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Was hat betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) mit Employer Brandung zu tun? Und warum sollten Unternehmen BGM-Maßnahmen nutzen um Mitarbeiter im Betrieb zu halten und neu zu gewinnen? Betriebliches Gesundheitsmanagement ist mittlerweile in immer mehr Unternehmen ein fester Bestandteil der Personalarbeit. Nicht nur große Unternehmen wie die BMW oder Daimler AG leisten sich ein Gesundheitsmanagement-System und bieten ihren Mitarbeitern zahlreiche gesundheitsförderliche Maßnahmen an. Immer mehr KMUs und auch Kleinbetriebe legen Wert darauf, dass sich ihre Mitarbeiter wohl bei der Arbeit fühlen und die Leistungsfähigkeit langfristig erhalten bleibt.

Lösungen für Probleme des demografischen Wandels

Einer der Hauptgründe hierfür ist der demografische Wandel, der bereits in vielen Betrieben deutlich spürbar ist. Das bedeutet schon jetzt für viele Betriebe immer älter werdende Belegschaften, Mangel an qualifiziertem oder qualifizierbarem Nachwuchs, Fachkräftemangel und nicht selten ansteigende Fehlzeiten. Betriebliches Gesundheitsmanagement kann zu diesen Herausforderungen Lösungen aufzeigen durch:
  • Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen durch Wertschätzung
  • Darstellung als attraktiver und gesundheitsfördernder Arbeitgeber
  • Unterstützung bei der persönlichen Gesundheitsförderung
  • Senkung überdurchschnittlich hoher Fehlzeiten
  • Entlastung von „High-Potentials“ durch soziale Betriebsleistungen und Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Beruf & Familie
  • Erhalt der Mitarbeitergesundheit und gesunder Leistungsfähigkeit bes. älterer Kollegen
So beschäftigen mittlerweile einige Unternehmen, wie z.B. Google in Hamburg, seit vielen Jahren sog. „Feel-Good-Manager“ oder die Aareal Bank in Wiesbaden „Betriebliche Gesundheitsmanager“, die sich um die langfristige und nachhaltige Pflege der Mitarbeitergesundheit kümmern. Viele kleinere Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern bereits eine Vielzahl an gesundheitsförderlichen Einzelmaßnahmen an. Jedoch erst die strukturierte Vernetzung der Maßnahmen, eine Bedarfsanalyse und Erfolgskontrollen machen diese Maßnahmen zu einem wirklichen Gesundheitsmanagement-System. Der Wunsch der Belegschaften nach einem zielführenden und strukturierten Vorgehen wird auch immer wieder in den Ergebnissen von BGM-Mitarbeiterbefragungen deutlich. Checklisten und mehr Informationen zur Integration eines solchen Systems findet man z.B. im Praxisleitfaden für betriebliches Gesundheitsmanagement der UBGM. Eine Studie von Booz & Company (2011) mit dem Titel Vorteil Vorsorge zeigt andererseits, dass für 72 Prozent der dort befragten DAX-Unternehmen die betriebliche Gesundheitsvorsorge einen starken bis sehr starken Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt hat.

BGM-Maßnahmen mit Wow-Effekt

Viele namenhafte Firmen, wie z.B. die Deutsche Telekom oder die Daimler AG setzen auf Gesundheitsmaßnahmen mit „Wow-Effekt“ um Ihre Mitarbeiter für das Tehma „Gesundeit“ zu begeistern, wie z.B.:
  • ein firmeneigenes Fitness-Studio
  • wöchentliche Firmen-Fitness-Programme (z.B. Businessyoga, Life Kinetik)
  • Räumlichkeiten für aktive Pausengestaltung
  • Ruheräume mit Massagesesseln und audio-visuellen Entspannungssystemen
  • betriebliche Teilnahmen an Sport-Events (z.B. Firmen-Staffellauf)
  • Gesundheitstrainer für aktive Pausen vor Ort am Arbeitsplatz
  • eine gesundheitsorientierte Kantinenverpflegung
  • EAP-Programme (employee assitance program)
Führungskompetenzen Die Erfahrungen zeigen, dass Maßnahmen speziell für die Führungskräfte ebenfalls als Wertschätzung wahrgenommen und honoriert werden. So erzählt ein Führungskraft eines Stahllieferanten, dass sie regelmäßig Anrufe von Headhuntern bekommt und obwohl die Verdienstmöglichkeiten in anderen Unternehmen oft besser wäre, sie sich aufgrund der Sozialleistungen, wie z.B. Betriebsrente, Zahnzusatz-Versicherung und Gesundheitschecks noch nie wirklich nach einem anderen Job umgeschaut hätte und sich im Betrieb sehr wohl fühlt. Auf der anderen Seite spielt das Thema Gesundheitsförderung gerade auch für die jüngeren Kollegen, die frisch aus den Universitäten kommen eine wichtige Rolle – „Wie unterstützt mich der Arbeitgeber beim Erhalt meiner Gesundheit?“. Trotz aller hier beschriebenen Maßnahmen gibt es kein Patentrezept. Vielmehr kann ein betriebliches Gesundheitsmanagement nur erfolgreich sein, wenn es von den Mitarbeitern auch angenommen wird. Hierzu sollte von den BGM-Verantwortlichen ein möglichst buntes und abwechslungsreiches „Gesundheitsbuffet“ angeboten werden, dass viele erreicht und Spaß macht. Stefan-BuchnerAbschließend darf jedoch zur Förderung der Mitarbeiterverbundenheit mit dem Unternehmen nicht vergessen werden, dass jeder in erster Linie selbst die Verantwortung für sein Wohlbefinden im Unternehmen und die Gesundheit trägt und von Seiten der Betriebe nur Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden kann. Die persönliche Gesundheitsförderung kann uns nun mal niemand abnehmen.

Über den Gastautor Stefan Buchner

Stefan Buchner ist Geschäftsführer der UBGM – Unternehmensberatung für betriebliches Gesundheitsmanagement.

Kommentare


  1. Initial Akademie

    Ein guter Artikel, darüber wie mithilfe eines guten Gesundheitssystems Mitarbeiter an das Unternehmen gebunden und neue angezogen werden können. Mitarbeiter fühlen sich dadurch wertgeschätzt und sind allgemein zufriedener, da Sie mehr Acht auf sich und Ihren Körper geben. Als weiter Maßnahme sollte Mitarbeiter über eine richtige Haltung vor dem PC aufgeklärt werden, um akuten Schmerzen auszuweichen. Ergonomische Stühle können dabei eine Stütze sein.

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