Mit Technik allein steigert man keine Produktivität

10, November, 2015 Alistair Cox 3 Kommentare
© Kaspars Grinvalds - Fotolia.com
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Wenn man nachfragt, was derzeit vielen Führungskräften, Politikern und Wirtschaftswissenschaftlern den Schlaf raubt, dann ist Produktivität bzw. mangelnde Produktivität ganz vorne dabei. Der Konjunkturabschwung, hat bei vielen von uns die Schlaflosigkeit nur verschlimmert. Was steckt hinter dieser Stagnation?

Meiner Erfahrung nach besteht die Kunst der Produktivitätssteigerung darin, Mitarbeiter mit geeigneten Tools auszustatten, damit sie im Job noch effektiver werden. Ich setze mich leidenschaftlich für dieses Thema ein.

Bei Hays haben wir nicht nur in moderne Front Office- und Backend-Technologien investiert. Wir haben auch neue, auf Produktivität ausgerichtete Trainingsprogramme implementiert, um Führungskräfte und Consultants mit dem nötigen Rüstzeug für Mitarbeiterbeurteilungen, bessere Datennutzung und effizienteres Zeitmanagement auszustatten. Dies hat zu einem kontinuierlichen Anstieg der Produktivität geführt und unterstützt damit unseren Unternehmenserfolg.

Dennoch hätte all dies ohne die Leistung und den Einsatz unserer Leute nicht erreicht werden können. Ohne motivierte und engagierte Mitarbeiter können auch die neueste Technik und das beste Training der Welt nicht zu einer Produktivitätssteigerung führen, denn das Eine bedingt das Andere. Das Ziel, ein effizientes Zusammenspiel zwischen Mitarbeitern und Technik zu erreichen, muss von oben und im gesamten Unternehmen fokussiert und tatkräftig verfolgt werden. Und daran scheitern viele Unternehmen. Wo kann man also ansetzen?

Eine gemeinsame Vision entwickeln

Technologien und Trainings können von Ihren Wettbewerbern kopiert werden, aber Ihre Mitarbeiter nicht – sie sind Ihr wichtigstes Unterscheidungsmerkmal. Es ist wichtig zu verstehen, dass Ihr kostbarstes Gut nicht einfach angeschaltet werden kann, in die richtige Richtung gedreht wird und dann produktiv ist. Um Höchstleistungen zu erbringen, müssen sich die Mitarbeiter als Teil einer gemeinsamen Vision fühlen.

Laut einer Studie von Gallup, die vor einigen Jahren in 142 Ländern durchgeführt wurde, beträgt der Anteil der motivierten Mitarbeiter nur 13 Prozent. Das finde ich sehr beunruhigend. Viele von uns haben die negativen Auswirkungen schon selbst erlebt, die unmotivierte Mitarbeiter auf ein Unternehmen haben können. Wer nicht motiviert ist, ist auch nicht produktiv. Ich glaube fest daran, dass es wichtig ist, Leute zu ermutigen, ihre Rollen mitzugestalten und Eigenverantwortung zu übernehmen für das was sie tun und wie sie es tun. Dadurch können Mitarbeiter letztendlich den Zusammenhang zwischen ihrer täglichen Arbeit und der Unternehmensvision im Ganzen erkennen. So entsteht ein Zyklus an produktivem Verhalten.

Und das ist der Schlüssel: Mitarbeiter müssen ihren Beitrag zum Ganzen erleben. Sie müssen für eine Sache begeistert werden und das große Ganze sehen können, dass Sie als Team und als Unternehmen zu erreichen versuchen. Nicht nur der Vorstand muss wissen, wohin das Unternehmen sich entwickeln möchte und wie die einzelnen Teile zusammenpassen. Jeder einzelne muss das wissen. Im Laufe der Jahre habe ich gesehen, dass die Mitarbeiter, die die gleiche Vision wie wir haben, die sich als Teil unserer Unternehmensstrategie fühlen und die sich auf einem gemeinsamen Weg zum Erfolg mit uns befinden, diejenigen sind, die immer etwas mehr und dadurch ihr Bestes geben.

