Durch die COVID-19-Krise wurde die Arbeitswelt über Nacht komplett verändert und auf den Kopf gestellt. Natürlich zeichneten sich viele dieser Veränderungen bereits vor der Krise ab, doch nun wurden sie beschleunigt – und werden von einer Vielzahl weiterer Neuerungen begleitet.

Arbeitgeber suchen folglich immer stärker nach Fachkräften, die aufgrund ihrer Soft Skills in der Lage sind, mit ständig neuen Herausforderungen umzugehen.

Soft Skills sind schwer zu definieren und zu messen – ganz im Gegensatz zu Hard Skills, die fachliche Kompetenzen wie die Gestaltung von Webseiten, Computing oder das Erstellen von Texten umfassen. Ihre Soft Skills haben Einfluss darauf, wie Sie sich verhalten und in bestimmten Situationen reagieren. Sind Sie beispielsweise schnell in der Lage, sich anzupassen und Lösungen für Probleme zu finden? Oder scheuen Sie sich eher vor Veränderungen?

Erfolgreich in der Arbeitswelt der Zukunft mit den nötigen Soft Skills

Bereiten Sie sich bestmöglich auf die neue Arbeitswelt vor und positionieren Sie sich entsprechend, indem Sie an diesen sechs Soft Skills arbeiten, die Arbeitgeber von ihren zukünftigen Arbeitnehmern fordern:

1. Anpassungsfähigkeit

Die Fähigkeit, Veränderungen zu akzeptieren und sich anzupassen, ist von enormer Wichtigkeit, da Veränderungen in der neuen Arbeitswelt viel Raum einnehmen werden. Die Bedürfnisse und Erwartungen der Verbraucher ändern sich, daher müssen Unternehmen ihre gesamten Geschäftsmodelle entsprechend anpassen. Dies bringt natürlich auch eine Veränderung der Jobs mit sich. Egal, ob wir im organisatorischen bzw. technischen Bereich oder mit bestimmten Skills arbeiten.

Während der Pandemie wurden wahrscheinlich auch Sie mit widrigen Umständen und unvorhersehbaren Herausforderungen konfrontiert, die es zu überwinden galt. Dies war sicherlich schwierig und manchmal auch unangenehm, doch genau dadurch haben Sie Ihre Anpassungsfähigkeit verbessert und gelernt, mit Veränderungen umzugehen. Nützliche Tipps, wie Sie die aktuellen Herausforderungen meistern können, finden Sie im Hays Informationshub.

2. Lernbereitschaft

Lernbereitschaft steht ganz oben auf der Liste der Soft Skills, die in der neuen Arbeitswelt gefragt sind. Fachkräfte und Unternehmen wurden gleichermaßen von der Tatsache überrollt, dass sich alles über Nacht ändern kann – und dass diese Veränderung die Nachfrage nach unterschiedlichen Fähigkeiten mit sich bringt. Um sicherzustellen, dass Sie die aktuellen und zukünftigen Anforderungen potenzieller Arbeitgeber erfüllen, sollten Sie diese Zeit der Unsicherheit nutzen, um sich auf die neue Arbeitswelt vorzubereiten, sich weiterzubilden und Neues zu lernen. So erweitern Sie nicht nur Ihr Wissen, sondern demonstrieren auch zukünftigen potenziellen Arbeitgebern Ihre Lernbereitschaft.

Lernbereitschaft und der Wunsch, über aktuelle Trends und Veränderungen auf dem Laufenden zu bleiben, werden von Arbeitgebern unabhängig von ihrer Branche und Unternehmensgröße geschätzt – insbesondere in einer Welt, in der die erforderlichen technischen Hard Skills einem permanenten Wandel unterliegen. Lebenslanges Lernen ist der Schlüssel zum Verständnis neuer technischer Entwicklungen und trägt damit letztendlich auch dazu bei, den Fortschritt Ihres Unternehmens zu fördern.

3. Emotionale Intelligenz

Emotionale Intelligenz (oft auch als EQ bezeichnet) ist „die Fähigkeit, andere Menschen zu verstehen, zu erkennen, was sie motiviert und wie man mit ihnen zusammenarbeitet“, so Howard Gardner, Theoretiker aus Harvard. Mit den folgenden vier Fragen können Sie mehr über Ihren EQ erfahren:

  • Können Sie bei anderen negative Emotionen erkennen?
  • Können Sie bei anderen positive Emotionen hervorrufen?
  • Können Sie anderen gut zuhören?
  • Sind Sie sich der Wirkung Ihrer eigenen Emotionen bewusst?

In schwierigen Zeiten mit vielen neuen Herausforderungen ist ein hohes Maß an emotionaler Intelligenz unerlässlich. Diese kann zur Stressbewältigung eingesetzt werden, indem Sie schwierige Situationen erkennen und sich ihnen stellen, bevor die Dinge eskalieren. Da wir wohl in Zukunft leider häufig mit herausfordernden Situationen konfrontiert werden und solche Szenarien erfolgreich meistern müssen, ist diese Fähigkeit sowohl heute als auch für die neue Arbeitswelt von hoher Wichtigkeit.

4. Soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit

Jeden Tag etwas Neues zu lernen und sich mit intelligenten Lösungen für Herausforderungen zu beschäftigen, ist eine gute Sache. Um Ihre Expertise anderen gegenüber zu demonstrieren, beispielsweise gegenüber einem potenziellen Arbeitgeber im Rahmen eines Vorstellungsgesprächs, sind jedoch auch Soft Skills wie soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit gefragt. Denn letztendlich suchen Arbeitgeber Mitarbeiter mit hervorragenden Kommunikationsfähigkeiten, die mit Menschen aus allen Unternehmensbereichen professionell kommunizieren können.

Und speziell die Kommunikation mit Kollegen und Stakeholdern hat sich im Vergleich zur Zeit vor der Krise stark verändert. Konversationen finden nicht mehr von Angesicht zu Angesicht statt; die gesamte Interaktion ist geprägt von einer enormen Zunahme an technischen Kommunikationsmitteln. Bei der Umstellung auf eine hybride Arbeitswelt – mit Teammitgliedern, die zwischen Homeoffice und Büro hin und her pendeln – spielen soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit eine immer wichtigere Rolle, da wir lernen müssen, auf virtuelle Weise statt persönlich Beziehungen aufzubauen und zu pflegen, zusammenzuarbeiten und die Produktivität aufrechtzuerhalten.

5. Problemlösungskompetenz

Wir alle haben dieses Jahr selbst erlebt, dass Dinge nicht immer nach Plan laufen, und vermutlich hätte niemand von uns eine solche Entwicklung für 2020 vorhergesagt. In einer sich schnell verändernden Arbeitswelt werden Menschen benötigt, die sich schnell anpassen und Probleme effizient und effektiv lösen können.

Eine Möglichkeit, wie man seine Problemlösungskompetenz verbessern kann, ist beispielsweise die Visualisierung des Problems. Wenn Sie versuchen, das Problem bildlich darzustellen, indem Sie ein einfaches Diagramm zeichnen, ohne sich groß Gedanken um technische Konventionen, spezifische Einschränkungen usw. zu machen, kann Sie das dabei unterstützen, selbst komplexe Probleme zu veranschaulichen.  Außerdem sollten Führungskräfte ihr Team während der Krise unbedingt stärker in ihre Problemlösungsdiskussion einbeziehen. Problemlösungskompetenz hilft Ihnen also nicht nur bei der Bewältigung Ihrer eigenen beruflichen Herausforderungen; Sie unterstützen damit auch Ihre Vorgesetzten bei der Suche nach Lösungen für neue organisatorische Anforderungen.

6. Kreativität

Auch Kreativität spielt in der neuen Arbeitswelt eine große Rolle. In diesen turbulenten und unberechenbaren Zeiten wird Kostenbewusstsein weiterhin ein wichtiges Thema bleiben, und Budgets werden immer enger geschnürt. Daher sind Unternehmen auf der Suche nach Mitarbeitern, die mit kreativen Ideen und Lösungen sicherstellen, dass auch bei begrenzter oder angespannter Ressourcenlage Fristen eingehalten und gute Ergebnisse erzielt werden.

Folgende Schritte können Ihnen zu mehr Kreativität bei der Arbeit verhelfen:

  • Lassen Sie sich etwas Zeit; viele Menschen haben dann ihre besten Ideen, wenn sie etwas tun, das nichts mit der Arbeit zu tun hat, z. B. wenn sie mit ihrem Hund spazieren gehen.
  • Gehen Sie neugierig und spielerisch an Aufgaben heran. Nehmen Sie eine neue Perspektive ein, indem Sie sich einmal ganz andere Fragen stellen: Wie würde mein Superheld vorgehen? Was wäre, wenn ich mehr Zeit oder grenzenlose Ressourcen zur Verfügung hätte? Was wäre, wenn ich heute eine Lösung finden müsste?
  • Schaffen Sie ein positives Arbeitsumfeld. Wenn Sie mit einem Team an einem herausfordernden Projekt arbeiten, dann beginnen Sie den Tag mit etwas Positivem, wie zum Beispiel Smalltalk.

Kreativität ist keinesfalls nur für kreative Jobs von Bedeutung. Diese Fähigkeit ist von unschätzbarem Wert und wird unerlässlich sein, um Probleme zu lösen, Strategien zu finden und Ideen zu entwickeln, die Unternehmen voranbringen. Vor allem wird sie niemals durch Automatisierung ersetzt werden können.

Welche Erfahrungen haben Sie mit den sich verändernden Rahmenbedingungen gemacht? Welcher Soft Skill oder mentale Kompetenz nimmt Ihrer Meinung nach in Zukunft eine noch wichtigere Rolle ein?

Kommentare


  1. Klaus-D, Schwende

    Hallo Frau Holschuh

    für mich als Führungskraft ist die Fernsehsendung „Wer weiß denn so was“ ein interesantes Training. Man soll im Team (immer zu zweit) Lösungen auf abgefahrene Fragen finden. Wenn man auch zu zweit nicht weiter kommt, kann man das Publikum (erweiteres Team) befragen. Kommt da nix, muss man im Endeffekt die Frage selbst beantworten.
    Ich sehe mir die Sendungen in der Mediathek an. meistens mehrere hintereinander.
    Beste Grüsse

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