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Wenn wir ehrlich zu uns sind, müssen wir an der ein oder anderen Stelle zugeben, dass Klischees und Wirklichkeit oft zwei Paar Stiefel sind. Beispiel gefällig? Digitalisierung verbinden wir mit kreativen Köpfen, mit Co-working, mit hippen Start-ups und noch vielem mehr. Aber das ist Schnee von gestern, wenn es überhaupt je geschneit hat.
Zumindest, wenn ich den empirischen Befunden unserer aktuellen Studien zu digitalen Kompetenzen glauben darf.

Denn diese bieten uns einen nüchternen und klischeefreien Blick auf die gefragten Kompetenzen, mit denen Unternehmen aus der Automobil- und Pharmaindustrie sowie der Bankenwelt den digitalen Wandel stemmen wollen. Von wegen digitale Nerds mit Tiefbohrqualitäten, von wegen kreative Köpfe mit Glitzereffekt.

Viel wichtiger sind für die von uns befragten Entscheider die harten Umsetzer, die digitale Themen einführen. Und Generalisten, die eben nicht nur ein Thema können, sondern über thematische Tellerränder blicken.

Mehr Hype als Sein?

Überrascht Sie das? Ich muss gestehen, mich schon. Ich hätte mehr auf kreative Kompetenzen gesetzt, aber vielleicht ist dies meiner klischeebehafteten Marketingbrille geschuldet. Und auch in einem zweiten Punkt habe ich mich getäuscht. Ich dachte, so richtig prägen die digitalen Themen noch nicht den unternehmerischen Alltag. Mehr Hype als Sein? Pustekuchen.

In der Hälfte der befragen Pharma- und Automobilunternehmen verbringen die Mitarbeiter bereits über 20 Prozent ihrer Arbeitszeit mit der Digitalisierung, bei Banken liegt dieser Anteil – nicht überraschend – noch höher, bei 30 Prozent. Tendenz weiter steigend.

Silos, so weit das Auge reicht

Was tun Unternehmen, um digitale Kompetenzen zu forcieren? Auch hier gibt es ein recht klares Bild, das mich in diesem Fall nicht überrascht hat: Sie setzen darauf, die Projektarbeit weiter auszubauen, weil nur über diese Form neue Themen entwickelt und umgesetzt werden können. Die klassische Linie blockiert den Wandel und befindet sich noch zu sehr im Silo. Wenn Unternehmen auf Projekte setzen, dann mit vielfältigen Teams.

Mono ist in der digitalen Welt fehl am Platz, der Chor sollte möglichst vielstimmig sein. Ein letzter wichtiger Punkt, an dem es noch zu kranken scheint: Die technische Ausstattung wollen viele Befragten verbessern.

Man in the mirror

Leider nicht erhoben haben wir einen Punkt, der für mich persönlich jenseits aller Strukturen und Kompetenzen enorm wichtig ist. Er hat mit Haltung zu tun und lautet: Umgang mit Unsicherheit in einer fragilen wie auch komplexen Welt, gepaart mit der Fähigkeit zur Selbstreflexion und -steuerung.

Wer dies gelernt hat und ständig verfeinert, den haut auch das digitale Tempo nicht um. Wenn Sie mehr über die Studien erfahren wollen, kommen Sie auf mich zu. Direkt.

Oder Sie laden sich die Studien runter: www.hays.de/studien

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