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Das Mitarbeitergespräch wird in der HR Community, in sämtlichen Führungskreisen und auch unter Mitarbeitern intensiv diskutiert. Die häufigsten Fragen sind: Ist es notwendig? Welchen Nutzen bringt es? Was sollten die notwendigen Inhalte sein?
Ein Mitarbeitergespräch verursacht in der Tat Aufwand, das steht ganz klar fest. Die Führungskraft ist gefordert, sich mit dem Mitarbeiter aus verschiedenen Blickwinkeln und unter verschiedenen Aspekten zu beschäftigen. Aber eben auch mit sich selbst, dem eigenen Führungsstil, der eigenen Wirkung und Wirksamkeit.

Führen und führen lassen

Aus meiner persönlichen und langjährigen Erfahrung als „Geführter“ heraus und als derjenige, der führen darf (und ich verstehe das nach wie vor als Privileg mit gebotener Demut), kann ich mit vollster Überzeugung sagen, dass ein qualitativ hochwertiges Mitarbeitergespräch nach wie vor eine enorme Wirkung hat. Die Betonung liegt aber auf qualitativ hochwertig.

Ich kann von mir sagen, dass meine ersten Mitarbeitergespräche alles andere als gelungen waren – und da liegt auch das Problem! Führungskräfte werden auf Mitarbeitergespräche weder gut vorbereitet, noch werden die Feedbackrunden „richtig“ trainiert, beispielsweise durch ihre eigenen Führungskräfte oder die Personalentwicklung. Von daher begreifen viele Führungskräfte das Mitarbeitergespräch als notwendiges Übel, das ihnen durch HR oder die Organisation aufgezwungen wurde.

Das Rückgrat guter Führung

Aus meiner Sicht kommt es essenziell auf die innere Haltung der Führungskraft an. Verstehe ich das Mitarbeitergespräch als Führungsinstrument, das mich bei meinen Führungsaufgaben unterstützt – und mir hilft, wirksam zu sein – oder eben als Belastung?

Die innere Haltung, Training, Erfahrungen und eine gute Vorbereitung führen in der Regel zu guten Ergebnissen und qualitativ hochwertigen Gesprächen. Und wer es schon selbst erlebt hat, wenn sich ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin aufrichtig bedankt für ein ehrliches Feedback, für Impulse und Anregungen, für eine valide und nachvollziehbare Gesamteinschätzung, für gute Beispiele, an denen sie festgemacht wurde, für „echtes“ Lob und für das Aufzeigen von Entwicklungsfelder – der weiß, wovon ich spreche.

Denn Mitarbeiter möchten wissen, wo sie stehen, was sie gut machen, wo sie sich verbessern können, welche Perspektiven sie haben und wie sie vom Chef und der Organisation gesehen werden. Menschen vertragen mehr Ehrlichkeit und Klarheit auf Basis einer wertschätzenden Haltung, als wir es immer wieder glauben und vermuten. Sie sind dankbar für ehrliches, klares und strukturiertes Feedback!

Ehrlichkeit als Mutprobe

Leider fehlt sehr oft der Mut, ehrlich und deutlich zu sein. Von daher lebe ich die Überzeugung, dass Qualität in der „Führung“ lebenslanges Lernen und Training bedingt. Das Mitarbeitergespräch ist ein tolles Werkzeug für qualitativ hochwertige Führung!

Welche Erfahrungen haben Sie als Führungskraft oder Mitarbeiter gemacht? Ich freue mich über geteilte Erfahrungen.

Über unseren Kollegen Jörg Zeller

Jörg Zeller ist Bankkaufmann und Diplom Betriebswirt und seit fünf Jahren in der internen Personalentwicklung bei Hays tätig. Jörg ZellerMit seinem Team verantwortet er die Themengebiete Führungskräfteentwicklung, Weiterbildung und Personalentwicklungsinstrumente.

Vor seiner Zeit bei Hays war Jörg Zeller über 15 Jahre als Führungskraft und Projektleiter bei mittelständischen Unternehmensberatungen tätig.

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