Arbeitsmarkt

Die Digitalisierung stellt neue Anforderungen an Mitarbeiter. Lesen Sie hier, wie sich der Arbeitsmarkt entwickelt und welche Veränderungen den Arbeitsmarkt prägen.

Entkoppelt sich der Arbeitsmarkt von der Konjunktur?

Arbeitsmarkt | Frank Schabel

Vielleicht kennen einige von Ihnen noch den berühmten Spot: „und läuft, und läuft, und läuft…“. Mit ihm bewarb damals ein Automobilkonzern sein bekanntestes Modell, den Käfer. Ganz ähnlich könnte heute die Überschrift lauten, wenn wir ein Clip über den deutschen Arbeitsmarkt produzieren würden.

Auch er läuft seit Jahren – fast nur in eine Richtung, nach oben. Selbst wenn die konjunkturellen Daten und weitere wirtschaftliche Indikatoren in den Keller rauschen, bleibt der Arbeitsmarkt unbeeindruckt. Er läuft weiter wie geschmiert.

Arbeitsmarkt weiterhin auf Steilkurs

Nach wir vor sind Fachkräfte bei Unternehmen und Behörden gefragt. So ist unser Hays-Fachkräfteindex auch im letzten Quartal weiter geklettert, um stolze sechs Punkte. Er basiert auf den veröffentlichten Stellen für Festanstellungen über alle Fachgebiete und Branchen hinweg. Allen Unkenrufen über die Schieflage der Wirtschaft zum Trotz, die sich derzeit mit dem drohenden Brexit und den schwieriger gewordenen globalen Handelsbeziehungen rumschlagen muss. Nur: Weshalb scheint es so zu sein, dass sich der Arbeitsmarkt von der angespannten Großwetterlage entkoppelt und seine Dynamik beibehält? Klare Antworten oder eine kausale Logik gibt es nicht mehr in unserer komplexen Welt. Ob wir es mögen oder nicht, ist sie durch Ambiguität geprägt und für den guten Arbeitsmarkt gibt es viele Gründe. Zudem lässt sich Stand heute natürlich schwer prognostizieren, ob der Arbeitsmarkt doch noch mit Zeitverzögerung auf die schlechtere Lage reagiert. Dagegen sprechen jedoch einige Punkte.

© Markus Mainka – Fotolia.com

Konjunkturelle Auswirkungen schon jetzt sichtbar?

Denken wir an das große Damoklesschwert der Demografie. Jahrelang haben wir darüber palavert, jetzt wird sie manifest. Die Babyboomer – und das sind etliche Millionen – verabschieden sich nun langsam aus dem Arbeitsleben. Übrigens etliche früher als es ihr errechnetes Renteneintrittsdatum vorgibt. Gerade mal zehn Prozent wollen laut einer Studie der Uni Wuppertal bis zum Ende aktiv sein.

Hinzu kommt, dass Konzerne derzeit lukrative Pakete für ältere Mitarbeiter schnüren, um sie ‚loszuwerden“. Nur können sie die Babyboomer und ihre Tätigkeiten nicht ersatzlos streichen. Vielmehr benötigen sie neue Mitarbeiter – daher stellen sie seit einiger Zeit kontinuierlich ein.

Neue Themen – Neue Kompetenzen

Und neben den weiter laufenden Aufgaben im Kerngeschäft, die ja nicht vom Tisch fallen, kommen in unserer sich immer schneller drehenden Welt neue hinzu. Für sie bedarf es ebenfalls gut ausgebildeter Spezialisten aus unterschiedlichen Kompetenzfeldern: um an der Industrie 4.0 zu werkeln, neue digitale Marketingkampagnen zu entwickeln, Elektroautos zu bauen, neue Geschäftsmodelle zu kreieren oder digitale Lösungen zu implementieren. Das alte bleibt also (vorerst) und gleichzeitig erscheinen neue Themen auf dem Radar. Dazu bedarf es der Kompetenz von Menschen.

Übrigens zeigen unser Index und unsere eigenen Daten auf, dass es noch nicht neue Berufsbilder sind, die den Markt wuppen. Vielmehr steigt der Bedarf in den bestehenden Jobs, da sich hier die Anforderungen ständig verändern. Was ein Softwareentwickler vor zehn Jahren getan hat, sieht heute teilweise ganz anders aus. Und inwieweit in fernerer Zukunft eine digitalisierte Arbeitswelt die alte platt gemacht hat, steht heute noch in den Sternen.

Zum aktuellen Fachkräfte-Index geht es hier: Fachkräfte-Index.

Benefits für ausländische Fachkräfte – Deutschland hinkt im internationalen Vergleich hinterher

Arbeitsmarkt | Anna Lüttgen

Fachkräftemangel, War for Talents – der Arbeitsmarkt in Deutschland ist nach wie vor deutlich unterversorgt mit Spezialisten. Immer mehr Unternehmen greifen daher bei der Deckung ihrer Mitarbeiterbedarfe auf ausländische Fachkräfte zurück oder entsenden sogar eigene Mitarbeiter aus anderen Ländern nach Deutschland.