Flag lipstick on grunge lips
Vor einigen Wochen hatte ich das Vergnügen, auf dem vom F.A.Z.-Institut veranstalteten Deutschen Human Resource Summit an einer Podiumsdiskussion teilzunehmen. Thema war die Fragestellung: „Wo stehen Unternehmen bei der internationalen Rekrutierung?“ Von der lebhaften Diskussion entsprechender Trends und Entwicklungen, die auch dank der angeregten Beteiligung des Auditoriums sehr abwechslungsreich und kurzweilig verlief, ist mir ein Moment in besonderer Erinnerung geblieben. Es ging gerade um die Attraktivität Deutschlands als Einwanderungsland, und diese wurde durchaus heterogen bewertet. Bis die folgende Wortmeldung zu hören war: „Aber lassen Sie uns nicht vergessen: „Deutsch“ ist international sexy!“ Ein Raunen ging durchs Publikum, gefolgt von viel Nicken und zustimmend dreinblickenden Gesichtern. Und warum auch nicht? Aus dem früher so viel verspotteten humorlosen deutschen Pedanten ist in der internationalen Wahrnehmung der vergangenen Jahre eine – verzeihen Sie die direkten Worte – „coole Sau“ geworden.

Unser Erfolg gibt uns Recht

Unsere Haltung in der Eurokrise, unser anhaltender wirtschaftlicher Erfolg in Zeiten international mehr als bewegter Märkte, unser Immerweitermachen und die Tatsache, dass wir mit dem Erreichten nie wirklich zufrieden sind – all das wird im Ausland mit viel Respekt aufgenommen und fördert die Sympathiewerte. Unser Erfolg gibt uns quasi Recht. Auf den Punkt gebracht hat das für mich neulich ein amerikanischer Facebook-Freund. Er postete dort stolz ein Foto seiner neuen deutschen Mittelklasse-Limousine – mit dem schönen Untertitel „Vorsprung durch Technik“. Und das sah ziemlich sexy aus!

Kommentare


  1. Corinna H.

    Hallo Frau Beeger,

    diesem Statement kann ich mich definitiv anschließen. Ich habe eigentlich erst gemerkt wie gut es uns hier – auch in Zeiten von Krisen – geht und wie erfolgreich die Deutschen Schwierigkeiten meistern, als ich für mehrere Monate im Ausland gelebt habe. Und dafür musste ich nicht mal weit reisen, musste nicht mal in ein Entwicklungsland: Der Weg über den Rhein hat ausgereicht, um zu sehen wie hilfreich unsere Organisation und Genauigkeit bei der Zielerreichung sein kann. Und, dass wir darum mittlerweile mehr beneidet als belächelt werden.

    Diese Erkenntnis hatte wohl auch eine große Fluggesellschaft, die genau diese Vorurteile neuerdings ebenfalls „sexy“ zu finden scheint.

    Viele Grüße nach Mannheim
    Corinna H.

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  2. Anna BeegerAnna Beeger

    Moin Frau H.!

    Freut mich dass Sie mit dem deutschen Image im Ausland auch positive Erfahrungen gemacht haben! Dass damit allerdings auch eine gewisse Erwartungshaltung einhergeht durfte ich neulich im (nicht ganz ernst gemeinten)Gespräch mit einem englische Kollegen erleben. Er sagte: „I will give you a challenge: I want an umbrella that is light, handy, durable and doesn’t get destroyed by the first gust of wind. I am sure if anyone has invented something like that, it must be the Germans!“ Er ist mittlerweile stolzer Besitzer eines Knirpses… 🙂

    Viele Grüße
    Anna Beeger

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  3. Werner Grathwol

    Hallo Frau Beeger,
    ich habe gerade erfahren dass Hays nur nach Kandidaten mit permanenter Arbeitserlaubnis sucht. Wie steht nun Hays zur „internationalen Rekrutierung“? Klingt gar nicht so sexy!
    MfG
    Werner Grathwol

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  4. Anna BeegerAnna Beeger

    Moin Herr Grathwol,

    danke für ihren Beitrag, zu dem ich mich gerne kurz äußere. Als international tätiges Unternehmen ermöglichen wir Kandidaten aus der EU und dem europäischen Wirtschaftsraum durchaus Zugang zu internationalen Jobs. Durch die Freizügigkeit innerhalb der EU stehen dort interessierten Kandidaten vielfältige Möglichkeiten offen. Und nicht nur das. In der Schweiz beispielsweise bieten wir unseren temporär festangestellten Mitarbeitern durchaus auch Unterstützung bei der Visa-Beschaffung und sonstigen Behördengängen an. Kurz gesagt: wir stehen auf internationale Rekrutierung.

    Beste Grüße
    Anna Beeger

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