissen, dass es angesichts der allgegenwärtigen Digitalisierung in Ihrer Branche zwingend erforderlich ist, eine digitale Wende auch in Ihrem Unternehmen einzuleiten, um das Geschäft erfolgreich voranzutreiben. So holen Sie sich die Rückendeckung des Vorstands für die Transformation ein.

Wussten Sie, dass laut McKinsey nur vier Prozent der Global-500-Unternehmen denken, dass sie für den digitalen Wandel bereit ist? Nicht unbedingt die beste Ausgangsposition, sollten Sie gerade dabei sein, dem Top Management eine dringend benötigte technologische Investition ans Herz zu legen. Sei es im Bereich Machine Learning, um das zukünftige Kaufverhalten eines Kunden vorherzusagen, oder in Sachen Augmented Reality, um Ihren Kunden einen realistischeren Überblick über die Vorteile Ihres Produkts oder Ihrer Dienstleistung zu geben.

Nur vier Prozent sind beunruhigend wenig. Wenn Sie also denken, dass Ihre Chefetage zu den restlichen 96 Prozent gehören könnte, ist es wichtig, dass Sie bei der Ausarbeitung Ihres Business Case strategisch vorgehen. Beachten Sie dabei die folgenden drei Punkte:

1. Kundennähe: Erklären Sie, dass der Kunde immer Priorität hat

Bei der Ausarbeitung Ihres Business Case sollte an oberster Stelle stehen, wie die Umsetzung dieses digitalen Wandels dem wertvollsten Kapital Ihres Unternehmens, Ihrem Kundenstamm, zugutekommt. Kundennähe wird über die Teams hergestellt, die in engerem Kontakt mit den Kunden stehen, z. B. in den Bereichen Datenanalyse, Vertrieb und Kundendienst.

Darüber hinaus sollten Sie deutlich machen, warum und in welchem Ausmaß sich ein Ignorieren dieses digitalen Wandels negativ auf die Kundenbeziehungen auswirken wird. Beleuchten Sie die Bemühungen anderer Unternehmen in diesem Bereich und prüfen Sie, ob die Gefahr besteht, Kunden an innovativere Wettbewerber zu verlieren.

2. Digitalisierung: Zeigen Sie auf, dass der Weg hin zu einer digitalen Wende auch holprig sein darf

Perfektionismus ist oftmals hinderlich für Innovation. Einige Ihrer Vorstandsmitglieder zögern eventuell, einer digitalen Wende direkt zuzustimmen, da bei schnellem Vorgehen die Gefahr besteht, dass sie nicht perfekt implementiert wird. Hier ist es Ihre Aufgabe, dem Top Management zu versichern, dass vielleicht nicht alles auf Anhieb hundertprozentig funktioniert, aber dass dies auch nicht schlimm ist.

Betonen Sie, dass Unternehmen wie Ihres das Fail Fast-Prinzip verfolgen, bei dem neue Technologien eingesetzt und im Laufe der Anwendung Korrekturen vorgenommen werden. Nennen Sie positive Beispiele von anderen Unternehmen und wie Sie diese Ergebnisse nachbilden und sogar noch verbessern können.

Zustimmung Digitalisierung Vorstand

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Verweisen Sie nicht nur auf Erfolgsgeschichten. Sie sollten auch Beispiele von Unternehmen nennen, die einen „Kodak-Moment“ erlebt haben, weil sie zu langsam waren, um auf die Digitalisierung in ihrer Branche zu reagieren. Durch Aufzeigen einiger Best- und Worst-Case-Szenarien zerstreuen Sie bei der Vorschlagspräsentation Bedenken risikoscheuer Vorstandsmitglieder und verdeutlichen die Dringlichkeit der Diskussion.

3. Digitale Wende: Sprechen Sie eine Sprache, die verstanden wird

Überfordern Sie die das Top Management nicht mit komplexen Fachausdrücken. In diesem Business Case geht es nicht darum, Ihre technische Kompetenz unter Beweis zu stellen. Vielmehr möchten Sie dem Vorstand klar und deutlich ein Problem vor Augen führen, das unter Umständen Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis hat, und eine Lösung zur Verbesserung präsentieren.

Sprechen Sie eine Sprache, die verstanden wird. Sprechen Sie von Zielen und der zu erwartenden Geschäftsrendite, wenn die Ziele erreicht werden.

Nachdem Sie dem Vorstand Ihren Business Case unterbreitet haben, ist es wichtig, dass Sie diese wertvolle Erfahrung als Erkenntnis verbuchen. Halten Sie fest, auf welche Art von Widerstand Sie gestoßen sind, von wem dieser kam und warum. Wie könnten Sie Ihr Top Management das nächste Mal von einer digitalen Wende überzeugen, bevor die Konkurrenz schneller ist?

Ihr wichtigstes Ziel sollte es stets sein, eine innovative Unternehmenskultur voranzutreiben. Der Vorstand sollte hierbei voll und ganz auf Ihrer Seite und hinter der digitalen Wende stehen. Schließlich ist dies nicht das erste Mal, dass Ihre Branche von der Digitalisierung durchgerüttelt wird – und es wird sicherlich auch nicht das letzte Mal sein.

Über unseren Kollegen Dirk Hahn

Nach seinem Abschluss als Diplom-Kaufmann begann Dirk Hahn 1997 seine Karriere bei Hays. Zunächst als Abteilungsleiter, dann als Bereichsleiter und schließlich als Director Vertrieb.

Schulze,Kathy

Im Januar 2008 wurde Dirk Hahn als Chief Operating Officer in den Vorstand der Hays AG berufen und verantwortet den Vertrieb in den Specialisms Engineering, Construction & Property, Life Sciences und Healthcare in Deutschland, den Bereich Rekrutierungsmanagement sowie unsere Landesgesellschaften in der Schweiz und in Österreich. Seit 2017 ist er Mitglied im internationalen Management Board.

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