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Besonders in schnelllebigen Industrien, in denen es täglich darum geht, innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und marktreif zu machen, wird agile Arbeit mehr und mehr zum Standard.

Ganz gleich, ob in der Forschung und Entwicklung, im IT-Umfeld oder auch im Marketing: Die Zusammenarbeit in agilen Teams bringt den Unternehmen viele Vorteile, angefangen bei einer schnellen Reaktionsfähigkeit auf sich ändernde Marktverhältnisse bis hin zu einem erhöhten Wissenstransfer für alle Beteiligten.

Agile Teams: bunt gemischt statt Einheitsbrei

Dabei bestehen die Teams längst nicht mehr nur aus internen Mitarbeitern. Im Gegenteil, sie sind bunt gemischt und beziehen auch externe Spezialisten, beispielsweise bei der Softwareentwicklung, mit ein.

Damit stellen die Auftraggeber zum einen sicher, dass Projektabläufe aufgrund von Ressourcenmangel nicht ins Stocken geraten. Zum anderen profitieren sie aber auch von den fachlichen und organisatorischen Erfahrungen ihrer externen Top-Kräfte, die diese aus anderen Projekten einbringen.

So unentbehrlich die externen IT- oder Engineering-Experten für die „agile Produktionswelt“ sind, so bedeutsam sind die arbeitsrechtlichen Herausforderungen, die sich aus dieser Teamkonstellation ergeben. Denn gerade in der IT- und Digitalbranche führen die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen beim Einsatz von Werk- und Dienstverträgen zu Unsicherheiten seitens der Auftraggeber.

Schließlich ist es bei der agilen Projektarbeit schwieriger, einen klar umrissenen Zeitrahmen sowie einen Festpreis mit genau definiertem Leistungsumfang anzugeben. Das würde dem Wesen der agilen Arbeit komplett widersprechen.

Agile Projektarbeit weiter auf dem Vormarsch

Doch bevor die Unternehmen aus Unkenntnis oder Furcht ganz die Finger von derart innovativen Arbeitsmodellen lassen, was ihrer Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit schaden könnte, sollten sie vor der Durchführung agiler Projektarbeit im Wesentlichen Folgendes prüfen und sicherstellen:

  • Welche Methode der agilen Projektarbeit wird angewandt (z. B. SCRUM, Riverbrigde-Modell oder Wasserfall)? Denn je nach Methodik wirken die Teams ganz unterschiedlich in ihrer Arbeitsteilung zusammen und das muss durch die richtigen Prozeduren abgegrenzt werden. 
  • Auf welcher vertraglichen Grundlage beruht der Einsatz der Externen? Soll ein Werkvertrag, Dienstvertrag oder doch eher eine Arbeitnehmerüberlassung zum Einsatz kommen, muss der Auftraggeber jederzeit nachweisen können, dass der externe Projektmitarbeiter nicht in die betriebliche Organisation integriert ist oder wie ein interner Mitarbeiter behandelt wird. Schon der eigene Schreibtisch kann rechtlich problematisch werden.
  • Wie sehen die Arbeitsabläufe konkret aus, in die die externen Projektspezialisten involviert werden sollen? Das ist die schwierigste Aufgabe, denn hier geht es darum, passgenaue Compliance-Prozesse aufzusetzen und diese für jeden Einzelfall zu durchlaufen.

Agile Projektarbeit_Werkvertrag

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Agile Projektorganisation: effizient oder verlangsamend?

Schon allein an diesen Fragen wird deutlich, wie bürokratisch der Aufbau einer agilen Projektorganisation werden kann. Dabei soll diese Art der Arbeit Unternehmen doch schneller machen. Und wer das tun möchte, kommt an flexiblen Arbeitsformen heute nicht mehr vorbei. Die Vorteile von Werkverträgen mit agilen Verfahren zu koppeln, ist machbar, sollte aber vor dem Hintergrund der derzeitig schwierigen Rechtslage immer im Einzelfall betrachtet werden.

Wir stellen nicht nur die externen Spezialisten zur Verfügung, sondern helfen auch bei der vertraglichen Ausgestaltung, wenn es um agile Projektarbeit geht. Mehr Informationen finden Sie hier.

Über unseren Kollegen Mario Schuster

Mario Schuster studierte Konstruktionstechnik an der FH Kiel und berufsbegleitend Vertriebsmanagement sowie Personalentwicklung an der FH Wolfenbüttel und der TU Kaiserslautern. Nach der Gründung eines eigenen Ingenieurbüros für Information und Dokumentation, war Mario Schuster seit 2003 in verschiedenen Positionen der Ingenieurdienstleistung tätig, u.a. als Regionalleiter bei FERCHAU Engineering und als Geschäftsführer im Konzernbereich Engineering der 7S Group.

Seit Juni 2015 ist er als Geschäftsführer der Hays Technology Solutions GmbH bundesweit für Werkverträge im Engineering, sowie im Bereich IT, verantwortlich.

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