zwei frauen arbeiten im büro

In einer Abteilung stoßen viele Generationen mit ganz unterschiedlichen Werten aufeinander, heute sind es die Babyboomer (1946 bis 1964), die Generation X (1965 bis 1980) und die Generation Y (1981 bis heute), darunter falle also ich. Für die Werte- und Arbeitseinstellung sind das Umfeld und die Verhältnisse ausschlaggebend, in denen wir aufgewachsen sind. Kollege Carlos Frischmuth hat das in seinem Blogpost bereits ausführlich beschrieben. In unserer Marketingabteilung treffen alle drei "Arbeitsgenerationen" aufeinander, was bereichert, aber manchmal auch für Unverständnis sorgt.

Die Generation Y

Also, was zeichnet meine Generation aus (Achtung: überspitzte Darstellung)? Wir sind wohlbehütet und mit dem Internet aufgewachsen, technisch affin, gut ausgebildet, selbstbewusst und suchen die Herausforderung. Wir interessieren uns für Inhalte und spannende Projekte, streben aber nicht unbedingt eine Führungslaufbahn an. Work-Life-Balance, ein entspanntes Arbeitsumfeld und Spaß an der Arbeit sind uns wichtiger als das Gehalt. Wir wurden zur Selbstständigkeit erzogen und halten nicht viel von starren Hierarchien. (Dazu auch ein interessanter Spiegel-Artikel)

Überstunden? Aber natürlich, solange die Aufgabe Spaß macht und es nicht zur Regel wird. Neue Aufgaben übernehmen? Aber gerne, solange sie mich fachlich weiterbringen. Anweisungen annehmen? Aber selbstverständlich, insofern derjenige fachlich auch Ahnung hat. Feedback? Auf jeden Fall, auch ungefragt, auf beiden Seiten. Meine Generation hinterfragt also alles, ist hoch anspruchsvoll und macht nicht einfach, "was Chef sagt". Wir sind selbstbewusst, denn wir sind gefragte Fachkräfte und kennen unseren Marktwert.

Die Babyboomer

Doch was sagt der Chef dazu, der zu den Babyboomern gehört? Hier der Kommentar von Frank Schabel: Ich denke schon, dass sich die Generation Y in vielem von uns Babyboomern unterscheidet. Was ich gut finde und mich immer wieder verblüfft, ist ihre Bitte um offenes Feedback. Und das nimmt sie auch an, ungeschminkt. Hier einen Eiertanz zu vollführen, würde der Generation Y nicht schmecken. Sie mag es direkt und dies passt – so mein Empfinden – andererseits nur bedingt zu ihrer Wohlbehütetheit und ihrem Wunsch nach Work-Life-Balance. Der ist wirklich groß und manchmal scheint es mir fast so zu sein, als ob das „Life“ alles überragt. Als ob das auch in der Arbeitswelt verbürgt zu sein hat. Sakrosankt. Klar, die Generation Y ist unter völlig anderen Rahmenbedingungen aufgewachsen als wir Babyboomer und daher entsprechend anders sozialisiert.

Projektorientierung hat die Generation Y in hohem Maße. Das passt – auch und gerade – in die gegenwärtige Ökonomie. Und es funktioniert mit ihrer in der Tat hohen Selbständigkeit, die aber – Kompliment – nie so weit geht, dass die Generation Y nicht auch andere ins Boot holt, wenn sie ihre Grenzen erreicht.

Generell würde ich mir manchmal wünschen, dass ihre Arbeitsethik nicht zu sehr auf sie selbst bezogen ist, sondern auch auf die Verantwortung für das gemeinsame Projekt. Keine Lust heißt keine Lust – da haben wir Babyboomer wohl eine andere Haltung in Sachen Verantwortung und Pflichtbewusstsein. Und wenn ich auf meine eigene Kommunikationserfahrung schaue, wünsche ich mir, die Generation Y würde etwas kritischer auf Social Media schauen und nicht nur einfach eintauchen. Aber ansonsten: Je bunter, umso spannender wird die Arbeitswelt. Und offener. Das ist schön, hoffentlich sieht dies die Generation Y auch so.

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