Technology in the hands of businessmen
Heute gibt es unzählige Möglichkeiten, sich im Internet als Unternehmen darzustellen. Wikipedia, YouTube, ein Corporate Blog, Twitter und Facebook sind nur einige Beispiele. Deswegen meine ketzerische Frage (dass wir eine brauchen, steht natürlich außer Frage): Für was brauchen wir überhaupt eine Unternehmenswebsite? Vorneweg muss natürlich geklärt sein, welchen Zweck eine Unternehmenswebsite hat. Sie ist ganz klar die digitale Visitenkarte, die Präsentationsmöglichkeit eines Unternehmens im Internet. Sie soll über alles Mögliche eine Auskunft geben, in unserem Fall (und bei vielen anderen Unternehmen natürlich auch) ganz verschiedenen Zielgruppen! Bewerber, Kunden, potenzielle Kunden, Business Partner, potenzielle Business Partner, Mitarbeiter und Journalisten suchen nach unterschiedlichen Informationen und wollen informiert werden. Was wird angeboten? Wie laufen Prozesse ab? Für was steht das Unternehmen? Kontaktmöglichkeiten, Daten und Fakten, Informationsmaterial und Einblicke in das Unternehmen werden unter anderem gesucht. Das alles muss eine gute Unternehmenswebsite abdecken. Das schlimmste Szenario ist, wenn Interessierte auf Wikipedia bessere, verständlichere und leichter zu findende Informationen über ein Unternehmen erhalten als auf der Unternehmenswebsite. So ist es mir persönlich schon oft gegangen. Oder wenn Bewerber sich verzweifelt über Facebook melden, weil sie auf der Website keine Kontaktmöglichkeit finden. Mein Tipp: Ich gehe dann über das Impressum, hier findet sich nach langem Suchen wenigstens eine Telefonnummer.

Verschiedene Kanäle – verschiedene Ziele

Die oben genannten Kanäle wie YouTube oder der Corporate Blog verfolgen völlig andere Ziele und bieten andere Möglichkeiten als eine Unternehmenswebsite. In Social Media verläuft alles viel schneller, man kann einen Dialog führen, dem Unternehmen ein Gesicht geben, einen Blick hinter die Kulissen gewähren und seine Facherfahrung auf authentische Art beweisen. Sie sehen, Social Media können nie eine Corporate Website ersetzen, denn sie ist die Unternehmenspräsentation. Alle Online-Aktivitäten sollten dementsprechend zur Website führen, sie ist der Ankerpunkt von allem. Allerdings muss erwähnt werden, dass viele Unternehmen ihre Möglichkeiten nicht vollends oder gut ausnutzen. Es fehlen leider oft die Basics und es wird zwar viel geschrieben, aber nicht viel gesagt. Kennen Sie auch solche leeren Floskeln wie "Wir sind ein innovatives Unternehmen." oder "Wir engagieren uns für die Umwelt." oder "Wir schaffen Mehrwert für unsere Kunden."? Doch in welcher Weise es ein innovatives Unternehmen ist, wie sich das Unternehme für die Umwelt genau engagiert oder inwiefern es Mehrwert für die Kunden schafft, wird nicht dargestellt. Eine Unternehmenswebsite kann ruhig "Hochglanz" sein, aber bitte mit Mehrwert und richtigen Informationen.

Kommentare


  1. karrierebibel

    Die Frage ist, glaube ich, falsch. Oder vielmehr muss die Antwort lauten: Unternehmen brauchen UNBEDINGT eine eigene Website, die aber bitte auch mit einem Blog! Eher stellt sich die Frage: Brauchen Sie auch Facebook, Twitter, Google+, Youtube…?

    Diese Netzwerke sind zwar schnell zu befüllen und es gibt auch schneller größere Communities. Aber man spielt dabei immer nach deren Regeln, Designs und AGB. Und kein Mensch kann dir sagen, ob das Geld und die Arbeit dort langfristig gut angelegt ist. Ich sag nur: MySpace, Second Life, Posterous…. Was heute hipp ist, verschwindet morgen vielleicht schon wieder vom Markt.

    Auf der eigenen Seite indes gelten die eigenen Regeln, man bleibt Hausherr und zahlt auch langfristig über guten Content und SEO auf die Marke ein. Das lohnt sich also immer. Allerdings, zugegeben, der Weg ist beschwerlicher, dauert länger und erfordert spezialisierteres Personal (bloggen kann halt nicht jeder und bunte lustige Bilder reichen dabei nicht). Aber es lohnt sich.

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    1. Christina WolfChristina Wolf

      Lieber Herr Mai,

      ich stimme Ihnen voll und ganz zu, dass eine Website (und ein gut geführter Corporate Blog 😉 ein Muss jedes Unternehmens ist.