Mitarbeitern Orientierung geben

Allerdings garantiert die Ausschöpfung der Mitarbeiterpotentiale nicht unbedingt eine erfolgreiche Steigerung der Produktivität. Ich bin der Meinung, dass man die richtige Balance zwischen Grenzen, Freiheit und Vertrauen finden muss. Man braucht klare Ziele, Grenzen und Erwartungen, um die Produktivität innerhalb eines Unternehmens anzukurbeln. Ich sehe aber auch, wie viele meiner Kunden und Partner in den unterschiedlichsten Branchen dies damit kombinieren, dass sie ihren Mitarbeitern Freiraum zum Denken geben. Dies ist ein weiterer Schlüssel zu einer produktiven Belegschaft.

Viele Unternehmen leiden unter zu vielen Ja-Sagern in ihren Reihen. Es ist einfach, Befehle entgegen zu nehmen und sich durch To-do-Listen zu wälzen. Aber ich sehe immer wieder, dass die effizientesten Teams und Untnehmen die sind, welche die Möglichkeit haben, die neusten Strategien, Pläne oder Produkte konstruktiv zu hinterfragen anstatt sie blind zu akzeptieren. Dies führt schließlich zu einer dynamischeren, effizienteren und produktiveren Belegschaft. Wenn Sie solchen Mitarbeitern die richtigen Tools und Technologien an die Hand geben, durch die sie Dinge schneller und besser erledigen können, stehen die Chancen auf Erfolg nicht schlecht.

Natürlich haben Investitionen in Technologien und Trainings positive Auswirkungen auf die Produktivität, vorausgesetzt diese wurden gut ausgewählt. Ich bin ein großer Befürworter solcher Investitionen, allerdings ist das nur die halbe Lösung. Um auf meinen vorherigen Punkt zurück zu kommen: Technologien und Trainings können von Ihren Wettbewerbern kopiert werden, aber Ihre Mitarbeiter nicht – sie machen Ihr Unternehmen schließlich einzigartig. Verlieren Sie dies nie aus dem Blick. Ich glaube, dass engagierte, fokussierte und talentierte Mitarbeiter, die sich die Möglichkeiten der Technik zunutze machen, das Erfolgsrezept zur Produktivitätssteigerung sind. Sie sollten also genauso viel in Ihre Mitarbeiter investieren wie in Ihre Technik, dann werden Sie auch dafür belohnt. Letzten Endes hängt das Eine vom Anderen ab.

Alistair Cox
Über Alistair Cox
CEO von Hays plc
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3 Kommentare

  1. Fabian

    Hallo und herzlichen Dank für diesen Artikel!

    Basierend auf ihrer Aussage, dass Mitarbeiter nicht (von Wettbewerbern) kopiert werden können, würde ich gerne auf eine der wichtigsten Führungsaufgaben hinweisen: das Mitarbeitercoaching!

    Denn Führungskräfte, denen die Weiterentwicklung ihrer Mitarbeiter am Herzen liegt, werden mit motivierteren und produktiveren Mitarbeitern belohnt.

    Wie man ein solches Coaching einfach und ohne viel Zeitaufwand starten kann, habe ich in meinem aktuellen Blogartikel beschrieben.

    Viele Grüße! Fabian Walter

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  2. Florian

    Technik ist gut, Coaching ist besser. So sehe ich das auch. Es ist doch auch die Wertschätzung dem Mitarbeiter gegenüber. Schließlich investiert ein Unternehmen in ihn persönlich und das motiviert doch ungemein. Neue Technik ist sicher auch gut, aber doch auch unpersönlich und abstrakt.

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  3. Friedrich Diana

    Mein Tipp für mehr Produktivität lautet:http://kanbantool.com . Beim Kanban Tool werden die Aufgaben, Projekte sowie Termine visualisiert und dadurch werden die Ziele und die Aufgaben sehr gut organisiert. Diese Toll ermöglicht alle Aufgaben und Termine in Kalender problemlos zu exportieren. Außerdem funktioniert es sehr gut auf Mobilgeräten mit Touchscreens.

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