WhatsApp – Ein Servicekanal für den Bewerber-Dialog?

01, März, 2016 Stephanie Mirzwa 2 Kommentare
© Syda Productions - Fotolia.com
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Vergangene Woche startete mit einem Big Bang aus dem Hause WhatsApp: Vorstandschef Jan Koum möchte nun auch die direkte Kommunikation mit Unternehmen ermöglichen. Hier sehe ich persönlich auch das meiste Potenzial des Instant-Messaging-Dienstes, das ich Ihnen in meinem heutigen Blogpost näher erläutern möchte.
WhatsApp steht mit über einer Milliarde aktiven Nutzern unangefochten an der Spitze der mobile Messenger. Während die App aus dem Privatleben vieler nicht mehr wegzudenken ist, gibt es dennoch gespaltene Meinungen, wenn es um die Integration des Dienstes für geschäftliche Belange geht.

Viele größere DAX-Unternehmen nutzen den Kanal bereits erfolgreich als Newsticker oder gewähren via Gruppenchats Einblicke in den Tagesablauf der Mitarbeiter, aber nur wenige trauten sich bisher, WhatsApp als zusätzlichen Servicekanal für die Unternehmenskommunikation zu implementieren.

One-on-one – Der direkte Kontakt zum Ansprechpartner

Insbesondere die Erstkontaktaufnahme mit einem potenziellen Arbeitgeber sollte für den Kandidaten so einfach wie möglich gestaltet sein. Jedoch werden dem Bewerber oftmals nur Servicehotlines oder unpersönliche Online-Kontaktformulare angeboten.

Genau hier sehe ich den Knackpunkt: Hotlines bergen oftmals das Risiko langer Wartezeiten, bevor man mit einem Mitarbeiter verbunden wird, der dann am Ende meist doch nicht der richtige Ansprechpartner ist. Der erste Eindruck für den potenziellen Arbeitgeber fällt dadurch eher negativ aus.

Wie kann man hier mögliche Barrieren bei der Kontaktaufnahme abbauen? Diese Frage stellte ich mir in den vergangenen Monaten immer und immer wieder. Da kam mir die Idee: Warum nicht unsere Ansprechpartner aus dem Rekrutierungsmanagement via WhatsApp erreichbar machen?

WhatsApp – ein kostenfreier, einfach handelbarer Instant-Messaging-Dienst, der jederzeit eine Direktansprache ermöglicht. Wieso ihn nicht auch für den Bewerber-Dialog einsetzen?
Einige von Ihnen werden jetzt bestimmt den Kopf schütteln und sagen: „Ich nutze die App doch nicht für geschäftliche Angelegenheiten – das ist mein Privat-Account!“. Aber hier frage ich bewusst: warum nicht?

Geschäftlich oder privat?

Ein Beispiel aus meinem Privatleben: Ich stecke aktuell mitten in den Hochzeitsvorbereitungen und war auf der Suche nach einer passenden Floristin. Über eine Bekannte erhielt ich Kontaktdaten einer Dekorationswerkstatt aus der Umgebung und schrieb diese direkt per E-Mail an. Nach über zwei Wochen erhielt ich eine Rückantwort mit der Bitte, sie zukünftig per WhatsApp anzuschreiben, da sie hierüber immer erreichbar wäre und direkt reagieren könne.

Gesagt, getan! Seitdem kommunizieren wir über den mobilen Messenger und ich muss sagen, ich sehe hier nur Vorteile: Ich kann jederzeit mit der Floristin chatten, ihr meine Fragen oder Bilder sowie Videos zukommen lassen oder nehme kurz eine Sprachnachricht auf, wenn ich gerade wieder zu faul zum Tippen bin.

Mensch schlägt Maschine?

Nach wie vor wird das persönliche Gespräch von den Bewerbern bevorzugt, was eine aktuelle Studie von Softgarden noch einmal unterstreicht. Allerdings würden trotzdem knapp ein Drittel der Befragten auch WhatsApp als zusätzlichen Servicekanal akzeptieren (Tendenz steigend). Ich persönlich sehe den Messenger auch eher als weiteren Touchpoint an, der insbesondere dann von Vorteil sein kann, wenn man gerade unterwegs ist oder keine Zeit zum Telefonieren hat. Die multimedialen Features der App erleichtern hier zusätzlich die Kommunikation.

Seit vergangener Woche haben wir nun für einen ersten Testlauf für unseren Kollegen Heiko Linser, Ansprechpartner für den Bereich IT Festanstellung, einen WhatsApp-Channel eingerichtet, über den er fortan zusätzlich zu Telefon und E-Mail für unsere Kandidaten erreichbar ist. Durch den Einsatz des WhatsApp-Webbrowsers kann er neue Chats sowohl via Desktop als auch über die mobile Ansicht schnell und einfach steuern. Wir sind gespannt, wie sich dieser zusätzliche Servicekanal entwickelt und wie er von unserer Zielgruppe genutzt wird.

Wie sehen Sie das Thema? Würde für Sie eine erste Kontaktaufnahme per WhatsApp in Frage kommen?

Stephanie Mirzwa
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2 Kommentare

  1. Stephanie Röth

    Hallo Herr Prib,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Ich sehe das ähnlich wie Sie: Für die Erstansprache, insbesondere bei der jüngeren Generation, erachte ich die Nutzung von WhatsApp als Servicekanal als sehr sinnvoll – allein um mögliche Barrieren bei der Erstkontaktaufnahme abzubauen.
    Um jedoch einen kompletten Bewerbungsprozess via WhatsApp abwickeln zu können, wären noch weitere Funktionalitäten erforderlich, wie z.B. Documents2go. Eine hohe Priorität kommt an dieser Stelle natürlich auch dem Datenschutz zu.

    Viele Grüße,

    Stephanie Röth

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