      Ich denke aber, dass man als Unternehmen auch immer da sein muss, wo seine Zielgruppe ist. Und das sind eben Kanäle wie Facebook und Co. Ob diese sich langfristig halten (und dass man sich immer an deren Regeln halten muss…), steht natürlich auf einem anderen Blatt.

      Herzliche Grüße aus Mannheim

      Christina Wolf

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  2. Christian Aust

    Eine Webseite ist eines von vielen möglichen Medienformaten. Die sachgerechte Auswahl und Nutzung der möglichen Formate entscheidet darüber, ob ich als Unternehmen von meinen Kunden wahrgenommen werde. Was „Kunde“ ist, darf übrigens weit gefasst werden: Auch Bewerber würde ich zB durchaus als „Kunde“ sehen, denn schließlich will ich was von ihnen: Die besten sollen für mich arbeiten.

    Viele bedenken nicht, dass Medienformate unterschiedliche Eigenschaften haben. Sie pumpen den uralten Standardtext der langweiligen Webseite auch noch auf die Facebook-Page und wundern sich, dass die Reaktion verhalten ist. Sie betreiben Twitter mit der gleichen Frequenz wie gedruckte Firmenbroschüren und ärgern sich darüber, dass nur der Marketingchef selbst zu den Followern gehört.

    Solchen mangelt es an Medienkompetenz und ich empfehle in diesen Fällen, eher weniger mediale Präsenz zu versuchen. Ein sauber gemachter Einseiter mit Kontaktdaten im Internet ist besser als die millionste Wiederholung des nichts sagenden wir-über-uns-Klischees und der zu genüge gehörten Phrasen. Wenn diese Botschaft akzeptiert wird, dann glaube ich, dass tatsächlich jeder eine solche Seite haben sollte – auch wenn evtl. nur Name, Adresse und Telefonnummer dort zu finden sind.

    Leider ist (auch mediale) Bescheidenheit nicht sehr weit verbreitet.

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  3. Sebastian Gebert

    Um eine Webseite kommt niemand herrum.
    Auch wenn es viele Verfechter vom Social SEO gibt/gab die mal meinten Facebook reicht.

    Nein eben nicht. Zu einer Webseite gehört auch ein Blog. Allerdings mit dem nötigen Budget und dem dazugehörigen Konzept.

    Ob fb und g+ wirklich notwendig sind, sollte jedes Unternehmen für sich entscheiden. Ich dentiere im Moment eher auf G+ anstatt Facebook. Alleine wegen der Google Place Bewertungsmöglichkeiten.

    Denn nicht bei allen Branchen wird Kununu angenommen. Hier ist ein Google Places Konzept wesentlich wirkungsvoller.

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  4. Urs E. Gattiker

    Liebe Wolf
    Danke für diesen interessanten Beitrag

    Im Prinzip muss ich aber Jochen’s Antwort unterstützen…
    Ich zitiere Sie Frau Wolf:
    „Ich denke aber, dass man als Unternehmen auch immer da sein muss, wo seine Zielgruppe ist. Und das sind eben Kanäle wie Facebook und Co. “
    Natürlich, im Prinzip stimmt das ABER, auch wenn sich meine Zielgruppe auf Facebook befindet heisst dies jedoch noch nicht, dass diese mit mir dort Chatten will oder meine Status Update lesen.
    In einer Studie mit Schülern in AT, DE, CH (fünftes Jahr – STRIMgroup und CyTRAP) welche wir soeben abgeschlossen haben, fanden wir 2 wichtige Fakten die auch Sie interessieren düften:

    1 – ja Schüler und Schülerinnen sind aktiv auf Facebook, ABER
    2 – nur 1.3 – 1.6 % besuchen und lesen da Karrierewebseiten von Firmen – zwecks Suche Ausbildungsplatz, etc.

    ===> Facebook Infografik: http://securl.de/kW5UD

    Ob sich Twitter oder Facebook für ein Mittelständler bezahlt machen, muss also genau überprüft werden. Zur Rekrutierung von Schülern oder Uni-Abgängern scheint es vorerst einmal nicht zu funktionieren wie unsere Daten zeigen.

    Sonnige Grüsse

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  5. Christina WolfChristina Wolf

    Lieber Herr Aust, Herr Gebert, Herr Gattiker,

    vielen Dank für Ihre Kommentare! Es freut mich riesig, dass hier so eine tolle Diskussion entsteht!

    Ich denke, wir sind uns alle einig, dass jedes Unternehmen eine informative Website braucht, die zumindest Kontaktinformationen bieten sollte. Jeder User, der sich verzweifelt durch eine Seite nach Informationen sucht, ist einer zu viel.

    Ein „richtig“ oder „falsch“ kann man bezüglich Social Media Aktivitäten nie pauschal sagen, sondern sollte immer individuell je Unternehmen, Zielgruppe und Möglichkeit gesehen werden.

    Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende

    Christina Wolf

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